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Auto & Verkehr Gelände auf Italienisch
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09:05 29.10.2012
Stimmig: Gestalterisch macht den Italienern kaum jemand etwas vor, wie man im Innenraum des Panda sehen kann.
Stimmig: Gestalterisch macht den Italienern kaum jemand etwas vor, wie man im Innenraum des Panda sehen kann. Quelle: Hersteller
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City-Flitzer, Familienauto, Lastenesel oder einfach nur das kleinste SUV der Welt: Die Meinungen zum neuen Fiat Panda 4×4, dem allradbetriebenen Kleinwagen, gehen weit auseinander. Eine klar definierte Zielgruppe für den italienischen Mini-Offroader scheint es nicht zu geben. Dabei beweist der Allrad-Panda durchaus Allroundqualitäten. Es ist demnach für jeden etwas dabei - doch die Frage muss erlaubt sein: Wer benötigt einen geländegängigen Kleinwagen?

Um das zu verstehen, hilft ein kurzer Blick in die Geschichte. 1980 brachte Fiat die erste Generation des Panda auf den Markt, bereits 1983 folgte die Allradversion, die sich bis heute knapp 420000-mal verkaufte. In Südeuropa schwören noch immer zahlreiche Bauern auf ihren unverwüstlichen Minigeländewagen. Und Fiat verweist stolz auf „das einzige Allradauto in diesem Fahrzeugsegment“. Keinen Wettbewerbskonkurrenten in jener Klasse neben sich zu wissen, muss indes nicht zwangsläufig bedeuten, exklusiv eine Nische besetzt zu haben, auf die sich nun jeder Kaufinteressent unbesehen stürzt. Und deshalb präsentiert Fiat neben der 4×4-Allradversion sogleich noch drei Alternativen: den Fiat Trekking, das Modell Natural Power sowie den Panda EasyPower.

Ziel der Ingenieure ist es gewesen, die Straßenlage des Panda 4×4 deutlich zu verbessern, um den Kleinwagen auch den Stadtbewohnern schmackhaft zu machen. Mit Stil und Persönlichkeit soll der Panda-Pilot die Verkehrshindernisse vollgestopfter Innenstädte umkurven. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Dies ist absolut gelungen. Trotz des höheren Schwerpunktes aufgrund der Bodenfreiheit lässt sich das „Allrad-Citycar“ selbst auf kurvigen Straßen problemlos fahren. Übermäßige Wankbewegungen - Fehlanzeige. Und im Gelände sollen Steigungen bis zu 70 Prozent möglich sein. Fiat setzt beim neuen Panda 4×4 dabei auf das Antriebssystem „Torque on demand“ („Drehmoment auf Abruf“), das automatisch dann eingreift, wenn es gebraucht wird. Der Testwagen jedenfalls hat dem Fahrer im Gelände zu keiner Zeit das Gefühl vermittelt, ihn auch nur eine Sekunde im Stich zu lassen. Extreme Steigungen meistert der kleine Panda-Bär mit Bravour. Diese Schwierigkeitsstufen freilich wird ein Großteil der Käufer nicht im Blick haben. Doch der Panda 4×4 vermag auch mit dem größten Kofferraum seiner Klasse zu glänzen. Ein deutlicher Pluspunkt.

Der Fiat Panda 4×4 ist mit zwei Motorisierungen erhältlich, die beide über eine Start-Stopp-Automatik verfügen: Der neue 0,9-Liter-TwinAir-Turbo-Zweizylinder-Benzinmotor mit 63 kW/85 PSund der 1,3-Liter-Multijet-II-Dieselmotor mit 55 kW/75 PS können im Test überzeugen. Mit einem kombinierten Normverbrauch von unter fünf Litern erfüllen zudem beide Motorisierungen die Ansprüche an ein sparsames Vorankommen. Während der Benziner serienmäßig ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe an Bord hat, wird der Diesel als Fünf-Gang-Schalter angeboten. Zur Serienausstattung gehören neben ESP eine manuelle Klimaanlage, ein CD/MP3-Radio, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 175/65-R15-M+S-Bereifung, elektrische Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und Kopfstützen hinten.

Viel Auto in kleiner Verpackung? Erst die hierzulande so beliebte, weil markante Offroad-Optik mit dem sichtbaren Unterbodenschutz lässt den kleinen Panda erwachsener erscheinen. Auch das Auge entscheidet schließlich beim Kauf, nicht allein der Geldbeutel. Mit Preisen ab 16390 Euro steht der Panda 4×4 im Vergleich zu anderen Allradautos tatsächlich gut da. Kleine Motoren und Fahrspaß müssen sich keinesfalls ausschließen. Die Agilität, mit der das Testauto sowohl im Gelände als auch auf dem Asphaltparcours überzeugt, verspricht demnach tatsächlich vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Fiat bezeichnet den 4×4 gar als „perfektes Bindeglied zwischen Erst- und Zweitwagen“. Der Panda bietet schließlich als Fünftürer den Komfort eines Kompaktwagens und soll somit zudem junge Familien ansprechen, die sowohl Alltag als auch Freizeit mit ihrem Gefährt meistern wollen.

Die Deutungsvielfalt zum Panda 4×4 bleibt auch nach Abschluss der Testfahrt dem Einzelnen überlassen. Der Panda macht nämlich als City-Flitzer im Großstadtdschungel ebenso eine gute Figur wie als Offroader im Gelände. Als kleinstes SUV aller Zeiten vermag der Panda 4×4 demnach allemal zu überzeugen. Ob er in deutschen Großstädten allerdings einen ähnlichen Kultstatus erreichen wird wie in der südeuropäischen Landwirtschaft, bleibt abzuwarten.

Motoren:1 Benziner, 1 Diesel Benziner: 63/85 kW/PS Diesel: 55/75 kW/PS Max. Drehmoment:145/190 Nm CO2-Emission:114/125 g/km Beschleunigung (0–100km/h):12,1/14,5 s Höchstgeschwindigkeit:159/166 km/h Länge/Breite/Höhe:3,69/1,67/1,88 m Verbrauch:4,7 l Diesel, 4,9 l Super Leergewicht:1050–1115 kg Kofferraum:225 l Preis:16?390 (Twin Air) und 17?290 Euro Fazit: vielseitig einsetzbar, ?gute Serienausstattung nichts für die Langstrecke,?niedriger Imagewert