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Auto & Verkehr Der nordische Kombinierer - Volvo V60 Plug-in-Hybrid
Mehr Auto & Verkehr Der nordische Kombinierer - Volvo V60 Plug-in-Hybrid
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00:35 16.03.2013
Unauffällig, aber hochmodern: Der Volvo V60 in der Plug-in-Hybrid-Version.
Unauffällig, aber hochmodern: Der Volvo V60 in der Plug-in-Hybrid-Version. Quelle: Hersteller
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Hannover

Das gute Gewissen fährt immer mit. Wie ist das möglich mit einem über zwei Tonnen schweren Kombi der Premiumklasse, der doch reichlich Schadstoffe in die Luft pusten müsste? Mit dem V60 Plug-in-Hybrid präsentiert Volvo jetzt eine wahre Pioniertat. Elektrofahrzeug und Diesel-Hybrid in einem Auto, quasi als nordische Kombination, die für jede Verkehrssituation eine effiziente Antriebsart bereithält. Jenes weltweit erste Serienfahrzeug mit Diesel-Hybrid-Antrieb und Plug-in-Ladetechnik für die heimische Steckdose wurde in einer Kooperation mit dem Energielieferanten Vattenfall entwickelt. Volvo sieht darin das „Antriebskonzept der Zukunft“.

Das aber gibt es nicht umsonst. Bei einem Grundpreis ab 58710 Euro beträgt der Aufpreis gegenüber einem vergleichbaren Diesel in der höchsten Ausstattungslinie Summum stolze 10000 Euro. Unser Testfahrzeug schlug gar mit 66930 Euro zu Buche. Doch für den Interessenten eines Hybridautos scheint dies zweitrangig zu sein. Von der aktuell ausgelieferten und weltweit auf 1000 Fahrzeuge beschränkten Pure-Limited-Edition wurde von den 94 nach Deutschland gelieferten Exemplaren kein Modell für unter 60000 Euro verkauft.

Ein wenig Technikaffinität kann nicht schaden, sollte es der Volvo V60 Plug-in-Hybrid sein. Das beginnt schon bei der Auswahl des entsprechenden Fahrmodus. Gleich drei davon stehen zur Verfügung und werden per Tastendruck in der Mittelkonsole angewählt. Im Pure-Modus bewegt sich der Volvo rein elektrisch fort - mit bis zu 50 Kilometern Reichweite. Die 50 kW/68 PS genügen für das emissionslose und leise Dahinrollen durch die Stadt allemal; bei Bedarf wird das Auto 120 km/h schnell. Aufgeladen wird die Lithium-Ionen-Batterie, immerhin 11,2 Kilowattstunden stark, über eine herkömmliche Steckdose. Dies dauert je nach zur Verfügung stehender Spannung zwischen dreieinhalb und siebeneinhalb Stunden und kann über Nacht bequem in der heimischen Garage erfolgen.

Deutlich flotter zur Sache geht es im Hybrid-Modus. Dann arbeiten der 2,4-Liter-Fünfzylinder-Turbodiesel mit seinen 158 kW/215 PS sowie der Elektromotor in einer „optimalen Balance zwischen Fahrspaß und geringem Schadstoffausstoß“ zusammen, verspricht Volvo. Mit einem Normverbrauch von lediglich 1,8 Litern pro 100 km sowie einem CO2 -Schadstoffausstoß von nur 48 g/km setzen die Schweden ebenfalls Maßstäbe. Das Zusammenspiel zwischen Diesel- und Elektromotor konnte absolut überzeugen. Mit gespitzten Ohren hofften wir während der Testfahrt, den Übergang vom Elektro- auf den Dieselantrieb wahrzunehmen. Vergebens. Im Elektrobetrieb besonders schön anzusehen war zudem die Verbrauchsanzeige von 0,0 Litern Diesel im Bordcomputer.

Sportliche Fahrer kommen im dritten anzuwählenden Modus - dem Power-Modus - auf ihre Kosten. Der Turbodiesel an der Vorderachse sowie das Elektroaggregat an der Hinterachse summieren sich auf stolze 208 kW/283 PS, die den Kombi in 6,1 Sekunden von 0 bis 100 km/h beschleunigen und zugleich zum Allradler machen. Bei 230km/h Höchstgeschwindigkeit endet der Vortrieb. Mehr als eine Spielerei ist die „Save for later“-Taste. Mit dem Drücken jener Taste lässt sich der Ladestatus der Batterie „einfrieren“. So bleiben für die Heimfahrt von Büro, Einkauf oder Kino noch immer 20 Kilometer für den rein elektrischen Vortrieb. Wer keines der Pure-Limited-Edition-Modelle ergattern konnte, muss sich bis Mitte 2013 trösten, ehe Volvo den V60 Plug-in-Hybrid hierzulande anbietet.

Markus Beims