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Auto & Verkehr Die Hoffnung heißt jetzt Mokka
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09:32 29.10.2012
Das kleine SUV überzeugt mit seinen guten Fahreigenschaften. Und für Freunde vieler Hebel und Schalter hat der neue Opel Mokka auch einiges zu bieten.
Das kleine SUV überzeugt mit seinen guten Fahreigenschaften. Und für Freunde vieler Hebel und Schalter hat der neue Opel Mokka auch einiges zu bieten. Quelle: Thorsten Weigl
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Hannover

Wie kommt man darauf, ein Auto auf den Namen Mokka zu taufen - nur weil die Designer nach den ersten Strichen meinten, ihre Entwürfe sähen aus wie Kaffeebohnen? Nun, die von Opel haben es getan: Mokka heißt das neue kleine SUV im „subkompakten SUV-Segment“. Zwar ist dieser Begriff im deutschen Sprachgebrauch noch nicht verankert, doch weil die direkten Konkurrenten Nissan Juke oder Mini Countryman heißen, ahnt man, was die Rüsselsheimer meinen. Ein SUV unterhalb der Kompaktklasse. Ein Stadtauto im Geländewagen-Look. Oder doch etwas anderes? Wir sind der Sache nachgegangen und haben das Auto, das seit wenigen Tagen ab 18990 Euro bei den Händlern steht, Probe gefahren.

Opel will man fast reflexartig Glück wünschen. Ständig hat man das Gefühl, dass die hessischen Autobauer vom wieder erstarkten amerikanischen Mutterschiff General Motors alles andere als gut behandelt werden. Da käme ein automobiler Volltreffer gerade recht. Und wenn stimmt, was Opel verkündet, sieht es nicht schlecht aus. So sollen bereits 40000 Vorbestellungen aus ganz Europa die Auftragsbücher füllen. Die Kombination aus kleinem, wendigem Auto, hoher Sitzposition und muskulöser Blechhülle scheint gerade in Mode zu sein.

Konstruiert wurde der Mokka auf einer neuen Plattform, wobei man auf vorhandene Komponenten zurückgreifen konnte - ein bisschen Corsa, ein bisschen Meriva, das Baukastensystem macht es möglich. Herausgekommen ist ein extrem stark modulierter Kleinwagen mit typischen Offroad-Komponenten wie beispielsweise dem angedeuteten Unterfahrschutz.

Im Innern denkt man dagegen: typisch Opel. Der Fahrer trifft auf ein Instrumentarium, das einen schwindelig machen kann. Knöpfe, Schalter, Hebel, wohin man schaut. Weil das in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden ist, hat man sich jetzt im Fall des Infotainmentsystems von der Universität Salzburg bestätigen lassen, dass die Bedienbarkeit vorbildlich ist - besser als bei Volkswagen oder Ford. Geändert hat sich leider nichts. Ebenfalls nicht optimal ist die Gestaltung der Rundinstrumente. Die Zahlen auf dem Tachometer sind beispielsweise so klein und liegen so eng zusammen, dass sie relativ schwer abzulesen sind. Die nach hinten abfallende Dachlinie und zwei große Kopfstützen auf den äußeren Rücksitzen sorgen zudem für eine schlechte Sicht durch den Rückspiegel. Dafür stimmen die Sitze, und auch an der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu meckern.

Auf der Straße spielt das kleine SUV, das in drei Ausstattungslinien zu haben ist und bereits in der Basisversion über Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Berganfahr- und -abfahr-Assistenten sowie ein elektronisches Stabilitätsprogramm verfügt, seine Stärken aus: Das Fahrverhalten ist tadellos, der Wagen geht trotz des relativ hohen Schwerpunkts sicher durch die Kurven, hält problemlos die Spur und verzögert einwandfrei.

Angeboten wird der Mokka mit zwei Benzinern und einem Diesel, die ein Leistungsspektrum von 85 kW/115 PS bis 103 kW/140 PS abdecken. Der Turbodiesel (96 kW/130 PS) ist zwar nicht ganz leise, überzeugt dafür mit einem kräftigen Drehmoment von 300 Newtonmetern, die ab 2000 Umdrehungen anliegen. Stolz ist man in Rüsselsheim auch auf diverse Fahrerassistenzsysteme - Kollisionswarner, Verkehrsschild- und Spurhalteassistent, ein adaptives Fahrsicherheitslichtsystem oder eine Einparkhilfe sind in diesem Segment noch die Ausnahme. Eine 230-Volt-Steckdose erlaubt das Aufladen von Mobiltelefonen oder Laptops während der Fahrt.

Ein dickes Plus gibt es auch für das intelligente Allradsystem (ab 23790 Euro), das für die beiden größeren Motoren angeboten wird und den Kraftfluss je nach Bedarf bis zu einem Verhältnis von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt und so für optimale Traktion sorgt. Wir konnten das System mit der Genehmigung der entsprechenden Behörden auf dem Strand von St. Peter-Ording ausprobieren - bei strömendem Regen, gefühlt wie im Treibsand. Der Mokka, der übrigens weltweit vertrieben wird, ließ sich hier auch im Drift problemlos kontrollieren, was dem System eine hohe Alltagstauglichkeit bescheinigt, beispielsweise bei extremer Nässe oder auf Schnee.

Auch abseits befestigter Straßen dürfte das kleine SUV eine gute Figur abgeben, doch dahin verirren sich nach Opel-Berechnungen weniger als ein Prozent der künftigen Mokka-Fahrer. Und das auch nur selten. Schade eigentlich.

Motoren:2 Benziner, 1 Diesel Benziner: 85/115–103/140 kW/PS Diesel: 96/130 kW/PS Max. Drehmoment:155–300 Nm CO2-Emission:129–153 g/km Beschleunigung (0–100km/h):9,9–12,5 s Höchstgeschwindigkeit:170–190 km/h Länge/Breite/Höhe:4,28/2,04/1,66 m Verbrauch:4,5/4,9 l Diesel*, 6,4/6,5 l Super Leergewicht:1260–1415 kg Anhängelast:1200 kg * Differenz aus Schalt- und Automatikgetriebe Preis: 18?990 bis 27?520 Euro Fazit: kleines munteres SUV mit?guten Fahreigenschaften Instrumente schlecht ablesbar,?Mittelkonsole überfrachtet