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Auto & Verkehr Frankreichs eierlegende Wollmilchsau
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01:00 06.06.2009
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Bei Peugeot, dem großen Hersteller kleiner Kraftwagen, läuft es derzeit gut. Dank Abwrackprämie können die Franzosen hierzulande ein sattes Plus von 19,4 Prozent für die ersten vier Monate verbuchen. Aufs ganze Jahr gerechnet, will Peugeot sein bisheriges Superjahr – das war 1991 mit 13.200 verkauften Einheiten – noch übertreffen. In dem stetig wachsenden Segment der Golf-Klasse sind Variationen gefragt, um jedem denkbaren Kundenwunsch ein entsprechendes Modell anbieten zu können. Peugeot bringt nun eine weitere Variante des Peugeot 308 auf den Markt.

Der neue Peugeot 3008, der von diesem Sonnabend an bei den Händlern steht, ist eine Mischung aus Limousine, SUV und Van – ein sogenanntes Cross-over-Modell. In ihm sollen sich die Vorteile aller drei Bauformen vereinen. Der Peugeot 3008 ist der Golf Plus der Franzosen; Peugeot selbst sieht eher den VW Tiguan als direkten Wettbewerber.

Reiner Fronttriebler

Das Fahrzeug teilt sich die Plattform mit dem 308, ist jedoch neun Zentimeter länger und 14 Zentimeter höher als die Schräghecklimousine. Das schafft Raum für eine leicht erhöhte Sitzposition. Sein bulliger Auftritt und die größere Bodenfreiheit erinnert an einen Offraoder. Allerdings wird der 3008 zunächst als reiner Fronttriebler angeboten. Die bessere Rundumsicht eines Offroaders bleibt ihm jedoch erhalten. Für die Traktion sorgt eine fünfstufige Traktionskontrolle „Grip Control“. Sie nimmt unterschiedliche Bodenverhältnisse, wie Matsch, Schnee oder Sand wahr, und reagiert entsprechend. Für etwas mehr Grip ist damit gesorgt, ohne den Mehrverbrauch eines Allradlers auch bei normalen Straßenverhältnissen stets mittragen zu müssen.

Der Kofferraum des Peugeot 3008 bietet alle denkbaren Verwandlungsmöglichkeiten. Die Rücksitze sind umklappbar, und die drei Ebenen im Kofferraumboden sorgen für ein variables Gepäckraumvolumen von 432 bis 1241 Liter. Der Kofferraumboden lässt sich in drei unterschiedlichen Höhen fixieren, was ein bequemeres Ein- und Ausladen ermöglicht.

Eine neues Sicherheitsfeature ist beim 3008 die elektrische Handbremse, die erstmals bei den Franzosen zum Einsatz kommt. Sie löst sich beim Anfahren, sowie die Kupplung getreten wird, und sichert den Wagen automatisch, wenn er zum Stillstand gekommen ist. Das serienmässige ESP ist aus Sicherheitsgründen ab 50 km/h nicht mehr abstellbar. Ein dynamischer Wankausgleich sorgt dafür, dass insbesondere Kurvenfahrten, von den Fondpassagieren als deutlich angenehmer wahrgenommen werden.

Die Motorenpalette gestaltet sich zur Markteinführung übersichtlich. Zur Auswahl steht ein 1,6-Liter-Benziner mit 88 kW/112 PS, der bereits aus vielen Peugeot und Citroën bekannt ist, und ein 2,0-Liter-Diesel, der 110 kW/150 PS leistet. Der Diesel wurde zusammen mit BMW entwickelt, ist leise und überaus elastisch. Der Benziner genehmigt sich im Drittelmix 7,2 Liter je 100 Kilometer, während der leistungsstärkere Diesel sich laut Hersteller mit ansehnlichen 5,6 l/100 km begnügt. Beide Motoren sind abgasgereinigt nach der zukünftigen Euro-5-Norm und werden ausschließlich mit Schaltgetriebe angeboten. Im Herbst kommt ein weiterer Benziner mit 115 kW/156 PS hinzu. Für 2010 ist ein Hybrid-Allradler geplant. Er soll über 147 kW/200 PS verfügen. Die 4,1 Liter auf 100 Kilometer oder 109 Gramm CO2 je Kilometer erreicht er bei dieser Leistung durch einen Elektromotor. Preislich soll der Hybridallradler eine ähnliche Differenz aufweisen, wie derzeit der Diesel zum Benziner. Der Peugeot 3008 wird als Benziner ab 21.500 Euro angeboten. Der Diesel mit 150 PS liegt bei 27.550 Euro.

Von Christiane Wildhage

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