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Auto & Verkehr Jetzt schafft Porsche endlich Platz
Mehr Auto & Verkehr Jetzt schafft Porsche endlich Platz
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00:21 20.06.2009
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Konkurrenz? Weit und breit nicht in Sicht. „Wir haben uns am Anfang mal den Maserati Quattroporte angesehen, aber der ist dann schnell ausgeschieden“, sagt einer der Entwickler. Und Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer betont: „Für dieses Auto gibt es kein Vorbild.“ Gemeint ist der Porsche Panamera. Er soll die Lücke zwischen 911er und dem Cayenne schließen – ein viertüriger Gran Tourismo, der auf Knopfdruck zum aggressiven Sportwagen mutiert.

Tatsächlich haben die Porsche-Ingenieure beim Panamera alle erdenklichen Register gezogen. Denn die Vorgaben schienen auf den ersten Blick unlösbar: Der Viertürer sollte den Langstreckenkomfort einer Mercedes S-Klasse bieten und gleichzeitig über die typische DNA des 911er verfügen. Das Resultat, das Porsche jetzt auf Schloss Elmau in Oberbayern vorgestellt hat, ist in jedem Fall spektakulär – da steht eine breite, geduckte, lang gestreckte Limousine mit dem typischen Porsche-Gesicht auf mächtigen 19-Zoll-Walzen. Ein Blick ins Innere macht zudem deutlich, warum Porsche von einem völlig neuen Auto spricht: Der Viertürer ist auch ein Viersitzer – die durchgehende, nach vorne zum Armaturenträger hin ansteigende Mittelkonsole ist in Sachen Interieur ein Schritt in ein neues Zeitalter.

Reichlich Platz für vier Personen

Bei der ersten Sitzprobe dann die nächste Überraschung: Auf den hinteren Sitzen haben auch Menschen mit Gardemaß, also mit mehr als 1,90 Zentimeter Körpergröße, bequem Platz. Vorne blickt der Fahrer über die Ränder einer mächtigen Motorhaube – das ist pures Sportwagen-Feeling. Aber wie ist das möglich? Der Kunstgriff, der hier angewandt wurde, ist eigentlich ganz einfach: Im Gegensatz zu konventionellen Reiselimousinen werden im Panamera die Insassen so tief wie in einem Sportwagen platziert. Das macht zwar das Ein- und Aussteigen nicht einfacher, sorgt aber im Fahrgastraum für Platz in Hülle und Fülle. Und das bei einer Höhe von gerade mal 1418 Millimetern.

Damit vier Leute samt Gepäck (445 Liter Kofferraum!) adäquat in Bewegung gesetzt werden, bringt Porsche den Panamera zum Verkaufsstart am 12. September mit zwei riesigen Achtzylindern auf den Markt, einem Saugmotor mit 294 kW/400 PS und einem Turbo mit 368 kW/500 PS. Beide Maschinen (ein Sechszylinder und eine Hybridversion sollen folgen) garantieren einen mächtigen Vortrieb, der von nahezu samtweich über die „Sport“- und „Sport-Plus“-Taste auf bretthart umgeschaltet werden kann. Das Fahrwerk deckt damit jede erdenkliche Lebenslage ab, auch wenn der Panamera nicht ganz die Performance des 911er erreicht. Die Schaltvorgänge übernimmt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, eine Weltneuheit, denn noch nie konnte ein solches Getriebe Drehmomente von 500 Nm bzw. 700 Nm unbeschadet verarbeiten. Ebenfalls technische Neuheiten sind die Start-Stopp-Automatik in Verbindung mit dem Automatikgetriebe und die Luftfederung mit zuschaltbarem Zusatzvolumen in jeder Feder, die das Fahrzeug vor allzu harten Begegnungen mit Bordsteinen etc. schützen soll.

Auf der Straße glänzt der Wagen in allen Disziplinen: Ob als bequem-sportlicher Gran Tourismo auf der Langstrecke oder als bissiger Kurvenfresser auf den zahllosen Kehren der bayerischen Alpen. Das vorzügliche Fahrwerk können auch die 1770 Kilogramm Mindestgewicht nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Womit wir beim typischen Porsche-Fazit angelangt sind: Auch dieses Auto kann mehr als sein Fahrer.

Von Gerd Piper

Technische Daten:

Panamera S, 4S, Turbo
Motor: 2 Benziner
Leistung: 294/400 bis 368/500 kW/PS
Länge/Breite/Höhe: 4970/1931/1418 mm
Kofferraum: 445 bis 1263 Liter
Tankinhalt: 80 Liter
Leergewicht: 1770 bis 1970 kg
Verbrauch: 11,1 bis 12,2 l SuperPlus
CO2-Emission: 260 bis 293 g/km
Beschleunigung (0–100km/h): 4,2 bis 5,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 282 bis 303 km/h
Preise: Panamera S ab 94.4575 Euro
Panamera 4S ab 102.251 Euro
Panamera Turbo ab 135.154 Euro
FAZIT:
+ fahrtechnisch ein Alleskönner
faszinierendes Raumkonzept
- Preisgestaltung typisch Porsche
CO2-Ausstoß wie immer zu hoch