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Auto & Verkehr Die Reinigung der Klimaanlage ist besonders für Allergiker wichtig
Mehr Auto & Verkehr Die Reinigung der Klimaanlage ist besonders für Allergiker wichtig
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13:18 08.04.2013
Foto: Vorbeugen in der Pollenflugsaison: Statt vieler Medikamente hilft oftmals bereits die Reinigung oder der Austausch von Pollenfiltern im Auto.
Vorbeugen in der Pollenflugsaison: Statt vieler Medikamente hilft oftmals bereits die Reinigung oder der Austausch von Pollenfiltern im Auto. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Sobald sich der Winter endgültig verabschiedet hat, der letzte Schnee geschmolzen ist und die ersten Sonnenstrahlen tatsächlich spürbar wärmen, darf hierzulande vom Beginn der großen Autofrühjahrsputzaktion gesprochen werden. Des Deutschen liebstes Kind erfährt dabei zuweilen mehr Zuneigung als Haus oder Garten, wollen doch die Salz- und Schneeränder beseitigt und auch der Innenraum auf Hochglanz poliert werden. Äußerlich - oder besser optisch - mag das Fahrzeug sauber sein. Doch gibt es darüber hinaus innere Werte wie die Klimaanlage, die gerade im Frühjahr einer intensiven Reinigung bedürfen - vor allem der eigenen Gesundheit zuliebe.

Dem „Lebensmittel Luft“ im Autoinnenraum wird beim Frühjahrsputz meist wenig oder keine Bedeutung beigemessen, dabei beginnt die Pollenflugsaison bereits im Januar. Insbesondere Allergiker und Asthmatiker leiden dann unter schlecht gewarteten Klimaanlagen im Auto, in dem der Mensch berufsbedingt oder auch privat immer mehr Zeit verbringt. Eine ungereinigte Klimaanlage kann dabei zur echten „Dreckschleuder“ mutieren. Andrea Wallrafen, Geschäftsführerin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. (DAAB), warnt daher auch Nichtallergiker vor einem sorglosen Umgang mit dem „Mikroklima im Automobil“.

Betroffen ist im Grunde jede Person, wenngleich die Auswirkungen individuell unterschiedlich sind. Besonders empfindlich reagieren freilich Pollenallergiker, wobei die Gräserpollenallergie am weitesten verbreitet ist. Jeder vierte Europäer leidet demnach unter solchen Beschwerden. Jener Heuschnupfen entwickelt sich meist im frühen Kindesalter - umso wichtiger ist es, gerade die jungen Mitfahrer vor unliebsamen Nebenwirkungen zu schützen.

Das beste Reinigungsverfahren ist eine Verdampferreinigung

„Die Innenraumluft des Autos sollte möglichst frei von potenziellen Allergieauslösern und Innenraumschadstoffen sein. Ein regelmäßiger Austausch des Pollenfilters, die Reinigung der Filterumgebung und die Wartung der Klimaanlage leisten dazu einen guten Beitrag“, so Wallrafen, die jedoch zugleich darauf verweist, dass selbst eine vermeintliche Reinigung der Klimaanlage in der Werkstatt des Vertrauens nicht unbedingt gründlich erfolgt. „Nach einer Recherche des DAAB säubern manche Angebote nicht die Klimaanlage, sondern beduften stattdessen den Fahrzeuginnenraum, damit es ‚sauber‘ riecht“, erklärt Wallrafen. Das beste Reinigungsverfahren ist noch immer eine Verdampferreinigung, bei der neben dem Filterwechsel auch dessen Umgebung sowie die Kanäle von Mikroorganismen befreit werden.

Die gründliche Reinigung der Klimaanlage und ihrer Komponenten stellt indes nur einen Aspekt dar. Bedacht werden sollte bei der Verwendung von Klimaanlagen-Reinigungsprodukten zudem, gesundheitsverträgliche Mittel zu verwenden, die den Autoinsassen nicht zusätzlich mit hohen Konzentrationen unterschiedlicher Chemikalien belasten. Auch hierzu warnt Andrea Wallrafen vom DAAB, sei es notwendig, „als Kunde vorher bei der Autowerkstatt zu erfragen, wie und mit welchem Produkt die Klimaanlagenreinigung erfolgt“.

 Duftbäume sind potenzielle Allergieauslöser

In einem vom DAAB durchgeführten Vergleichstest unterschiedlicher Anbieter von Produkten zur Klimaanlagenreinigung vermochte einzig das Reinigungssystem der Firma TUNAP mit der Note „gut“ abzuschließen. Ein Großteil der getesteten Produkte erhielt gar ein „ungenügend“, da die Reinigungsmittel hohe Konzentrationen von Alkoholen, Aldehyden und Ketonen ausschieden, die letztlich die Fahrzeuginsassen eher schädigen würden. Martin Rappenglück, Marketing- und Kommunikationschef des Testsiegers TUNAP, fand daher deutliche Worte zur Verbrauchertäuschung: „Gesunde und frische Luft sind das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Ohne Essen halten wir es zwei Wochen aus, ohne Trinken zwei Tage - doch ohne Luft keine drei Minuten.“

Die Hygiene im eigenen Auto lässt sich demnach mit einem gewissen Engagement und Hinterfragen noch beeinflussen, doch wie sieht es in Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs, Taxen und Mietwagen aus? Auch die Autoindustrie ist gefragt. So verweist Wallrafen darauf, dass der DAAB seit Jahren versucht, Hersteller und Verbraucher gleichermaßen für diese Problematik zu sensibilisieren. Gerade Letztere sind oftmals unaufgeklärt und ziehen einer teuren Reinigung der Klimaanlage durch eine Fachwerkstatt den günstigen Duft- und Wunderbaum aus dem Tankstellenshop vor. „Die darin enthaltenen Duftstoffe sorgen vielmehr nur für ein Überdecken von unangenehmen Gerüchen und sind selbst potenzielle Allergieauslöser“, warnt Wallrafen erneut. Bei der großen Autofrühjahrsputz-aktion, die nun vielerorts eingeläutet sein dürfte, sollten derlei Krankmacher also als Erstes entsorgt werden.

Trotz Allergie stressfrei Auto fahren

- Empfohlen wird, während der gesamten Heuschnupfensaison die Fenster geschlossen zu halten.

- Cabriofahrten sind für Allergiker aufgrund der übermäßigen Frischluftzufuhr tabu.

- Pollen- und Kohleaktivfilter sollten einmal im Jahr, mindestens aber alle 15.000 Kilometer getauscht werden.

- Da Pollen auch über die Kleidung in den Innenraum gelangen, legt man Jacken besser in den Kofferraum.

- Der Innenraum muss regelmäßig ausgesaugt, Oberflächen müssen nass abgewischt werden.

Markus Beims

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