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00:21 30.05.2009
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Wer sparen will, muss zahlen: 9163 Euro kostet der neue Mercedes-Benz S 400 Hybrid mehr als ein normaler, einmotoriger S 350. Den hat Mercedes mit 76 160 Euro in der Preisliste, während es den 400er von 85 323 Euro an gibt. Ausstattungsbereinigt bleibt von den knappen 10 000 Euro Unterschied immer noch ein Unterschied von gut 4600 Euro zulasten der Hybridtechnik übrig. Dafür bekommt die geneigte Oberklasse-Klientel ein feines Fahrzeug aus der Fünf-Meter-Liga, das mit knapp acht Litern je 100 Kilometer vergleichsweise wenig SuperBenzin konsumiert. Immerhin 2,0 l/100 km mehr schluckt das Benziner-Basismodell – nach knapp 165 000 Kilometern hat sich die Investition bezahlt gemacht.

Wer so rechnet, bewegt sich garantiert nicht in der Kernzielgruppe von Daimlers erstem Hybridmobil. Imagebedachte oder Technikverliebte könnten sich da schon eher zum zweimotorigen Mercedes hingezogen fühlen, klassenkonformes Statusdenken einmal als grundsätzliche Vorbedingung angenommen. Auch die Führungsriege der Politik möge den einen oder anderen S 400 Hybrid in ihren Fuhrpark aufnehmen. Schließlich hat gerade ein Teil der Volksvertreter lange Zeit beklagt, aus deutschen Landen gäbe es keine Antwort auf die Hybridavancen aus Fernost.

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Ein „milder“ Anfang

Schluss mit dem Notstand. Der große Mercedes-Benz aus der Sonderklasse zeigt: Das können wir auch. Zunächst einmal „mild“, mit einem 20-PS-Elektromaschinchen zwischen Motor und Automatikgetriebe. Das reicht zwar nicht fürs rein elektrische Fahren, aber ein höchst elegantes Start-Stopp-Prozedere im Stau und anderen, stark verdichteten Verkehrssituationen, wie dem Stadtverkehr, langt es schon. Eine schöne Portion Extra-Drehmonent (160 Nm) zum zügigen Beschleunigen liefert die Elektromaschine zudem. Beim Bremsen wird ein Teil der zuvor verpulverten Energie zurückgewonnen und in der – laut Hersteller weltweit erstmals in einem Serienautomobil eingesetzten – Lithium-Ionen-Batterie zwischengespeichert. Hybridbesitzer fahren künftig also mit einem grünen Gewissen.

Zusammen mit dem unverändert 350 Nm starken, 279 PS leistenden 3,5-Liter-Sechszylinder-Ottomotor begnügt sich der S 400 Hybrid im europäischen Abgas- und Verbrauchsmesszyklus mit 7,9 l/100 km SuperBenzin. Das sind zwei Liter oder 21 Prozent weniger als beim S-Klasse-Basismodel S 350. Da wie dort fallen die Fahrleistungen mit 7,2 Sekunden für den Sprint von null auf Tempo 100 und abgeregelten 250 km/h Topspeed mehr als ausreichend aus.

Von überschäumendem Temperament kann gleichwohl keine Rede sein. Beim Basis-Benziner ohnehin nicht, aber auch kaum beim Elektro-Booster. Den wirklich alltagsrelevanten Beschleunigungsschub liefert einmal mehr ein Dieselmotor. In der moderat modifizierten S-Klasse ist der billigste Benz ein Selbstzünder. Er heißt jetzt S 350 CDI (bisher: S 320 CDI), trägt den Beinamen Blue-Efficiency und kostet 73 006 Euro. Zum S 400 Hybrid ist das, ausstattungsbereingt, ein Einstandsbonus von 7759 Euro oder neun Prozent.

Diesel noch sparsamer

Dafür ist die selbstzündende Kraftquelle unter der langen Haube auch noch ungleich potenter: Aus unverändert drei Liter Hubraum holt der Sechszylinder-Turbodiesel antrittsstarke 540 Nm und ausreichende 235 PS. Den Standartsprint auf 100 km/h erledigt der Zweitonner in knapp acht Sekunden und regelt bei Tempo 250 elektronisch ab. Ganz ohne elektrische Unterstützung und Start-Stopp-Technik, dafür aber mit leichter laufenden Reifen, aerodynamischem Feinschliff am Fahrzeugunterboden, einer modifizierten Getriebeautomatik und einigen bedarfsgeregelten Zusatzaggregaten. Das reicht im EU-Verbrauchszyklus für ziemlich achtbare 7,6 l/100 km aus – erfolgreicher als der S 350 CDI knauserte noch keine Oberklasselimousine aus Stuttgart mit dem Kraftstoff.

Von Hans-Jürgen Wildhage