Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auto & Verkehr Kompakter Kasten zum Kampfpreis
Mehr Auto & Verkehr Kompakter Kasten zum Kampfpreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 11.02.2011
Chevrolet Orlando
Ein Wagen, für den sich Chevrolet nicht schämen muss: Das neue siebensitzige Cross-over-Modell Orlando. Quelle: Werk
Anzeige

Manchmal hat man Glück mit einer Automarke. Da können sich die Kunden freuen, und die Automanager ebenso: „Von diesem Jahr an bieten wir nur noch Fahrzeuge an, für die man sich nicht entschuldigen muss“, sagt Oliver Christoph, Vertriebschef bei der Deutschland-Dependance der US-amerikanische Marke Chevrolet. Na prima. Chevrolet, die viertgrößte Automobilmarke weltweit, feiert dieses Jahr ihr einhundertjähriges Bestehen. Schön, dass es just zum Jubeljahr eine Produktpalette gibt, für die sich das Management nicht verstecken muss.

Was der oberste Autovertreiber bei Chevrolet-Deutschland meint, sind aber nicht die klassischen Chevis à la Camaro oder Corvette, deren man sich eigentlich nie hatte schämen müssen. Vielmehr hebt Oliver Christoph auf das eine oder andere Modell ab, das eigentlich ein koreanischer Daewoo war und seit der voll umfänglichen Eingliederung in die Chevrolet-Nomenklatur wohl den Namen, nicht aber Statur und Eigenschaften geändert hat. Damit ist längst Schluss. Im Vertriebsjahr 2011 ist die komplette Chevrolet-Palette runderneurt, die Modelle haben den Imagewandel geschafft.

Jedenfalls Neulinge wie der Orlando. Das 4,65 Meter lange Kombimodell ist Chevis Antwort auf Nachfragen zum Thema Minvan oder Cross-over. Wobei wir nach dem ersten leibhaftigen Aufeindertreffen von Berichterstatter und Orlando die Sache mit dem Cross-over – Chevrolet sieht in seinem Kombineuling eine Mixtur aus Minivan und SUV – nicht so ernst nehmen wollen. Der serienmäßige Siebensitzer, bei dem wir auf den Plätzen sechs und sieben aber bitte nur ganz kleine Menschen platzieren möchten, ist eigentlich ein etwas flach geratener Hochdachkombi. Die typische, leicht erhöhte Sitzpostion bietet er. Und eine Motorhaube, die zumindest größer gewachsenen Menschen von der ersten Sitzreihe aus noch sehen können. Das macht das Fahren übersichtlich.

Und er offeriert ein Fahrwerk, das uns bei der ersten Ausfahrt rund um die Mainmetropole Frankfurt durchaus erfreut hat. Keine US-amerikanische Weichheit zwischen Karosserie und Reifen, sondern durchaus ein schönes Maß an Straffheit, ohne dabei den Komfort preiszugeben. Die Lenkung arbeitet recht direkt; den Wendekreis kann man als hinreichend innenstadttauglich beschreiben. Und nicht nur das Fahrverhalten macht Freude, sondern auch der Innenraum. Geboten wird aktuelles Chevrolet-Design, das sich an die Gestaltung der Corvette mit einem „Dual-Cockpit“ und blauer Hintergrundbeleuchtung der Mittelkonsole anlehnt. Im Ergebnis gelingt die Bedienung wesentlicher Funktion des Chevrolet Orlando auf Anhieb und ohne Studium der Betriebsanleitung – so soll es sein.

Um sich für einen der drei zur Wahl stehenden Motoren zu entscheiden, sollte anstelle eines Studiums der technischen Daten ebenfalls die Probefahrt zurate gezogen werden. Unser Eindruck: Den Benziner kann man eigentlich vergessen. Wenn man ihn nicht kräftig hochdrehen lässt, hat er schon unbeladen ordentlich mit dem Eigengewicht des Autos zu kämpfen – eine Vollbeladung mit sieben Menschen mögen wir uns da gar nicht vorstellen. Wir haben vielmehr den Eindruck, dass der Otto lediglich zur Darstellung eines – in der Tat – höchst attraktiven Einstandspreises taugt. Zum Fahren mit gewissen Ansprüchen an die Fahrkultur auch bei höherer Belastung möchten wir den Sauger lieber nicht einsetzen.

Die Diesel machen ihre Sache besser – Turbo sei Dank. Und wer sich für den stärkeren der beiden zur Wahl stehenden Diesel mit 120 kW/163 PS anstatt 96 kW/130 PS und 360 anstelle von 315 Nm entscheidet, der kann auch die sehr empfehlenswerte Sechsgangautomatik dazubekommen. Die ist ganz auf niedrige Drehzahlen bei flottem Autobahntempo ausgelegt und dürfte dort für passable Trinksitten auf Langstrecken sorgen.

Im EU-Normverbrauch allerdings patzt der automtische Selbstschalter und fordert unschöne sieben Liter Leichtöl alle 100 Kilometer. Mit der Handschaltung kommt ein Laborwert von glatten sechs Litern heraus. Das kann sich sehen lassen.

Hans Jürgen Wildhage

Auto & Verkehr Suzuki Kizashi und Swift - Allrad für Japaner
11.02.2011