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00:25 02.04.2011
Flott: Das Design des Micra ist deutlich erwachsener geworden – die „Babyaugen“ der Frontscheinwerfer sind Vergangenheit. Foto: Werk
Flott: Das Design des Micra ist deutlich erwachsener geworden – die „Babyaugen“ der Frontscheinwerfer sind Vergangenheit. Foto: Werk Quelle: Francesc Montero Desembre
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Ab sofort steht die vierte Generation des Nissan Micra ab 10 740 Euro bei den Händlern. Das Drama in Japan wird dabei auf die Verfügbarkeit des kleinen Viertürers keinen Einfluss haben: Der Nissan Micra für den deutschen Markt kommt aus einem Werk in Indien.

Nissan bietet für den neuen Micra zwei Antriebsaggregate an. Beides sind Varianten des 1,2 Liter großen Dreizylinders aus der neuen HR12-Benzinmotoren- Familie. Für jede Motorvariante steht ein manuelles Fünfganggetriebe und eine neu entwickelte, stufenlose CVT-Automatik zur Auswahl. Allerdings: Zur Markteinführung gibt es zunächst nur einen Motor im Angebot.

Dieser neu entwickelte Dreizylinder-Benzinmotor leistet 59 kW/80 PS. Nach dem ersten kurzen Kennenlernen scheint die Kraft der 110 Newtonmeter auszureichen, um recht flott unterwegs zu sein. Das Vorgängermodell besaß nur 48 kW/ 65 PS und kostete schon als Zweitürer 11 220 Euro. Der neue Nissan Micra ist also nicht nur günstiger, sondern zugleich auch leistungsstärker geworden als das Vorgängermodell. Mit einem CO2-Wert von 115 Gramm je Kilometer ist der Neue zudem schön umweltfreundlich.

Das neue Automatikgetriebe kostet optional 1200 Euro Aufpreis. Der Mehrpreis scheint durchaus vertretbar. Jedenfalls an den Vorzügen der Handschaltalternative gemessen. Das Fahren im städtischen Trubel ist einfach zwei Klassen komfortabler. Und die Investition mag auch deshalb lohnend sein, weil man ansonsten während des Anfahrens mit dem Schalter die Kupplung doch unwillkürlich immer reichlich schleifen lässt.

Ein Dieselmotor wird im neuen Nissan Micra nicht mehr angeboten. Eine schlaue Entscheidung, denn Selbstzünder sind für Kurzstrecken-Kleinwagen betriebswirtschaftlicher Blödsinn. Der im Herbst auf den Markt kommende zweite Motor des Nissan Micra wird ein Direkteinspritzer sein, der mithilfe eines Kompressors 72 kW/98 PS erzeugt. Die CO2-Emissionen sinken bei dieser Bauart auf nur noch 95 g/km. Wenn man das auch im Alltag und nicht nur auf dem Prüfstand erreichen kann, wäre das sehr wenig für einen Benziner.

Nissan bietet den kleinen Flitzer in den Ausstattungslinien Visia, Acenta und Tekna an. Sämtliche Modelle verfügen serienmäßig über eine elektrische Servolenkung, ABS, ESP, sechs Airbags und elektronische Fensterheber für Fahrer- und Beifahrerfenster. Für die Visia-Ausstattungslinie ist eine manuelle Klimaanlage optional verfügbar. Der neue Nissan Micra wird in seiner vierten Generation ausschließlich als Viertürer angeboten.

Die Acenta-Modelle verfügen über eine Radio/CD-Kombination, eine Klimaautomatik, eine Geschwindigkeitsregelanlage und eine im Verhältnis 60:40 komplett umlegbare Rückbank. Das Ladevolumen steigt damit von 265 Litern auf ganze 1132 Liter. Das Fahrzeug ist sechs Zentimeter länger als das Vorgängermodell, was der Beinfreiheit der Fondpassagiere oder bei umgelegter Rückbank dem Ladevolumen zugutekommt. Die Top-Variante Tekna besitzt das kombinierte Satellitennavigations- und Entertainmentsystem Nissan Connect und einen Parkguide-Assistenten. Letzterer taxiert jedoch lediglich die Länge von Parklücken, wenn er zuvor aktiviert wurde und man an der Parklücke langsam vorbeigefahren ist. Dieses Einparksystem signalisiert dem Fahrer oder der Fahrerin, ob der vorhandene Platz für den Micra als Parklücke ausreichend ist oder nicht. Es vollzieht allerdings keinerlei Lenkmanöver, wie es beispielsweise die Parkhilfen von Volkswagen tun.

Um auf ein Leergewicht von maximal 985 Kilogramm – 36 Kilo weniger als beim Vorgänger – zu kommen, wurde in allen Bereichen abgespeckt. Wesentlichster Unterschied dürfte sein, dass man von einem Vierzylindermotor auf einen Dreizylinder umgestiegen ist. Aber auch der 41-Liter-Tank wurde um zwei Kilogramm erleichtert, sogar die Sitze wurden leichter – ohne dabei an Komfort zu verlieren.

Im Hamburger Stadtverkehr gefiel uns überdies der Wendekreis von 9,30 Metern. Das lässt Wendemanöver im innerstädtischen Bereich zu einem Kinderspiel werden. Und dann freut uns noch, dass 98 Prozent aller im neuen Nissan Micra verwendeten Teile „recycelbar“ sind. Leider sagt diese schöne Quote nichts darüber aus, ob die vielen Teile eines Tages einmal auch wirklich recycelt werden.

Von Ch. Wildhage

26.03.2011
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