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Auto & Verkehr Deutsche Hersteller präsentieren auf der L.A. Autoshow
Mehr Auto & Verkehr Deutsche Hersteller präsentieren auf der L.A. Autoshow
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00:55 15.12.2012
Der neue Porsche Cayman wurde in L.A. zum ersten Mal gezeigt. Quelle: Hersteller
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Los Angeles

Nach der Krise ist vor der Krise: In den vergangenen Jahren sah es immer wieder mal so aus, als könne die L.A. Autoshow der eigentlichen großen amerikanischen Automesse in Detroit den Rang ablaufen, doch inzwischen haben sich die Verhältnisse wieder zurechtgerückt. Detroit wird Anfang kommenden Jahres erneut der erste Gradmesser dafür sein, wie und wohin sich die Automobilindustrie in den nächsten zwölf Monaten angesichts der angespannten Wirtschaftslage entwickeln wird. Die Messe in Los Angeles bleibt dagegen eine überwiegend amerikanische Angelegenheit. Wobei gerade die deutschen Hersteller wieder einmal ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben ­- denn Kalifornien ist traditionell ein wichtiger Markt für die leistungsstarken, aber auch umweltbewussten Automobile „made in Germany“.

Nicht unbedingt spektakulär, dafür umso wichtiger war der Auftritt von Volkswagen im Convention Center unweit der Hollywood Hills. Die Wolfsburger präsentierten dort mit dem New Beetle Cabriolet und dem Jetta Hybrid gleich zwei Modelle, die ihre Bedeutung über ihren wirtschaftlichen Erfolg definieren. Beide sollen im nächsten Jahr auch hierzulande eingeführt werden. Zum Jetta mit Strom-Sprit-Antrieb: Hybride gehören in Kalifornien längst zum Straßenbild, die Brückentechnologie ist dort schon heute sehr erfolgreich am Start. Die Hybridversion des Jetta setzt sich aus einem 110 kW/150 PS starken Turbobenziner und einem Elektromotor zusammen, der 20 kW/27 PS leistet. Die Systemleistung soll 125 kW/170 PS betragen, was schon jetzt einiges an Fahrdynamik und Effizienz erwarten lässt. Der Jetta gilt in den USA als sportliche Mittelklasse-Limousine und ist dort das meistverkaufte Fahrzeug aus europäischer Produktion.

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Nicht effizient, dafür umso kraftstrotzender war der Auftritt von Mercedes-Benz: Die Stuttgarter fuhren in L.A. mit dem SLS AMG 63 Black Series die getunte Version ihres Supersportlers auf die Bühne: Der mächtige Achtzylinder-Saugmotor leistet jetzt dank Drehzahlerhöhung (rund 8000 Umdrehungen/Min.) sagenhafte 464 kW/631 PS, die den Flügeltürer in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren. Der Spaß soll um die 250000 Euro kosten, was die Kundschaft drastisch begrenzen dürfte.

Nicht weniger aufsehenerregend war das Showcar, das Smart zeigte: ein vom Modeschöpfer Jeremy Scott gezeichneter Smart Fortwo mit zwei Engelsflügeln aus Fiberglas am Heck - und das ausgerechnet in der Stadt der Engel. Scott entwirft sonst das Outfit für Prominente wie Lady Gaga, und genauso sieht das Showcar auch aus, das während der Pressetage für viel ungläubiges Kopfschütteln sorgte. Kurios: Während es die von Smart auf Messen in schöner Regelmäßigkeit gezeigten Abwandlungen des Stadtflohs niemals auf die Straße schaffen, soll von diesem Fahrzeug eine limitierte Kleinserie aufgelegt werden. Garantiert nicht in Serie geht dagegen die SUV-Zukunftsvision Ener-G-Force, über die wir bereits ausführlich berichtet haben.

Einen echten Kracher konnte auch Porsche auspacken: Die deutschen Sportwagenbauer hatten mit dem neuen Cayman eine Weltpremiere im Gepäck. Der Zweisitzer auf Boxster-Basis mit viel Technik vom Elfer unter der Haube war vielleicht der Star in Los Angeles. Flacher, leichter, schärfer - so ist der neue Cayman mit drei Worten schnell beschrieben. Er soll Anfang März auf den Markt kommen und gilt inzwischen nicht nur unter Fachleuten als der Bilderbuch-Porsche aus dem aktuellen Angebot. Mit 202 kW/275 PS bzw. 232 kW/315 PS (S-Version) ist der Cayman kräftiger motorisiert als die erste Generation, mit einem Einstiegspreis von knapp mehr als 51000 Euro bleibt er auch weiterhin deutlich unter dem 911.

BMW zeigte im Convention Center als Neuheit eine Studie des elektrisch angetriebenen i3, die wohl in dieser Form im kommenden Jahr als Serienversion am Markt eingeführt wird (nach der IAA in Frankfurt). Das Auto soll 125 kW/170 PS stark sein und immerhin 160 Kilometer weit mit einer Batterieladung kommen. Wem das nicht ausreicht, dem bieten die Bayern einen Range-Extender (Reichweitenverlängerer) an.

Gerd Piper