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Auto & Verkehr Williger Diener vieler Herren
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10:27 22.05.2009
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Die Frage drängt sich auf: Ist dies das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit? Für Werner H. Frey, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland, ist sie mit einem eindeutigen Ja zu beantworten. Es geht um das neue Flaggschiff des koreanischen Herstellers, das auf dem Heimatmarkt sowie in Amerika bereits seit zwei Jahren als Veracruz verkauft wird. In Europa und somit auch bei uns wird die neue Modellsprache weitergepflegt: Der ix55 kommt Mitte bis Ende Mai zu Preisen ab 42.290 Euro in den Handel.

Elegante Linien

Das Fahrzeug ist ein veritables SUV mit permanentem Allradantrieb, einer stattlichen Länge von 4,84 Metern und dem ersten Sechszylinder-Diesel der Marke. Der Motor entwickelt aus 3 Litern Hubraum 176 kW/239 PS Leistung und verbraucht im Schnitt 9,4 Liter, was wiederum für einen CO2-Ausstoß von 249 g/km (Rußpartikelfilter ab Werk) sorgt. Dabei tarnt der serienmäßige Siebensitzer seine Größe geschickt mit einem dezent sportlichen Äußeren und eleganter Linienführung.
Für Frey ist der ix55 ein Imageträger und auch deshalb eine sinnvolle Erweiterung der Modellpalette nach oben, weil er die Marke gerade im Kleinwagen- und Mittelklassesegment mit dem Kleinstwagen i10, dem Getz-Nachfolger i20 und dem kompakten i30 bereits bestens aufgestellt sieht. Und die jüngsten Verkaufszahlen geben ihm recht: Die Marke legte in Deutschland mit 12.000 verkauften Fahrzeugen allein im Monat Februar den besten Start seit ihrer 18-jährigen Firmengeschichte hin.

Erstaunlich leise und agil

Wir haben uns mit dem neuen Flaggschiff auf eine erste „Jungfernfahrt“ im Raum Leipzig begeben. Dabei zeigte sich, dass sich der ix55 durchaus als williger Diener vieler Herren eignet, beispielsweise als komfortabler Familientransporter mit Platz für sieben Passagiere – dank 2,81 Meter Radstand. Trotz seiner Länge ist er durchaus handlich. Die erhöhte Sitzposition bietet großzügige Rundumsicht. Die serienmäßig vorhandene Sechsgangautomatik erleichtert dem Fahrer die Arbeit und sorgt gleichzeitig für ein gelungenes Zusammenspiel mit dem im europäischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim erdachten Sechszylinder-Diesel. Der kommt erstaunlich leise und agil zur Sache. Trotz einiger Rüttelstrecken mit Kopfsteinpflaster konnten Fahrwerk und Allradantrieb ihr Können nicht wirklich unter Beweis stellen. Aber wegen der Fähigkeiten über Stock und Stein werden solche Autos ja ohnehin selten gekauft.

Die beiden im Kofferraumboden versenkbaren Sitze in der dritten Reihe kann man als vollwertig, wenn auch nicht ganz langstreckentauglich bezeichnen. Der Einstieg nach hinten setzt allerdings ein hohes Maß an Gelenkigkeit voraus. Bei voller Bestuhlung steht nur ein minimaler Kofferraum zur Verfügung, als Fünfsitzer sind es 598 Liter, und nach Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren zweiten Sitzbank eröffnen sich stolze 1746 Liter in einem aufgeräumten Gepäckabteil.

Als Zugmaschine geeignet
Neben der großzügigen Familienkutsche eignet sich der ix55 auch als Lastenträger mit einnehmendem Wesen für aktive Leute, die allerlei sperriges Sport- und Freizeitgerät transportieren müssen. Nicht zuletzt macht dieses SUV eine richtig gute Figur als Zugpferd: Serienmäßiger Niveauausgleich an der Hinterachse sowie 3,2 Tonnen Zuglast bei 8 Prozent Steigung sind ein Wort.

Mit dem ix55 will Hyundai vor allem die deutsche Konkurrenz wie VW Touareg, Mercedes M-Klasse oder GLK, BMW X3 oder X5, Audi Q5 bzw. Q7, Volvo XC 60 oder XC90 aufmischen. Zugegeben: Er kann mit seiner reichhaltigen Serienausstattung punkten und hinterließ bei den ersten Testfahrten einen ordentlichen Eindruck. Die Frage, ob man den ix55 wirklich braucht, wird die Kundschaft entscheiden, zumal Hyundai mit den Modellen Santa Fe und Tucson bereits zwei Fahrzeuge fürs Gelände im Programm hat.

Von Jutta Krause