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Auto & Verkehr Skoda Octavia - der günstigere Volkswagen
Mehr Auto & Verkehr Skoda Octavia - der günstigere Volkswagen
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00:50 26.01.2013
Der Octavia gilt als wichtigstes Modell im Hause Skoda und verspricht gute Qualität zu einem fairen Preis. Quelle: Hersteller
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Hannover

Der neue Skoda Octavia gewährt einen tiefen Einblick in die wunderbare Welt des modularen Querbaukastens: Nach Audi A3, Seat Leon und dem neuen VW Golf VII ist der tschechische Verkaufsschlager als Vierter im Bunde auf der äußerst flexiblen Kompaktwagenarchitektur des Wolfsburger Autokonzerns aufgebaut - und er sprengt die Grenzen: Um satte 10,8 Zentimeter im Radstand gewachsen, schließt die dritte Generation des Octavia die Lücke zur Mittelklasse. Zumindest räumlich gab es noch nie so viel Auto im A-Segment. Und der Basispreis von 15990 Euro bringt das bisherige Gefüge endgültig ins Wanken.

Wie machen die Tschechen das nur? Der Octavia, das wird bei der ersten Begegnung sofort klar, ist alles andere als ein Billigauto. Form und Ausstattung stimmen, die Qualität im Innenraum überzeugt sowohl bei der Materialauswahl als auch bei der Verarbeitung. Dass der Octavia in enger Abstimmung mit dem niedersächsischen Mutterschiff entwickelt wurde, ist kein Geheimnis. Es gehört zur Strategie von Volkswagen, die Konzernmarken aufeinander abzustimmen. Und den Tschechen kommt die Rolle zu, den Einstieg in die Welt der Wolfsburger zu markieren. Das heißt, gute Qualität zu einem fairen Preis.

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Wer jetzt denkt, der Sparhammer muss irgendwo sichtbare Spuren hinterlassen haben, der irrt. Die Möglichkeiten zu den höher positionierten Marken sind einfach etwas begrenzter. Trotzdem muss der Octavia-Fahrer auf nichts verzichten, was moderne Autos auszeichnet.

Das Skoda-Motto „simply clever“, das wir hier mit „einfach pfiffig “ übersetzen, zeigt den Weg auf, wie man mit begrenzten Mitteln zu überraschenden Lösungen kommt, die anderen Herstellern auch gut zu Gesicht stehen würden: Da sind der Eiskratzer im Tankdeckel, der doppelseitige Bodenbelag im Kofferraum oder die knickbare Plastikschiene, mit deren Hilfe Güter, die verrutschen können, ganz einfach fixiert werden, und natürlich die riesige Heckklappe der Limousine. Über sie lässt sich das ebenfalls ziemlich beeindruckende Ladeabteil von 590 bis 1580 Liter spielend beladen. Und erst der Innenraum: Vier Erwachsene können hier problemlos auf lange Reisen gehen.

Für die Tschechen ist der Octavia, der Mitte Februar drei Monate vor dem Kombi in Deutschland auf den Markt kommt, das wichtigste Auto im Programm. „Er ist das Herzstück der Marke“, sagt Vertriebs- und Marketingvorstand Werner Eichhorn. „Mit der dritten Generation machen wir einen gewaltigen Sprung nach vorn.“ Bei so viel Euphorie kann man schon mal übers Ziel hinausschießen. Eichhorn irrte nämlich, als er zuvor bekannt gab, „dass wir nie wieder einen Octavia ohne Klimaanlage bauen werden“. In der Grundausstattung fehlt sie ebenso wie die hinteren Seitenairbags, aber sieben der Luftkissen inklusive des Knieairbags für den Fahrer sind ja auch nicht schlecht.

Dazu kommt, dass der Wagen künftig optional mit diversen Assistenzsystemen (Multikollisionsbremse, Abstandswarner, Spurhalteassistent, Müdigkeits- oder Verkehrszeichenerkennung) ausgerüstet werden kann. Vier moderne Diesel und ebenso viele Benziner decken ein Leistungsspektrum von 63 kW/86 PS bis 132 kW/180 PS ab.

Wir sind den 1,4-Liter-TSI-Benziner mit 103 kW/140 PS und den 2,0-Liter-TDI-Diesel mit 110 kW/150 PS gefahren und waren baff: Beide Maschinen ziehen kräftig durch und sorgen für Spaß auf der Straße. Dass die Mehrlenkerhinterachse aus Kostengründen nur noch für die 132-kW/180-PS-Motorisierung zugunsten einer einfachen Verbundlenkerachse angeboten wird, empfanden wir nicht als Nachteil. Der Octavia schnurrte brav und zog stoisch seine Runden, im Sportmodus ging es sogar richtig flott durch die Kurven. Nach unseren Testfahrten sahen wir wieder einmal eine gute alte Erfahrung bestätigt: Wer einen günstigen Volkswagen sucht, sieht sich erst einmal bei Skoda um.

Gerd Piper