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Auto & Verkehr Die Konkurrenz fest im Visier
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00:07 22.08.2009
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In seiner vierten Generation ist der Land Rover Discovery etwas rundlicher als bisher geworden, doch keine Panik in der Fankurve: Das markig-kantige Design bleibt als Markenzeichen klar erkennbar. Zeigte das bisherige Modell Discovery Nummer drei noch eine ziemlich Nähe zum rustikalen Geländewagen alter Schule, orientiert sich Nummer vier doch eher an Luxuriösem wie dem Range Rover.

Dieser erste Eindruck setzt sich im Fahrzeuginnenraum fort. An die Stelle der alten Instrumententafel im Kanten-Look tritt ein flüssig gezeichnetes Arrangement auf runderen Formen und mit edel wirkenden Materialien. Aus dem Arbeitsgerät ist nun ein Wettbewerber zu BMW X5, Mercedes M-Klasse oder dem Volkswagen Touareg geworden. In deren Kundschaft will er mit Preisen wildern, die um teilweise zehn Prozent niedriger liegen.

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Diesel aus dem Jaguar

Dabei könnte der Discovery-Treibsatz helfen, denn das Highlight des jüngsten Land-Rover-Modells stellt der neue 3,0-Liter-Motor dar. Der ursprünglich aus dem Peugeot-Konzern stammende und zum Beispiel in Jaguar-Modellen bewährte TDV6-3.0-Liter-Twinturbo-Diesel mit einem Drehmoment von 600 Nm und 245 PS ist ein wahrhaft feines Aggregat. Es arbeitet ausgesprochen durchzugsstark und bleibt dabei mit überaus leiser Laufkultur stets verbindlich.

Und vergleichsweise sparsam: Der Kraftstoffverbrauch beträgt mit dem serienmäßigen Automatikgetriebe 9,3 Liter je 100 Kilometer. Das sind 0,9 l/100 km oder neun Prozent weniger als beim weiterhin lieferbaren 2,7-l-Diesel. Den CO2-Ausstoss beziffert Land Rover für den Neuling mit 243 Gramm je Kilometer, für das kleinere Aggregat werden 270 g/km genannt. Dafür beschleunigt der stärkere Discovery besser (9,6 zu 12,7 Sekunden von null auf 100 km/h), während die Höchstgeschwindigkeit bei beiden Versionen mit 180 km/h angegeben wird.

Rundum positive Daten aus der ökologisch-önomischen Ecke also. Und auch die übrige Technik kann sich sehen lassen. So verfügt der neue Land Rover Discovery über ein umfangreiches Kamerasystem aus fünf verschiedenen Blickwinkeln. Ganz gleich, ob Links- oder Rechtslenker, punktet die Rundumsichttechnik aber vor allem beim Rückwärtsfahren. Als überaus praktisch erweist sich nämlich die Spurführung der rückwärtigen Kamera. Besonders Gespannfahrer können damit ganz entspannte Rangiermanöver durchziehen. Die Kameratechnik leitet auch weniger Anhängergeübte bereits beim ersten Versuch 100-prozentig exakt zur Anhängerkupplung.

Einwinkmanöver einer zweiten Person werden damit überflüssig. Dieses sehr praktische Feature wird noch ergänzt durch die Möglichkeit, den Wagen nach vollbrachter Rückwärtsfahrt in der Höhe an die Position der Anhängerdeichsel anzupassen. Damit entfällt auch das bisweilen doch recht schwere Rangieren des Anhängers per Hand. Rückwärts gerichtete Kameras besitzen mittlerweile viele Automobile, aber eine derartige Spurführung ist bisher einmalig.

Wie bisher gibt es auf Wunsch eine dritte Sitzreihe im Land Rover Discovery. Sie lässt sich gut erreichen und bietet für durchschnittlich groß gewachsene Menschen hinreichend Platz, um zumindest mittlere Strecken noch komfortabel zu verbringen. Besonders praktisch ist die Verwandelbarkeit der beiden hinteren Sitzreihen. Mit wenigen Handgriffen lassen sich beide Sitzreihen zu einer vollends ebenen Landefläche umbauen, die dann locker zwei Meter misst.

Auf dem Asphalt bietet der Land Rover Discovery alle Komfortmerkmale eines gehobenen Pkw. Dabei wurde jedoch nicht auf die legendäre Land Rover Geländefähigkeit verzichtet. Mit den übersichtlichen Bedienelementen lässt sich der Discovery unkompliziert den jeweiligen Offroad-Bedingungen anpassen.

Mit „Terrain Response“ ins Gelände

Die Technik dafür heißt „Terrain Res- ponse“. Berganfahr- und besonders Berabfahrhilfen – HDC oder Hill Descent Control – erleichtern das Handling. Der Fahrer kann sich ganz aufs Lenken konzentrieren. Das Bremsen übernimmt die Elektronik. Freilich bleibt zu hoffen, dass derartig umfangreiche Assistenzsysteme nie unter Volllast ihren Dienst quittieren. Der Fahrer wäre überfordert, denn man gewöhnt sich sehr schnell an diese Hilfen und könnte sie bei einem Ausfall nur schwer ersetzen.

Von Christiane Wildhage