Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auto & Verkehr Volvo V50 1.6D DRIVe - ein Schwede für alle Fälle
Mehr Auto & Verkehr Volvo V50 1.6D DRIVe - ein Schwede für alle Fälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 13.11.2009
Flott und sparsam zugleich: der Volvo V50 1.6D DRIVe. Quelle: Volvo
Anzeige

Sie sind auf der Suche nach einem kleinen, flotten Kombi, der a) sparsam, b) praktisch und c) auch noch so gediegen ist, dass man mit ihm auch mal die Auffahrt eines Fünf-Sterne-Hotels hochfahren kann? Vielleicht sollten Sie dann mal gen Norden schauen und eventuell den Volvo V50 DRIVe in die engere Wahl nehmen.

DRIVe heißt das Umweltlabel der Schweden, unter dem sie ihre Fahrzeuge auf Sparsamkeit und Umweltschutz tunen. Dazu zählen eine optimierte Aerodynamik an Karosserie und Felgen ebenso wie ein tiefergelegtes Fahrwerk, Leichtlaufreifen oder eine etwas veränderte Getriebeübersetzung. Außerdem kommt neuerdings im Programm eine Start-Stopp-Automatik hinzu, die nochmals eine Einsparung von 0,6 Litern im Vergleich zum ohnehin schon sparsamen V50 DRIVe herkömmlicher Bauart verspricht. Auf dem Datenblatt stehen dann 3,9 Liter Kraftstoff entsprechend 104 Gramm Kohlendioxid, die der 1,6-Liter-Diesel mit seinen 80 kW/109 PS auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Eine starke Ansage.

Anzeige

Sparen ist Trumpf. Alle Hersteller entwickeln derzeit Autos, die sich in den jeweiligen Fahrzeugklassen im Spritsparen übertrumpfen sollen. Dem Geldbeutel und der Umwelt zuliebe. Und natürlich weil fossile Rohstoffe die unangenehme Eigenschaft haben, einmal zu Ende zu gehen. Beim Öl in den nächsten Jahrzehnten. Wann, weiß niemand so genau. Das Einsparpotenzial ist jedenfalls beachtlich, fast monatlich werden neue Rekorde vermeldet. Leider sinkt mit dem Verbrauch häufig auch der Fahrspaß.

Dass beides Hand in Hand geht, ist derzeit noch die Ausnahme. Der Volvo V50 ist eine solche Ausnahme. Die 109 PS treiben den kleinen Familienkombi zügig voran, 190 km/h auf der Überholspur sind drin – das reicht allemal. Zwar steigt dann der Spritverbrauch deutlich, doch im Stadtverkehr oder auf gemächlicheren Überlandfahrten holt man schnell wieder rein, was man auf der Autobahn verblasen hat.

Um es an dieser Stelle klar zu sagen: Die versprochenen 3,9 Liter Verbrauch haben wir in zwei Wochen ausgiebiger Testfahrten kein einziges Mal erreicht, der beste Schnitt betrug 4,6 Liter. Tatsächlich ist das ein sehr guter Wert, weil der Verbrauch nach einem genormten Fahrzyklus auf dem Prüfstand ermittelt wird (siehe Kasten). Das schafft zwar vergleichbare Datensätze, hat mit der Realität aber nur entfernt etwas zu tun. Die Start-Stopp-Automatik arbeitet einwandfrei, wobei sie ihren größten Nutzen im Stadtverkehr mit vielen roten Ampeln entfaltet.

Der V50 ist noch aus einem anderen Grund ein angenehmer Begleiter: Er übt sich äußerlich wie innerlich in vornehmer Zurückhaltung, da ist nichts überzeichnet, sondern alles klar und schlicht gegliedert. Ein Ambiente, das viele vom Zeitgeist geprägte Designs locker überdauern wird. Und auch die 417 bis 1307 Liter Kofferraum, die rein vom Volumen her nicht gerade üppig aussehen, haben es in sich – sie lassen sich sehr gut beladen und damit manchen größeren Konkurrenten alt aussehen.

Leider schafft der Vierzylinder trotz der respektablen Werte nur die Abgasnorm Euro 4. Das ist ein Wermutstropfen. Ein weiterer kommt beim Blättern durch die Optionsliste hinzu: Wer sein Fahrzeug individualisieren will, wird schnell viel Geld los. Andererseits lohnt sich die eine oder andere Investition. Denn wer den V50 DRIVe erst einmal sein Eigen nennt, wird dieses sympathische Auto so schnell nicht mehr hergeben wollen.

Gerd Piper

02.11.2009
02.11.2009