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Auto & Verkehr Die Lieblingsautos der Chefs
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00:53 22.12.2012
Auch Mercedes-Vorstand Dieter Zetsche bekennt sich zu seinem Lieblingsauto. Quelle: Daimler AG - Global Communicatio
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Hannover

Bernhard Mattes (56), Ford, Capri I
Eines meiner Lieblingsautos ist und bleibt der Ford Capri, und zwar der Ur-Capri, also die von 1969 bis 1973 gebaute erste Generation. Das Erfolgskonzept für diese damals völlig neue Baureihe war genial einfach: ein dynamisch gestyltes, kompaktes, schnelles, geräumiges und auf Großserientechnik basierendes Sportwagen-Coupé mit zwei Türen. Mich hat damals schon das unverwechselbare, dynamische Design des Capri I begeistert: lange Motorhaube, kurzes Heck, hinzu kamen die tiefe Sitzposition, die „Knüppelschaltung“, die 1969 keineswegs bereits Norm war. Auch die Zahnstangenlenkung des Capri I war damals noch längst nicht üblich.

Ich lebte damals in Wolfsburg, und für mich war der Capri ein Lichtblick am automobilen Horizont – eben ein anderes, besonderes Auto im Vergleich zu denen, die ich tagtäglich in meiner Heimatstadt sah. Als Ford-Deutschland-Chef bin ich dann die Silvretta Classic auch mit einem Capri RS 2600 gefahren. Das war Begeisterung und Faszination pur – nicht nur beim Fahrer und Beifahrer, sondern auch bei den Zuschauern am Straßenrand. Der Capri hat eben nach wie vor viele Fans und eine tolle Ausstrahlung. „Das Auto, das Sie sich schon immer gewünscht haben“, hieß die erste Werbebotschaft. Ich war damals, 1969, zwar erst 13 Jahre alt. Aber den Capri I habe ich mir als Bub wirklich gewünscht. Und er gefällt mir bis heute.

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Rupert Stadler (49), Audi, Ur-Quattro
Als der Ur-quattro 1980 seine Premiere erlebte, war er ohne Vorbild. Als erster Sportwagen mit permanentem Allradantrieb hat er die automobile Welt aufgemischt, auf den Rallye- und Rennpisten wie auch im Markt. Der quattro-Antrieb ist heute selbstverständlich für leistungsstarke Fahrzeuge. quattro bedeutet Fahrspaß und Fahrsicherheit in jeder Situation. quattro – das steht schließlich für jenen Vorsprung durch Technik, der längst zur DNA der Marke Audi geworden ist. Der Audi-Ur-quattro – das ist für mich immer noch die pure Faszination. Ein Auto, das nie eine Schönheit gewesen ist und das dennoch die Blicke in jeder Perspektive magisch anzieht. Sitzt man dann hinter dem Lenkrad, erlebt man den Schub des Turbomotors, die immer noch phänomenale Traktion und das Fahrwerk – dann zollt man den Ingenieuren höchsten Respekt. Und für Gänsehaut sorgt spätestens der Sound des Fünfzylinders!

Martin Winterkorn (65), Volkswagen, Bugatti
Ich bin in der glücklichen Position, 240 Lieblingsautos zu haben. Denn so viele ganz unterschiedliche Modelle – vom up! bis zum Bugatti Veyron (Foto – d. Red.) – haben die zwölf Marken des Volkswagen-Konzerns derzeit im Programm. Als Ingenieur und Autofan begeistern mich dabei natürlich unsere Sportwagen wie der Porsche 911er oder der Audi R8. Besonders nah ist mir aber der neue Golf. Er verbindet alles, was die Marke Volkswagen im Kern ausmacht: Innovationen für alle, Präzision und Qualität in jedem Detail und natürlich Effizienz und Umweltfreundlichkeit. Auf die siebte Generation unserer Volkswagen-Ikone ist die ganze Mannschaft und bin ich persönlich sehr stolz.

Matthias Müller (59), Porsche, 550 Spyder
Mein Lieblingsauto hat schon fast sechs Jahrzehnte auf den Achsen, sieht aber aus, als wäre es gerade eben erst produziert worden. Es ist ein silberner Porsche 550 Spyder mit Mittelmotor und Schalensitzen. Sein Parkplatz ist nur ein paar Schritte von meinem Zuffenhausener Büro entfernt – in unserem Museum am Porscheplatz. Wie alle Exponate der Ausstellung ist er fahrbereit – man muss nur den Zündschlüssel drehen (selbstverständlich sitzt auch beim 550 Spyder das Zündschloss links).

Ab und zu leiht mir das Museum den Sportwagen aus – zum Beispiel für die Teilnahme am Oldtimer-Rennen Mille Miglia in Italien. Da kann der ewig junge Klassiker mit den typischen Porsche-Genen nicht nur seine ganze Kraft entfalten, sondern auch seinen legendären Charme spielen lassen. Noch immer zieht er alle Blicke auf sich. Und bisher ist noch jeder meiner Mitfahrer mit einem Lächeln ausgestiegen – sofern er überhaupt bereit war, freiwillig auszusteigen. Im Moment hat der Spyder Schonzeit. Aber sobald der Winter vorbei ist, leihe ich ihn mir wieder aus. In der Zwischenzeit werde ich ihn bestimmt ab und zu besuchen.

Dieter Zetsche (59), Mercedes, 300 SL
Einen Autofan nach dem einen Lieblingsfahrzeug zu fragen ist, wie einen Musikliebhaber zu nötigen, sich auf nur einen einzigen Lieblingssong festzulegen: prinzipiell unmöglich. Trotzdem fällt meine Wahl eindeutig aus. Mein Lieblingsauto ist zwar weder praktisch noch geräumig; es ist auch nicht besonders komfortabel und erst recht nicht günstig. Aber es ist absolut atemberaubend: der Mercedes-Benz 300 SL. Das Wort „Auto-Ikone“ wird im Marketing oft leichtfertig benutzt, aber bei diesem Wagen passt es. Der erste Flügeltürer mit Stern hat Generationen von Autofahrern fasziniert und zahllose Autokonstrukteure inspiriert – nicht nur bei Mercedes.

Als Rennwagen hat der 300 SL die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lassen. Als Wertanlage deklassiert er heute die meisten anderen Investitionen. Aber wer diesen Traumwagen nur als Sammlerobjekt in der Garage stehen lässt, der verpasst das Beste. Denn der 300 SL ist nicht nur zeitlos schön – er fährt sich auch so. Kein Wunder also, dass er zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ gewählt wurde.

Gerd Piper