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Auto & Verkehr Porsche präsentiert den neuen Cayenne
Mehr Auto & Verkehr Porsche präsentiert den neuen Cayenne
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13:52 03.07.2012
Das Peridot-Grünmetallic signalisiert, dass dies kein gewöhnlicher Porsche Cayenne ist. Quelle: Porsche
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Stuttgart

Der Erfolg gibt Porsche recht. Mehr Varianten, mehr Käufer, mehr Geld. Das beste Beispiel ist der Carrera. Vom Vorgänger gab es mehr als 20 Ableger. Cabrio oder Allrad, Targa oder Turbo, S, 4S, GT3, für jeden Geschmack war etwas dabei. Vermutlich könnte nicht einmal Vorstandschef Matthias Müller alle auswendig aufzählen. Der aktuelle Carrera 991 dürfte ähnlich viele Varianten erhalten. Deutlich übersichtlicher gestaltet sich die Situation beim Bestseller der Marke, dem Cayenne. Der SUV, in zweiter Generation auf dem Markt, ist derzeit mit 60000 Einheiten pro Jahr für die Zuffenhausener so etwas wie die Geldmaschine schlechthin.

Fünf Ableger (Basis, Diesel, S, Hybrid und Turbo) bilden das Cayenne-Portfolio von Porsche. Und da es schon vom Vorgänger einen GTS (Gran Turismo Sport) gab, für den sich immerhin jeder sechste Cayenne-Kunde entschied, spricht für Projektleiter Julian Baumann auch nichts dagegen, das gleiche Konzept noch einmal anzuwenden. Anfang Juli stehen die ersten Cayenne GTS beim Händler, zum Preis von 90774 Euro. Am meisten wird er in China und den USA gefragt sein. Hier schätzt man ohnehin große SUV, und noch mehr, wenn ein klassischer Achtzylinder-Saugmotor unter der Haube grummelt. Er ist mit 309 kW/420 PS der stärkste, den Porsche jemals in dieser Baureihe eingesetzt hat.

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Doch sind es längst nicht die zusätzlichen 20 Pferde gegenüber dem 294 kW/400 PS starken Cayenne S, die den Reiz des GTS ausmachen. Was mehr zählt: Das gesamte Auto ist auf Agilität, leichtes Handling und - gewissermaßen als emotionaler Bonbon - auf Sound getrimmt. Besonders wenn zuvor die Sporttaste gedrückt wurde. Dann schicken zwei sogenannte Sound-Symposer, erstmals in einem Porsche überhaupt verbaut, die Ansauggeräusche über die A-Säulen gezielt Richtung Innenraum. Und in der serienmäßigen Sportauspuffanlage sorgen diverse Klappen und Kammern für ein Klangerlebnis, das beim Beschleunigen und Schalten durchaus Suchtcharakter entfalten kann, besonders beim Durchfahren von Tunneln.

Beeindruckend ist auch, wie spontan der 4,8-Liter-Sauger am Gas hängt. Eine geänderte Ventilsteuerung und schärfere Nockenwellen sorgen für mehr Luftdurchsatz. „Der Motor kann freier atmen“, sagt Baumann. Hinzu kommen Eingriffe in die 8-Gang-Automatik, die Gangwechsel (Paddels am Lenkrad) zügiger ablaufen lassen. Präzise lässt sich der allradgetriebene Porsche Geländegänger durch enge wie weite Kurvenkombination scheuchen, deutlich knackiger als die fast gleich starke S-Version.

Wüsste man nicht, dass der Brocken über zwei Tonnen wiegt, hinter dem Lenkrad würde man es nie für möglich halten. Nicht zuletzt ist dies auch ein Verdienst des professionell abgestimmten Fahrwerks, das selbst in der Einstellung „Sport“ sowie mit den optionalen 21-Zoll-Rädern, die auf dem Testwagen montiert waren, noch ausreichend Komfort bietet. All dies mündet in einer Nordschleifenzeit (20,832 Kilometer), die Entwickler Klar Heeß mit „8:30 Minuten“ angibt, 15 Sekunden schneller als der Cayenne S den Ring packte.

Den Blick auf den Bordcomputer sollte man danach besser vermeiden. Zwar haben sich die Ingenieure bemüht, die Trinksitten des Cayenne ein wenig einzudämmen. Immerhin, auf dem Papier sind es jetzt 10,7 statt zuvor 13,9 Liter. Doch nach unserer ersten zugegeben etwas forscheren Testfahrt standen 18,4 Liter auf 100 Kilometer auf dem Display.

Äußerlich unterscheidet sich die Nummer sechs der Baureihe durch ein paar exklusive Details: rote Bremssättel, schwarz eingefasste Bi-Xenon-Scheinwerfer, schwarze Fensterrahmen und ein Dachspoiler mit Doppelflügel-Profil. Die größeren Kühleröffnungen stammen vom Turbo, die Karosserie liegt je nach Fahrwerk (Stahl oder Luft) 20 bis 24 Millimeter tiefer. Innen bieten Sportsitze in Leder-Alcantara hervorragenden Halt.

Und erstmals bietet Porsche für das SUV das aus dem 911er bekannte Sport-Chrono-Paket an, erkennbar an der Stoppuhr oben auf dem Armaturenbrett. Wer besonders auffallen will, sollte eine der beide Sonderfarben Peridot-Grünmetallic (stammt vom Cayman) oder Karminrot (stammt vom Panamera) wählen. Cayenne-Kenner wissen dann sofort, um welche Version es sich handelt.

Michael Specht