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Auto & Verkehr Suzuki präsentiert dynamische Geländewagen
Mehr Auto & Verkehr Suzuki präsentiert dynamische Geländewagen
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00:19 12.01.2013
Der Suzuki Jimny ist eine feste Größe bei den Geländewagen. Quelle: Hersteller.
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Zagreb

Außergewöhnliche Ereignisse bei der Präsentation von Geländewagen sind nicht unüblich. Aus gutem Grunde hatte sich Suzuki für die Vorstellung der Facelifts des kleinen Jimny und des komfortablen Grand Vitara daher für ein eher leichtes Gelände entschieden. Das Außergewöhnliche sollte dennoch eintreten. Rallyeprofi Niki Schelle verschlug es danach fast die Sprache. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das war einfach unfassbar!“ Und dabei hat der Rennfahrer in drei Jahrzehnten Rallyesport so einiges gesehen.

Als Instruktor führte Schelle die Teilnehmer der Suzuki Xpedition durch die Gebirgslandschaft Kroatiens. In einem kleinen Bergdorf rollte der Jimny-Kolonne auf einer abschüssigen Straße plötzlich ein altes Ölfass entgegen. Unglaublich. Besser als im Film. Fahrer um Fahrer konnten im letzten Augenblick noch ausweichen und einen Zusammenstoß vermeiden. „Das muss doch von Suzuki initiiert worden sein“, so der erste Gedanke der Testfahrer-Kollegen. Tatsächlich jedoch hatten starke Fallwinde namens Bora für jenen kuriosen Zwischenfall gesorgt. Die neu gestaltete Front des Jimny hätte sicherlich einen beachtlichen Schaden davongetragen.

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Moderner und dynamischer sieht der seit 1998 gebaute japanische Allradzwerg nach der Verjüngungskur aus. Insbesondere die Hutze, der integrierte Lufteinlass auf der neu gestalteten Motorhaube sowie ein neuer Kühlergrill und veränderte Frontstoßfänger lassen den Jimny ein wenig erwachsener daherkommen. Dass trotz eines ebenfalls aufgewerteten Innenraums der Preis (ab 15190 Euro) stabil geblieben ist, spricht dafür, dass Suzuki aktive Kundenbindung betreibt. Aktiv bleiben muss auch der Fahrer, will er den 63 kW/86 PS starken 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner auf der Straße fortbewegen. Auch ohne entgegenrollende Fässer ist der Allradveteran bei plötzlichen Spurwechseln freilich kein Rennwagen.

Deutlich souveräner schlägt sich der Jimny dagegen im Gelände. Dank Getriebeuntersetzung meistert der kleine Kletterer Berganfahrten auf losem oder glitschigem Untergrund ebenso sicher wie das Kraxeln über Stock und Stein. Dass der Komfort bei diesem Puristen zuweilen auf der Strecke bleibt, stört die eingefleischte Jimny-Fangemeinde derweil kaum. Es gibt eben Autos, die sind so, wie sie sind - Leiterrahmen und Starrachse lassen hier grüßen.

Dass man Gutes nicht groß ändern sollte haben sich die Suzuki-Designer wohl beim Grand Vitara gedacht. Bei der vierten Generation des Geländewagenflaggschiffs fällt die überarbeitete Optik noch dezenter aus. Den Kühlergrill ziert nunmehr eine Chromspange am unteren Rand statt des Chromrahmens. Auch die Hauptscheinwerfer wurden lediglich marginal neu gezeichnet, während die vordere Schürze mit dem Unterfahrschutzelement noch die auffälligste Neuerung darstellt.

Sowohl als Drei- als auch als Fünftürer wird sich der mit einem permanenten Allradantrieb ausgestattete Grand Vitara hierzulande doch wohl hauptsächlich im Großstadtdschungel bewähren müssen. Dafür reicht der 1,9-Liter-Turbodiesel mit 95 kW/129 PS vollkommen aus und belohnt den Fahrer mit einem Verbrauch von lediglich 6,6 Litern Diesel im kombinierten Testzyklus. Auch auf Langstrecken überzeugt der Grand Vitara mit hohem Komfort. Und mit Preisen ab 19990 Euro für den Dreitürer sowie 25790 Euro für den Fünftürer betreibt Suzuki auch beim Großen aktive Kundenbindung.

Diese Bindung muss das neueste Modell aus japanischem Hause erst noch herstellen. Die Vorstellung des Concept-S-Cross erfolgte bereits auf dem Autosalon Paris im vergangenen Herbst. Jüngst in Kroatien ließ Europa-Chef Takanori Suzuki einen detaillierten Ausblick folgen: „Mit dem Serienfahrzeug markieren wir nicht nur unseren Einstieg in die stark wachsende Klasse der C-Segment-Crossover, sondern geben auch den Startschuss für eine Produktoffensive, in deren Verlauf wir bis 2016 in jedem Jahr mindestens ein neues Modell bringen werden.“ Dem Concept-S-Cross kommt bei jener Modelloffensive eine tragende Rolle zu, gilt er doch als „klares Bekenntnis zum europäischen Markt“. Mit einer Länge von 4,30 Metern gewinnt er im Vergleich zum aktuellen Modell SX4 an Länge - und auch an Größe, wie Suzuki verspricht. Insbesondere junge Familien und aktive Menschen sollen sich bei fünf Sitzplätzen und großzügigem Kofferraum angesprochen fühlen.

Optisch soll der wahlweise mit oder ohne Allrad erhältliche Crossover durch eine coupéhafte Linie bestechen und damit den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln. Neben der Eleganz stehen ein Unterbodenschutz sowie prägnante Radkästen zugleich für die Offroad-Talente des Concept-S-Cross. Keine Experimente wird Suzuki unterdessen bei den Motoren eingehen und bewährte Diesel und Benziner anbieten. Ende 2013 soll der neue Crossover hierzulande auf den Markt kommen. Abzuwarten bleibt derweil, wie die traditionsbewusste und eher puristisch orientierte Jimny-Fangemeinde einem solchen Schönling gegenübersteht.

Markus Beims