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Auto & Verkehr Lexus hat dazugelernt
Mehr Auto & Verkehr Lexus hat dazugelernt
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17:50 19.06.2012
Dynamisch: Der neue Lexus GS macht zumindest optisch dem BMW 5er Konkurrenz. Quelle: Hersteller
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Hannover

Die Limousine der oberen Mittelklasse wird in zwei Varianten angeboten. Im GS 250 sorgt ein V6-Benziner mit 154 kW/209 PS für Vortrieb, der ab 45200 Euro in der Preisliste steht. Sechs von zehn Käufern in Deutschland werden sich allerdings voraussichtlich für den GS 450h entscheiden. Sein Hybridantrieb aus 3,5-Liter-Benziner und Elektromotor kommt auf eine Leistung von 254 kW/345 PS und auf einen in dieser Klasse außergewöhnlich geringen EU-Normverbrauch von 5,9 Litern. Mit einem Basispreis von 54750 Euro ist er allerdings auch spürbar teurer.

Ein Plus an Dynamik und Sportlichkeit hatten sich Ingenieure und Designer von Lexus bei der Entwicklung auf die Fahnen geschrieben. Der GS, so der Plan, sollte deutlich mehr in Richtung eines BMW 5er positioniert werden. Gleichzeitig durfte die sehr auf Komfort bedachte Klientel nicht verschreckt werden. Klar, dass der reine Hinterradantrieb deshalb nie infrage stand. Bei der Hybridvariante hat Lexus die Ziele gut umgesetzt. Der GS 450h wirkt wesentlich agiler und fahraktiver als bisher. Vor allem schnellere Kurvenfahrten, bisher nicht gerade eine Domäne des eher behäbigen Vorgängers, sind nun eine Freude. Der Hybridantrieb hat im GS eine weitere Leistungsstufe erklommen. Kein anderer Hersteller außer Toyota hat das nicht unkomplizierte Zusammenspiel von Benzin- und Elektromotor derart im Griff.

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Auch in Sachen Fahrdynamik machen dem GS 450h nicht mehr allzu viele Limousinen etwas vor. Bei der besonders dynamischen Variante GS 450h F-Sport ist zudem eine Allradlenkung an Bord, mit der sich die Spurstabilität in sehr schnell gefahrenen Kurven merklich verbessert. Dazu kommt der dank intelligenten Elektromotoreingriffs in den richtigen Fahrsituationen günstige Verbrauch, der bei der Testfahrt zwar nicht die versprochenen sechs, aber immerhin acht Liter betrug.

Einen völlig anderen Charakter erhält der 4,85 Meter lange Viertürer in der reinen Benzinerversion als GS 250. Zum einen wirkt der Lexus dank seines geringeren Gewichts hier noch etwas agiler, andererseits setzt der 2,5-Liter-Ottomotor aber keinen Markstein in dieser Klasse. Rund 250 Nm Drehmoment bei 4800 U/min zeugen nicht eben von überragenden Talenten. Zwar spurtet die schwächere Version in achtbaren 8,6 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 230 km/h Spitze. Im Vergleich zum GS 450h (5,9 s/250 km/h abgeregelt) wirkt er aber geradezu schlaff. Und in der Praxis dürfte er zudem gute vier bis fünf Liter mehr verbrauchen als der Hybrid. Für den GS spricht allerdings der Grundpreis: Über 9500 Euro Unterschied müssen erst mal hereingefahren werden.

Beiden Modellen gemeinsam ist der deutliche Platzgewinn vorne und hinten sowie ein um rund 32 Prozent (GS 250) beziehungsweise 60 Prozent (GS 450h) vergrößerter Kofferraum. Selbst in der Hybridversion gibt es bei 482 Litern Raum für Gepäck nicht viel zu meckern.

Die Innenraumgestaltung ist durch edle Materialien und sorgfältige Verarbeitung geprägt. Allerdings wird die Gesamtanmutung nicht jeden Europäer überzeugen, dafür wirkt das Cockpit insgesamt zu unausgewogen, zudem ist nicht jede Funktion auf Anhieb leicht erkennbar.

Peter Eck