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Auto & Verkehr Zur Sache, Schätzchen
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00:50 09.04.2011
Der kleine Van bietet drinnen viel Platz und ein funktionales Design. Foto: Werk
Der kleine Van bietet drinnen viel Platz und ein funktionales Design. Foto: Werk
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Für frischen Wind und neue Kunden soll bei Subaru der neue Trezia sorgen. Der Name stammt vom englischen „treasure“ und heißt so viel wie Schatz. Und zumindest ein Schätzchen will dieser aus der Kooperation mit Toyota entstandene kleine Van sein: mit viel Platz, kleinem Preis und sparsamen Motoren.

Der Neue gehört zur Gattung der kleinen Familienkombis mit leicht erhöhtem Dach und einer nicht minder leicht erhöhten Sitzposition. Vier Türen und eine große Heckklappe sind bei dieser Spezies obligatorisch, genauso wie eine hinreichend große Flexibilität des Sitzgestühls erwartet wird. Der Trezia erfüllt diese Punkte.

Das Umlegen der zweigeteilten Rückbank lässt sich leicht vom Kofferraum aus bewerkstelligen. Ist das geschehen, erreicht das Ladeabteil des Viermeterautos ein nennenswertes Transportformat. Vernünftiger Fahrzeugnutzung wie dem Transport von Gepäck, Einkäufen oder auch leicht sperrigen Materialien, sind Minivans in besonderer Weise verpflichtet. Das kann der Trezia gut und fügt den Markenwerten der japanischen Automarke damit durchaus eine neue Facette hinzu. Denn bisher steht Subaru fast ausnahmslos für Allradantrieb und Boxermotor. Beides hat der Trezia nicht zu bieten.

Das macht den Wagen zu einem, der neue Kundengruppen für die Marke erobern muss. Die – eigenen Angaben zufolge – größte Allradmarke der Welt will weiter wachsen, was in der selbstgemachten Nische wohl nicht so ganz einfach wird. Viel einfacher ist es da augenscheinlich, sich zur Ausweitung des Modellportfolios in eine Wachstumsecke zu begeben. Als solch ein Wachstumssegment gelten die Minivans. Die Absatzzahlen dieser praktischen und überaus vielseitig einsetzbaren Fahrzeuge haben sich seit 2002 in Europa nahezu verdreifacht. Der generelle Trend zu kleineren und sparsameren Automobilen hat überdies dazu beigetragen, dass sich höchst unterschiedliche Kundengruppen für dieses Segment interessieren.

Kernzielgruppen sind zum einen Familien, die zuvor einen Kleinwagen gefahren haben, zum anderen ehemalige Kompaktklasse-Besitzer. Kaufentscheidend für beide ist häufig die hohe Sitzposition sowie der hohe Nutzwert, den Minivans durch den flexiblen Innenraum und das große Ladevolumen bieten. Dazu liegen – aus Subaru-Sicht besonders ausgeprägt beim Trezia – Komfort, Ausstattung und Qualität auf dem Niveau der nächst höheren Fahrzeugklasse.

Ob dem tatsächlich so ist, davon überzeugen sich Kaufinteressenten am besten bei einer ausgiebigen Fahrzeugbeschau beim Subaru-Autohändler. Dort steht der Trezia seit Mitte März – wie übrigens das weitgehend baugleiche Automodell Verso S zur selben Zeit in die Ausstellungsräume der Toyota-Händlerschaft gerollt wurde. Die technischen Zwillinge wurden bei Toyota entwickelt und entsprechen einander technisch und optisch. Damit sind auch die Antriebsfragen geklärt: kein Allradantrieb, kein Boxermotor.

Zur Wahl stehen zwei Triebwerke. Als Benziner, der in dieser Fahrzeugklasse wohl weit dominierenden Antriebsquelle, steckt ein 1,3-Liter-Reihenvierzylinder unter der kurzen Haube. Das kleine 99-PS-Maschinchen müht sich in Abwesenheit einer Abgasturboaufladung redlich, den Trezia voranzubringen. Mit etwas Geduld und ohne Faulheit beim Selberschalten des Getriebes klappt das ganz gut. Viel besser geht es natürlich mit dem – rein betriebswirtschaftlich betrachtet wenig sinnvollen – TDI. Die 1,4-Liter-Turbomaschine leistet zwar „nur“ 90 PS, fühlt sich aber um Welten kräftiger an als der frei saugende Benzinmotor. Menschen mit Hang zum technisch Interessanten mögen sich gern den Selbstzünder mit einem automatisierten Schaltgetriebe zusammenspannen. Für den, der so ein Getriebe kennt und mag, eine tolle Kombination. Für den, der sich vom Verkäufer hat überreden lassen, eine bitterböse Enttäuschung: Ein ASG ist keine Automatik. Lässt man den Computer die Gänge wechseln, sind Ruckeleien bei jeder Zugkraftunterbrechnug die unausweichliche Folge. Deshalb darf diese Ausstattungsoption nie ohne eine ausgiebige Probefahrt geordert werden. Bei der Gelegenheit kann man sich dann auch gleich von der durchaus einfachen Fahrzeugbedienbarkeit selbst überzeugen. Und sich ein wenig über die in der Mittellage gefühllose Servolenkung ärgern.

Von Hans-Jürgen Wildhage

26.03.2011
26.03.2011