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Auto & Verkehr Eine Handbreit mehr für die Familie
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12:28 19.08.2013
Der Kleinwagen Fiat 500 mutiert in der Living-Version zum kompakten Van. Quelle: Herrsteller
Hannover

Fiat setzt auf Emotionen. Nach dem 500 und dem 500L, der 2015 gar zum offiziellen Automobil der Weltausstellung in Mailand avanciert, sollen künftig zwei weitere Varianten des Großraumwagens Gefühle mobilisieren. Der 500L Trekking steht bereits seit Ende Juni zu Preisen ab 19.950 Euro bei den Händlern, der Kompaktvan 500L Living wird sich im September dazugesellen und das Modellangebot der Baureihe zum Trio erweitern. Bei knapp 19.000 Euro wird der Einstiegspreis für den 4,35 Meter langen Wagen liegen, der das Grundmodell in der Länge um 20 Zentimeter übertrifft und bis zu sieben Sitze bietet.

Das Wachstum erzielt der Fiat Living allein durch einen Anbau am Heck. Radstand (2,61 Meter) und Breite (1,78 Meter) sind mit denen des Grundmodells identisch, erst hinter der Tankklappe macht sich der große Fiat lang. Der erheblich vergrößerte Überhang stört die Optik keineswegs, die Karosserieform hat nichts von ihrer ursprünglichen Gefälligkeit verloren. Ein knuffiges Gesicht und die Option auf eine Lackierung des Dachs in Kontrastfarbe gehören zur Serienausstattung.

Unterschiedliche Innenaustattungen

Zwei verschiedene Innenausstattungen stehen zur Wahl. Die Version Popstar gefällt sich in ausgeprägter Farbigkeit und wird wohl eher die junge Familie ansprechen. Die Loungevariante im gedeckten Ton-in-Ton-Design gibt dem Interieur eine fast schon edle Note, die Verarbeitung hinterlässt einen hinreichend soliden Eindruck. Während die Living-Variante bis zur C-Säule mit der kürzeren 500L-Ausführung identisch ist, sind die beiden Zusatzsitze im Bodenfach des bis zu 638 Liter großen Kofferraums untergebracht. Sehr einfach lassen sie sich aufrichten und nicht ganz so einfach besetzen. Für Erwachsene ist die Kletterpartie ins Heck des 500L Living trotz der um fast 20 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank ein Abenteuer, für Kinder eher ein Vergnügen. Sind die Plätze in der letzten Reihe nicht belegt und klappt man die mittlere Bank nach vorne, entsteht ein 1.708 Liter fassender Kofferraum. Das ist selbst für anspruchsvollere Transportaufgaben groß genug.

Drei Motoren stehen zur Auswahl

Zum Marktstart bietet Fiat drei Motoren an. Einziger Benziner ist zunächst der zweizylindrige Twin-Air-Turbo mit 0,9 Liter Hubraum und 77 kW/105 PS. Der genügt dem 500L Living für entspanntes Vorankommen, zeigt sich aber auch in dieser Modellvariante nicht als Meister des Sparens. Fast acht Liter Benzin gab zumindest der Bordcomputer als Verbrauchswert für 100 Kilometer nach einer ausgedehnten Probefahrt um Mailand herum an, die einen ausgewogenen Mix aus Autobahnen, Landstraßen und Stadtverkehr beinhaltete. Genügsamer sind die beiden Diesel, die 62 kW/85 PS bzw. 77 kW/105 PS bei Hubräumen von 1,3 und 1,6 Litern leisten. Dank der höheren Drehmomente erlauben sie schaltfaules Fahren, was gerade dem Benziner gut zu Gesicht stände. Sein manuelles SechsGang-Getriebe ist kein Musterknabe, was Schaltbarkeit und Präzision angeht. Bis zum Jahressende werden zwei weitere Motoren, ein Benziner und ein Diesel, die Triebwerkspalette erweitern, sie leisten beide 88 kW/120 PS.

Erfreulich harmonisch ist die Abstimmung der Federung geraten. Sie verwöhnt mit viel Komfort auf schlechter Wegstrecke, in Kauf genommen werden muss dabei jedoch eine deutliche Seitenneigung der Karosserie, wenn es um die Kurven geht. Die Lenkung arbeitet recht genau, die Bremsen lassen sich weich und mit genauem Druckpunkt dosieren.

Navigationssystem kostet extra

Zur Ausstattung zählen in allen Versionen Klimaanlage, Tempomat, ein Radio mit Touchscreen-Bedienung und Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Für die Zweifarben-Lackierung und das Navigationssystem werden Aufpreise fällig. Für etwa 200 Euro soll es sogar eine Espresso-Maschine im L500 Living geben. Die genauen Preise stehen noch nicht fest und werden erst zum Verkaufsbeginn festgelegt.

Trotz aller Zuversicht, die Fiat-Chef Gianluca Italia an den Tag legt, sind die Verkaufsziele für die beiden Derivate eher verhalten. 15 Prozent sollen in Zukunft die Trekking-Versionen ausmachen, für die siebensitzigen Living-Varianten werden für den deutschen Markt gar nur zehn Prozent Anteil am Volumen des 500L prognostiziert. Der Trekking soll bei den kleinen Fluchten aus dem Alltag helfen. Offroadtypische Anbauteile, eine um 1,5 auf 14 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit und die Traktionshilfe in Form einer elektronischen Differenzialsperre helfen auf schlechten Wegen weiter. Sein Basismodell ist mit dem 70 kW/95 PS starken 1,4-Liter-Vierzylinderbenziner ausgestattet, das im 500L Living nicht angeboten wird. Zur Wahl steht außerdem das automatisierte Schaltgetriebe Duallogic, das 1.200 Euro Aufpreis kostet und mit dem kleineren Dieselmotor kombiniert werden kann.

Fiat 500l Living

Motor: 1 Benziner, 2 Diesel

Benziner: 77 kW/105 PS

Diesel: 62/85-77/105 kW/PS

Max. Drehmoment: 145-320 Nm

CO2-Emission: 114-122 g/km

Beschleunigung (0-100km/h): 11,3-14,9 s

Höchstgeschwindigkeit: 165-181 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,35/1,78/1,67 m

Verbrauch: 5,1 l Super, 4,3/4,7 l Diesel

Kofferraum: 560-1708 l

Radstand: 2,61 m

Preis: ca. 19 000 bis 22 000 Euro

Fazit:

+ Allrounder für praktische Naturen mit Sinn für Design

– der Benziner schluckt zu viel, die Seitenneigung ist beträchtlich

Martin Andörfer

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