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Auto & Verkehr Nicht nur beim Preis hat der Yeti die Nase vorn
Mehr Auto & Verkehr Nicht nur beim Preis hat der Yeti die Nase vorn
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00:14 22.08.2009
Der Skoda Yeti überzeugt durch Qualität und Preisgestaltung.
Der Skoda Yeti überzeugt durch Qualität und Preisgestaltung.
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Kaum auf dem Markt, hat der Skoda Yeti in der Motorpresse euphorische Kritiken eingefahren. Aber wie schlägt sich der Tscheche gegen ein Kaliber vom Schlage des VW Tiguan? Die kompakten SUV-Geschwister kommen beide aus dem Hause Volkswagen und bemühen sich um ähnliche Kunden. Als Hauptunterschied bei den technisch verwandten Modellen lockt der Preis. Denn zwischen den jeweiligen Einstiegsvarianten liegen satte 8000 Euro.

Die große Differenz resultiert vor allem aus den unterschiedlichen Motoren. Basistriebwerk des 17.990 Euro teuren Skoda ist der brandneue 1,2-Liter-Turbo-Benziner aus dem neuen VW Polo. Das 77 kW/105 PS starke Triebwerk ist für den VW Tiguan nicht im Programm. Beim erst ab 26.050 Euro startenden Wolfsburger beginnt die Ottomotorenpalette mit einem 110 kW/150 PS starken 1,4-Liter-Turbobenziner; wobei die Einführung kleinerer Motoren nicht geplant ist. Bei beiden Modellen muss die preiswerteste Version ohne Allradantrieb auskommen.

Vieles aus dem VW-Regal

Die vier angetriebenen Räder gibt es nur in höheren Motor- und Ausstattungsversionen, zum Einsatz kommt jeweils ein System mit Haldexkupplung. Wer Allradantrieb will, muss den Skoda mit dem 118 kW/160 PS starken 1,8-Liter-Turbobenziner wählen, bei VW kann auch der erwähnte 110 kW/150 PS starke Motor mit vier angetriebenen Rädern kombiniert werden. Die einfachste Ausstattungsversion des Allrad-Yeti kostet 23.590 Euro, wer Klimaanlage und Radio dazu will, zahlt 26.290 Euro für die nächsthöhere Ausstattungsversion. Für den Tiguan muss man – serienmäßig mit den beiden Komfort-Extras ausgestattet – 27.475 Euro berappen, immerhin noch fast 1200 Euro mehr.

Skoda konnte sich für sein neuestes Modell aus dem VW-Regal bedienen. Das wird schon beim Einstieg deutlich. Wertige Oberflächen aus weichem Kunststoff, Schalter, Navigationssystem mit Touchscreen, Hebel, Lenkrad – der Yeti spielt auf VW-Niveau. So zeigen Tiguan und Yeti eindrucksvoll, wie hochwertig ein Modell der Kompaktklasse heute sein kann. Keine Spur mehr von miefigem Ostblock-Charme beim Skoda. Beim Platzangebot hat der Yeti sogar überholt. Vorne wie hinten nehmen sich die Konzernbrüder nicht viel, beim Kofferraumvolumen jedoch zahlt sich die kantigere Form des Skoda aus – er bietet bei umgeklappten Rücksitzlehnen rund 250 Liter mehr Volumen. Zudem ist er ein wenig variabler: Die drei Einzelsitze im Fond können verschoben, gefaltet und ganz herausgenommen werden.

Leichtfüßig und flink gehen beide Kompakt-SUV ums Eck. Hier zeigt sich die Ausgewogenheit der Fahrwerke, beide sind um Klassen besser als die Konkurrenz vom Schlag eines Toyota RAV4 oder Suzuki Grand Vitara. Der Yeti ist sogar noch eine Spur agiler als der Tiguan. Der Tiguan hingegen ist weicher abgestimmt und somit auf unebenen Straßen und bei längeren Fahrten auf der Autobahn deutlich komfortabler. Hinzu kommen leisere Motoren- und weniger Windgeräusche.

Tscheche mit Vorteilen

Im Gelände hat wiederum der Skoda die Nase vorn; er verfügt über die neueste Generation der Haldexkupplung für die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse sowie eine modernere Elektronik mit Bergabfahrassistent und Gelände-ESP. Doch das sind eher theoretische Unterschiede, da in der Praxis wohl kaum einer der anvisierten Besitzer mehr als Waldwege unter die vier Räder nimmt.
In ihren Eigenschaften liegen die beiden Kontrahenten dicht beieinander. Der Yeti ist eine Spur agiler, der Tiguan bietet mehr Komfort. Und während der VW über die moderneren Motoren verfügt, schlägt die Stunde des Skoda im Gelände. Die Kaufentscheidung ist am Ende also auch Geschmackssache: Wer Wert auf Image legt, ist mit dem VW gut beraten, wer sich den Aufpreis für das Wolfsburger Logo sparen will, wählt den Skoda.

Von Stefan Voswinkel