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Auto & Verkehr Klassiker auf der Sonnenseite
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00:30 07.05.2011
Wieder ein Bestseller? Das neue Golf- Cabrio zeigt sich als klassische Schönheit – jetzt ohne Überrollbügel.Foto: Werk Quelle: Leica Camera AG
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Stell dir vor, du fährst ein nagelneues Cabriolet, und keiner sieht hin. Genau das kann Besitzern des neues Golf-Cabrios passieren, wenn VW am 17. Juni wieder ein offenes Fahrzeug seines Weltbestsellers ins Rennen schickt. Das Ergebnis ist dabei so unspektakulär ausgefallen, dass man es glatt übersehen könnte. Doch so absurd es klingt: Diese vermeintliche Schwäche ist gleichzeitig eine große Stärke des Viersitzers. Denn die Wolfsburger sind Weltmeister in der Produktion gefälliger Massenprodukte, die noch nach vielen Jahren optisch und technisch funktionieren. Und die noch auf der Straße zu sehen sind, wenn die Konkurrenz längst verschwunden ist.

Tatsächlich ist das neue Golf-Cabrio alles andere als ein unauffälliges Produkt. Bei näherer Betrachtung fällt sehr schnell auf, dass die Konstrukteure mit viel Sorgfalt ans Werk gegangen sind: Nahezu ansatzlos schwingt sich die A-Säule aus dem Kotflügel empor; schräger als bei der Limousine, was das Fahrzeug nicht nur flacher, sondern von der Silhouette auch deutlich sportlicher macht.

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Im Gegensatz zum etwas höher positionierten VW Eos hat das Golf-Cabrio auch weiterhin ein Textilverdeck. Das öffnet und schließt sich in rekordverdächtigen neun beziehungsweise elf Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Damit das Verdeck in seiner Z-Faltung problemlos im Kofferraum verschwinden kann, musste die Rückbank etwas nach vorne verschoben werden – das war Millimeterarbeit, denn das Platzangebot sollte darunter ja nicht leiden. Dafür ist der Überrollbügel, der „Henkel“, verschwunden, der den Vorgängern den Spitznamen „Erdbeerkörbchen“ eingebracht hat. Heute schießt im Notfall im Bruchteil einer Sekunde ein moderner Überrollschutz aus dem Heck, der mit der verstärkten A-Säule und etlichen Airbags eine größtmögliche Sicherheit garantieren soll.

Ein Hauptaugenmerk bei der Konzeption des neuen Cabrios lag auf dessen Familien- und Alltagstauglichkeit. VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg: „Alles, was ich über Cabriolets weiß, ist in dieses Fahrzeug eingeflossen.“ Und dass es sich dabei um eine Menge Know-how handelt, vermerkt der Ingenieur in einer Fußnote: „Mit 1,4 Millionen verkaufter Cabriolets ist Volkswagen der erfolgreichste Cabrio-Hersteller überhaupt.“ Von den 1,4 Millionen entfielen mehr als 680 000 auf die drei Vorgänger des neuen Golf-Cabrios.

Besonderer Wert wurde auf die Geräuschdämmung bei geschlossenem Verdeck gelegt. Schließlich ist das Cabrio nicht nur als Schönwetterauto ausgelegt. Es soll wie die Limousine das ganze Jahr über funktionieren. Also auch bei Schnee und Eis. Neben einer Klimaanlage gehört deshalb das beheizbare Heckfenster aus Glas zur Serienausstattung, die um ein Winterpaket mit Sitzheizung und beheizbaren Düsen der Schweinwerferwaschanlage erweitert werden kann.

Die Innenausstattung ist typisch Golf – sachlich und qualitativ überzeugend. Wie bei anderen Fahrzeugen aus Wolfsburg gibt es nur eine Ausstattungslinie, die durch diverse Zusatzpakete individualisiert werden kann. Die Motorenpalette umfasst sechs Maschinen aus dem bekannten Golf-Programm mit einem Leistungsspektrum von 77 kW/105 PS bis 155 kW/210 PS. Zum Marktstart stehen vorerst allerdings nur ein Diesel und zwei Benziner zur Verfügung. Dabei handelt es sich um den kleinen Diesel mit 77 kW/ 105PS und zwei Benziner, die 77 kW/ 105 PS beziehungsweise 118 kW/160 PS leisten. Der Rest ist vom Herbst an zu haben. Geschaltet wird der Diesel über einen Sechsgang-Handschalter, für die Benziner gibt es zusätzlich ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Auf der Straße überzeugt das Cabriolet durch sein grundsolides Fahrverhalten. Wobei der Käufer bei der Motorisierung schon eine Vorauswahl trifft, wie er künftig unterwegs sein wird: Entweder entspannt mit den kleinen Maschinen oder durchaus auch etwas sportlicher. Dass der Golf auch die letztere Gangart beherrscht, hat er oft genug bewiesen. Wir hatten bereits die Gelegenheit, den 2.0 TSI mit 155 kW/210 PS in dem Cabrio zu fahren – da kommt durchaus so etwas wie GTI-Feeling auf. Wobei die eigentliche Stärke des Fahrzeugs das entschleunigte Dahingleiten ist. Vor allem mit offenem Verdeck. Dann nämlich befinden sich die Insassen buchstäblich auf der Sonnenseite des Autofahrerlebens.

Von Gerd Piper

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