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Auto & Verkehr Mit einem lauen Lüftchen im Nacken
Mehr Auto & Verkehr Mit einem lauen Lüftchen im Nacken
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10:54 22.05.2009
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Blechdach-Cabrios haben ein Problem, zumindest die Viersitzigen: den Heckbereich. Das vergleichsweise lange Dach muss irgendwohin, wenn aus dem geschlossenen ein offenes Auto werden soll. Folge: Der gefühlte Kofferraumbereich wird, betrachtet man den Wagen von der Seite, zu einer elendig langen Sache. Von wohl proportioniert kann da meistens keine Rede mehr sein.

Das galt auch für Peugeots Bestseller 307 CC. Dessen Nachfolger 308 CC macht den Langheck-Fehler nicht. Dieses Mal gelang es den Fahrzeuggestaltern, den Abschluss optisch vertretbar kurz zu halten. Und weil sie gerade am Modellieren waren, packten sie dem Neuling auch gleich etwas vermeintlich Sportliches unter die hintere Stoßstange: Die montierten Diffusoreinsätze wecken dynamische Erwartungen. CC-Interessenten sollten nicht darauf hereinfallen. Der 308 kann sowohl geschlossen als auch geöffnet wirklich vieles. Aber sportlich kann er nicht.

Kein Automatikgetriebe

Komfort ist viel mehr die Sache des 308 CC. Der zunächst einzig lieferbare 2,0-Liter-Turbodiesel wuchtet locker 320 Nm auf die Kurbelwelle und macht damit genussvolles Cruisen zum Kinderspiel. Etwas nervig beim gemütlichen Dahingleiten ist der Zwang zum manuellen Übersetzungswechsel. Eine Automatikgetriebe gibt's nicht, von einem topmodernen Zahnradwerk à la Doppelkupplungsgetriebe ganz zu schweigen. Komfortabel kommt dafür die Feder-Dämpfer-Einstellung daher. Das Lenkgefühl schließt sich dieser Philosophie an: leicht und locker, aber wenig Rückmeldung von der Straße, wenn's flotter vorangehen soll.

In gleicher Weise auf der Welle der Weichspüler schwimmt zweifelsfrei die optionale Nackenheizung. Genau das Richtige für die Fahrerinnen und Fahrer, die tiefe Temperaturen gern ignorieren und trotzdem offen fahren wollen. Möglich macht das die Kopfraumheizung Airwave, die man bislang nur aus nobleren Autos kennt. Airwave fechelt den Vornsitzenden ein laues Lüftchen in den Nacken, damit das offene Fahren auch bei kühler Witterung ein Genuss wird.

Dabei hilft auch der optisch ziemlich unschöne Umstand, der bei Blech-Klappdach-Cabrios folglich häufig bemängelt wird: Die Frontscheibe ist sehr lang und steht sehr flach, damit das Dach - siehe oben - nicht noch länger wird. Das verdirbt das Cabrio-Fahrgefühl auf den vorderen Plätzen, sorgt aber für Windschatten. Bei geschlossenen Seitenfenstern plus aufgestelltem Windschott fährt man offen ein wenig wie geschlossen. Nur eben topless. Im Sommer hingegen mag der Luftzug dann fehlen.

Kopf-Airbags im Sitz

Damit man das Auto auch sonst genießen kann, hat Peugeot den Innenraum aufgefrischt. Mit Volllederausstattung, Sitzheizung und anderen Extras sind locker 35 000 Euro an der Kasse fällig. Beim Thema Sicherheit schreitet Peugeot weiter voran und bringt erstmals bei einem Cabrio Kopfairbags im Sitz unter. Damit soll der 308 CC das sicherste Auto seiner Art sein, behaupten die Franzosen. Zudem wuchs der Kofferraum: Weil sich das vollautomatische Dach enger als bislang zusammenfaltet, wächst das Ladevolumen auf 226 Liter im Cabrio- und 403 Liter im Coupé-Betrieb.
Seit seiner Markteinführung vor wenigen Tagen ist der 308 CC zunächst mit dem 140 PS starken 2,0-Liter-Diesel lieferbar. Später folgen Benziner und ein 1,6-Liter-Diesel. Der Preisreigen startet dann bei 25 900 Euro, der gefahrene 2,0-Liter-Diesel kostet mindestens 30 150 Euro.