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Auto & Verkehr Jetzt macht auch Peugeot Familien mobil
Mehr Auto & Verkehr Jetzt macht auch Peugeot Familien mobil
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00:56 28.11.2009
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Zugegeben: Es ist eine ganze Weile her. In den siebziger und achtziger Jahren gab es schon mal Peugeot-Automobile mit der Ziffer 5 am Beginn der Typbezeichnung. 504 und 505 waren in ihren „Familiale“ getauften Kombiversionen das, was man damals getrost als Raumwunder bezeichnen konnte – der eine oder die andere mag sich vielleicht noch erinnern. Jetzt gibt es wieder einen Peugeot mit der 5 vorn: 5008 heißt der neue Kombi. Genauer gesagt ist das bis zu siebensitzige Familienmobil ein Vertreter aus der Klasse der Kompaktvans. Wettbewerber wie Opels Zafira oder das – zwar spät gestartete, aber dann hierzulande sogleich zum Marktführer avancierte – Volkswagen-Pendant Touran bilden den Kern dieser Fahrzeuggattung.

Variabilität gehört zum Van

Typisch für Kompaktvans ist eine gegenüber normalen Kombis leicht erhöhte Sitzposition. Kombinationsmöglichkeiten in Hülle und Fülle im Bereich hinter der ersten Reihe werden da geboten, denn es gilt, multifunktional zu sein. Beim neuen 5008 wird sitzmäßig einzeln voll versenkt, was am Ende Laderaumvolumina von bis zu 1754 Liter möglich macht. Oder sogar noch etwas mehr, klappt man die in der Topversion serienmäßig variable Sitzlehne des Beifahrergestühls um. Aber schon der normale Kofferraum hat mit 679 Liter Fassungsvermögen ein ordentliches Format, und beim ersten Kennenlernen konnte sogar die riesige Heckklappe mit moderater Schließkraftanforderung gefallen.

Menschen oder Koffer laden

Kofferraum Ade heißt es allerdings, wenn tatsächlich sieben Menschen im 5008 reisen sollen – im Raum über der Hinterachse sitzen dann die Passagiere sechs und sieben auf ihrem aufpreispflichtigen Klappgestühl. Dafür lassen nette Kleinigkeiten wie eine herausnehmbare Taschenlampe im Kofferraum ein schönes Maß an Liebe zum Detail aufblitzen. Die bereits erwähnte, umklappbare Beifahrersitzlehne wirft schnell die Frage nach dem „Warum haben das nicht alle Kombis?“ auf, und auch die zusätzlichen Klappen an den Sitzlehnen erweisen sich als praktisch. Dass sich die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe zudem in Längsrichtung verschieben lassen und überdies mit einstellbarer Lehnenneigung aufwarten, erfreut Langstreckenreisende überdies.

Liebe zum Detail vermittelt aber auch das Umfeld in der ersten Sitzreihe. Das Arrangement aus Anzeigen und Bedienelementen sieht schön aus, informiert mit klaren Anzeigen und lenkt nicht unnötig vom Fahren ab. Mit einer Ausnahme, zumindest für Peugeot-Ungeübte: Die Radio- und Tempomatjustierung mittels Lenkradsatelliten bedarf schon eines gewissen Maßes an gutem Willen, zumindest aber der Gewöhnung.

Begriffe wie sportlich oder dynamisch sollte man bei intensiverer Annäherung an den Peugeot 5008 in die Welt von Marketingfabeln verbannen. Flotter Raumgleiter trifft das Fahrgefühl in diesem Kompakt-Van viel besser. Vom gut einstellbaren Lenkrad aus steuert es sich sehr kommod und ziemlich entspannt.
Besonders die Turbomotoren – neben den beiden Selbstzündern ist auch der stärkere Benziner ein solcher – prägen und unterstützen die souveräne Art gelassener Fortbewegung, weil sie hektische Schaltmanöver zum Abrufen ausreichender Fahrleistung vielfach entbehrlich machen.

ESG: Tippen statt schalten

Das ist auch gut so, denn in Sachen höchsten Fahrkomforts dank Getriebeautomatik muss sich die Käuferschaft noch gedulden: Vorerst gibt’s nur Handschalter. Dank günstig platzierten Schaltknaufs gelingt der manuelle Übersetzungswechsel einwandfrei, aber mehr auch nicht. Da kann die für den 1,6-Liter-Diesel lieferbare Schaltungsautomatisierung zumindest mal eine Probefahrt wert sein. Uns jedenfalls hat der Gangwechsel per Fingertipp und ohne lästiges Treten eines Kupplungspedals gut gefallen. Das ESG, wie Peugeot sein elektronisch gesteuertes Sechsgang-Schaltgetriebe nennt, ist zudem für realtiv kleines Geld – plus 600 Euro – zu haben. Eine Vollautomatik kostet anderswo locker das Dreifache.

Wie gesagt: Wer mit der Getriebealternative ESG liebäugelt, kommt am 1,6-Liter-Diesel (109 PS) nicht vorbei. Das ausreichend leise Maschinchen legt sich bei vollem Ladedruck (260 Nm im kurzzeitigen Overboost-Betrieb) kräftig ins Zeug und bewegt den 5008 ordentlich voran, ist aber nur in Euro-4-Abgasgüte lieferbar. Besser kann das die 150 PS starke und schon Euro-5-konforme 2,0-Liter-Version, die mit ihren 340 Nm ziemlich flott agiert. Nicht minder erfreulich arbeitet der Euro-5-Turbobenziner (1,6 l, 156 PS), während sich das nicht minder saubere, jedoch frei saugende Basistriebwerk gleichen Hubraums mit seinen 160 Nm bei hohen 4250 Touren und 120 PS Höchstleistung an einem voll beladenen 5008 ziemlich schwertun dürfte.

Von Hans-Jürgen Wildhage