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13:50 18.04.2011
Front an Front aufgestellt: Optisch haben sich T-Modell und Limousine der C-Klasse nur wenig verändert. Foto:.Werk
Front an Front aufgestellt: Optisch haben sich T-Modell und Limousine der C-Klasse nur wenig verändert. Foto:.Werk Quelle: Daimler AG
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Gemeckert haben viele, gekauft aber auch: Als die jetzt modernisierte Ausgabe der Mercedes-Benz- C-Klasse vor vier Jahren debütierte, gab es reichlich Kritik. „Billiges Ambiente“, maulten selbst eingefleischte Freunde der Marke. Dem Markterfolg der Baureihe tat der stellenweise lieblose Plastiklook keinen Abbruch. Mit 1,2 Millionen produzierten Exemplaren tragen C-Klasse- Limousine und -Kombi mit der internen Nummer 204 einen  ganz dicken Batzen zu insgesamt 8,5 Millionen Stück der sogenannten kleinen Baureihe bei. Die kam 1982 erstmals auf die Straße, hieß damals 190er und war weit davon entfernt, sich als definitiv tragende Säule des Mercedes-Benz-Pkw-Programms verstehen zu dürfen.

Heute ist das anders. Geht’s der C-Familie schlecht, hat die Marke ein Problem. Damit das nicht passiert, sind grundlegende Modellpflegemaßnahmen etwa zur Mitte der geplanten Modelllaufzeit ein gern genommenes Auffrischungsmittel. Im vorliegenden Fall der gelifteten C-Klasse zugleich ein Akt mit vergleichsweise viel Tiefgang. Dabei fallen die Modifikationen an Front und Heck nicht einmal so besonders stark auf. Was, nebenbei gesagt, dem Werterhalt der „alten“ Exemplare guttun wird. Vielmehr ist es das viel gescholtene Interieur, das jetzt auf ganzer Linie überzeugt.

Der Schwerpunkt der C-Auffrischung lag ganz klar im Innenraum und dort vornehmlich auf der Neugestaltung der Instrumententafel. Ziel laut Daimler: Finden einer kraftvollen, sportlichen und zugleich hochwertigen Neuauflage. Ziel erreicht, meinen wir. Und geben dabei gern zu, dass wir über Geschmack nicht streiten wollen. Aber die nun gefundenen Linien und Materialien lassen die C-Klässler wieder wie einen echten Mercedes dastehen. Ums Reinsetzen, Anfassen und Ausprobieren kommt kein ernsthaft kaufinteressierter Mensch herum, mögen moderne Internetpräsentationen auch noch so multimedial aufgepeppt sein. Und an der ausgiebigen Probefahrt führt sowieso kein Weg vorbei. Dass man dabei die Katalogwerte für Fahrleistung und Kraftstoffdurst überprüfen könnte, ist zwar nicht zu erwarten.

Aber die doch ganz erheblichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Motoren nebst alternierender Getriebekombinationen lassen sich schnell herausfinden. Egal, ob man sich bei der Vorauswahl für einen Ottomotor oder einen Diesel, einen Vier-, Sechs- oder gar AMG-Achtzylinder, ein Handschaltgetriebe oder eine Getriebeautomatik, Heck- oder Allradantrieb entscheidet, in jedem Fall hat man es bei der verjüngten C-Klasse von nun an (mit einer Ausnahme) immer mit einer Start-Stopp-Automatik zu tun. Die macht ihren Job erstaunlich gut, was sich in ihrer beinahe unmerklichen Art noch am besten dokumentiert.

Dass auch die Automatikfans – in der Welt der C-Klasse immerhin 65 Prozent aller Kunden – von der verbrauchssenkenden Mimik profitieren können, ist im automobilen Umfeld noch eine ausgesprochene Ausnahme. Ziemlich allein steht die aufgefrischte C-Klasse auch bei der Sicherheitsausstattung da. Jedenfalls bei der optionalen: Für reichlich Geld gibt’s allerlei Extras aus der technologisch führenden S-Klasse nun auch fürs Volk zu kaufen. Zehn Fahrerassistenzsysteme von der – aufpreisfreien – Müdigkeitserkennung bis zur automatischen Abstandsregelung nebst Notbremsfunktion hieven die C-Klasse auf ein neues Sicherheitsniveau. Die Assistenzsysteme basieren auf Radar-, Kamera- und Sensortechnik und sind auf häufige Unfallursachen wie zu geringer Abstand, Übermüdung und Dunkelheit abgestimmt. Bei unserem ersten Kennenlernen haben wir die eine oder andere Hilfestellung des Autos zunächst durchaus geschätzt, uns nach einigen kleinen Fehlfunktionen dann aber auch gefreut, dass man die Systeme auch abschalten kann.

C-Klasse-Kunden können ihr Fahrzeug auch multimedial voll aufrüsten. In der C-Klasse debütiert eine neue Telematik-Generation. Mehr Bedienkomfort, größere Displays, Telefonbuchübertragung, SMS-Anzeige sowie das drahtlose Abspielen von Musik per Bluetooth und eine USB-Schnittstelle, die jetzt in der Mittelarmlehne untergebracht ist, zählen zu den wesentlichen Neuerungen. Das Multimedia-System „Comand-Online“ bietet erstmals einen Internetzugang.

Front an Front aufgestellt: Optisch haben sich T-Modell und Limousine der C-Klasse nur wenig verändert. Foto:.Werk

Von Hans-Jürgen Wildhage