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Auto & Verkehr Ein Kombi im Coupé-Format
Mehr Auto & Verkehr Ein Kombi im Coupé-Format
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00:49 15.08.2009
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Meistens ist es umgekehrt: Erst kommt die Limousine, dann ein Coupé oder Cabrio. Audi hingegen ließ zunächst die zweitürige Coupé-Version der A5-Baureihe anrollen, vor wenigen Monaten ergänzt von einer Cabrio-Variante. Vom 19. September an steht nun der Viertürer in den Showrooms der Audi-Händler.

Das neue Modell heißt offiziell Audi A5 Sportback. Ein Kombi-ähnliches Gefährt, wie der A3 Sportback es darstellt, darf man sich darunter aber bitte nicht vorstellen. Ganz im Gegenteil. Die Karosserielinie des 5er-Sportback folgt eindeutig einer Coupé-artigen Fließheck-Silhouette. Die beiden hinteren Türen sind für ein klassisches Coupé per Defintion zwar nicht vorgesehen, machen das Ein- und Aussteigen für die Hintensitzenden aber um Welten bequemer.

So reiht sich der A5 Sportback ein in die – noch kurze – Liste viertüriger Coupés vom Schlage eines Mercedes-Benz CLS oder des VW Passat CC. Im Unterschied zu denen bietet die Audi-Interpretation des wiederentdeckten Fließheck-Viertürer-Themas aber noch mehr praktische Vorzüge als nur die zusätzlichen Türen für den Fond: die große Heckklappe. Die macht den Weg frei zu einem variabel gestaltbaren Laderaum, der, bei umgeklappten Rücksitzlehnen, bis zu 980 Liter schluckt. In Normalstellung der Sitze beträgt das Fassungvermögen 480 Liter. Das sind nur zehn Liter weniger als bei einem Audi A4 Avant.

Typisches Audi-Ambiente

Bei einem ersten, kurzen Kennenlernen gefiel das neue Audi-Modell bereits im Stand. Zwar lässt sich über Geschmack trefflich streiten, doch am Ende drängt sich die Augenschmeichler-Funktion der gestreckten Coupé-Form immer wieder in den Vordergrund. Da muss man dem Schönling wohl gnädig nachsehen, dass sich die Scheiben der Fondtüren nicht vollständig öffnen lassen. Das Platzangebot auf den hinteren Plätzen ist ausreichend, wenngleich groß gewachsene Menschen schnell Kopfkontakt zum frühzeitig fallenden Dachhimmel bekommen.

In der ersten Sitzreihe überzeugt der A5 Sportback wie seine zweitürigen Geschwister mit dem typischen Audi-Ambiente aus ordentlicher Übersichtlichkeit und hoch perfektionierter Material-
anmutung. Das Platzangebot entspricht dem eines A4. Die Fahrzeugbedienung gibt keinerlei Rätsel auf – für den Audi-Kenner ohnehin nicht, aber eben so wenig für markenfremde Fahrer.
Die müssen sich bei Interesse für den A5 Sportback vom Start weg mit einem ordentlich gestaffelten Angebot an Motoren und Getrieben auseinandersetzen. Es besteht aus Vier- und Sechszylindermotoren in Diesel- und Ottobauart. Die spritzen ihren Treibstoff durch die Bank auf direktem Wege in die Zylinder ein, wo dieser überweigend auf mittels Turbolader vorverdichtete Verbrennungsluft trifft. Einzig der Sechszylinder-Benziner 3.2 FSI gönnt sich noch das freie Ansaugen. Abgasseitig sind mit Katalysatoren, Abgasrückführung und Partikelfiltern alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die nächste Schadstoffminderungsstufe Euro 5 locker zu unterbieten.

Drei Getriebe zur Auswahl

Auf der Getriebeseite wählt der Sportback-Kunde zwischen Sechsgang-Handschaltung, stufenloser Automatik „Multitronic“ oder Siebengangautomatik mit Doppelkupplungstechnik namens „S-Tronic“. Frei mit allen Motoren und Antriebsarten kombinierbar sind diese drei Alternativen gleichwohl nicht: Die S-Tronic übersetzt immer dann, wenn man sich für eine Variante mit Allradantrieb entscheidet, während die Mulitronic eine aufpreispflichtige Alternative zum serienmäßigen Schaltgetriebe bei den Fronttrieblern ist.

Mit einer Start-Stopp-Automatik sparen vorerst ausschließlich die Vierzylinder Diesel- und Ottomotoren. Für Sparfüchse unter den Automatikfahrern bleibt derweil zum ökologisch korrekten Motorstopp im Stau oder an roten Ampeln nur das durchaus lästige, manuelle Prozedere aus „Wählhebel auf N – Motor aus – Motor an – Fuß auf die Bremse – Wählhebel auf D“ – puuh.
Bei unserer ersten Probefahrt gefielen besonders die Vierzylinder. 170 PS und 350 Newtonmter Zugkraft liefert der TDI 2.0, auf 180 PS und 320 Nm bringt es der vorerst schwächste Benziner. Beide laufen leise und arbeiten zugleich kraftvoll, wobei der Selbstzünder noch zusätzlich mit seinem ziemlich niedrigen Durst von 5,2 Liter je 100 Kilometer im Messzyklus beeindruckt. Aber auch die 7,4 l Superbenzin je 100 km des Benziners weisen in die richtige Richtung.

Von Christiane Wildhage