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00:15 21.01.2012
Da geht doch was: Dieter Zetsche skizziert in Las Vegas, wie moderne Unterhaltungselektronik unsere Mobilität neu definieren könnte.Piper

Und längst sind es nicht mehr nur die jungen Leute, die ihre Zeit am Computer und im Internet verbringen. Smartphones und Apps sind selbst im Geschäftsleben für viele unentbehrliche Begleiter geworden. Die Autoindustrie sieht sich hier vor eine ganz neue Herausforderung gestellt: Sie will und muss die Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung ins Auto holen, um aktuell und interessant zu bleiben.

Denn es geht beim Stichwort Elektronik inzwischen um viel mehr als um Bremsassistent oder Einparkhilfe: Die Elektronik ist zum Schrittmacher und Trendsetter unserer Zeit geworden. Autofahrer müssen sich allerdings nicht den Kopf um die Sorgen der Industrie zerbrechen. Im Gegenteil: Daimler-Chef Dieter Zetsche hat jetzt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, dem weltweit größten und wichtigsten Branchentreffen, eine viel beachtete Rede gehalten, in der er die Chancen skizzierte, die sich bei einer Verbindung beider Industrien ergeben könnten. Und die erscheinen für den Verbraucher geradezu rosig. Denn Autos werden uns demnach bald nicht mehr nur möglichst sicher von A nach B bringen, sondern sie werden zur Schaltzentrale, zum Dreh- und Angelpunkt, in unserem Alltag werden.

Wie das gehen soll? Nun, ein Szenario könnte so aussehen: Ich möchte Freunde besuchen, die 200 Kilometer weit entfernt wohnen. Bei mir scheint die Sonne, aber wie sieht das Wetter am Zielort aus? Die Antwort kommt aus der Cloud, der intelligenten Datenwolke. Jener nur schwer greifbaren virtuellen Informationsmaschine im Netz, die das Auto anzapft – die Antwort entscheidet darüber, ob ich den Regenschirm zu Hause lasse oder doch lieber einpacke. Oder: Kann ich Freunde treffen, die auch gerade auf meiner Strecke unterwegs sind? Was gibt es, was mich unterwegs interessieren könnte – von der Einkaufsmöglichkeit bis hin zum Restaurant. Das, was der Computer mir daheim mitteilt, lässt mich auch das Auto wissen, wenn ich unterwegs bin. Die Apps meines Smartphones machen den Informationsfluss zu allen Seiten nahezu grenzenlos. Autos können dann auch untereinander kommunizieren: Wo befindet sich eine gefährliche Verkehrssituation auf meiner Route, in die ein anderer Autofahrer geraten ist, und wie kann ich sie vermeiden? Wie umfahre ich Staus, und welches ist der beste Weg für mich?

Mercedes betreibt seit einem halben Jahr eine eigene Abteilung, die sich mit Feuereifer mit diesen Themen beschäftigt. Hier werden Ideen entwickelt und möglicherweise schon neue Standards geschaffen. Eingebunden in Elektrofahrzeuge können Smartphones beispielsweise schon jetzt unentbehrliche Informationen an den Fahrer liefern: Wie groß ist meine Reichweite? Wo befindet sich die nächste Stromtankstelle? Wie weit komme ich, wenn ich das Fahrzeug für eine bestimmte Zeit auflade? Oder im Umkehrschluss: Wie lange muss ich laden, damit ich mein Ziel sicher erreiche? All das sind Fragen, die heute schon im Alltagsbetrieb beantwortet werden können.

Einen Weg, wie dieser Informationsfluss ins Auto kommen könnte, hat Mercedes auf der CES in Las Vegas auch aufgezeigt: über farbige Head-up-Displays, die mit einer wischenden Handbewegung wie bei iPhone oder iPad über entsprechende Icons aktiviert werden. Das geht schnell und soll den Fahrer möglichst wenig von seiner eigentlichen Aufgabe, dem Fahren, ablenken. Denn eines, und das hat Zetsche am Rande des CES im Gespräch mit dieser Zeitung nachdrücklich betont, stehe unverrückbar im Fokus: unfallfreies Fahren.

Damit das Spielfeld der Elektronik unter den Autoherstellern nicht zu unkontrollierbarem Wildwuchs führt, erwartet der Daimler-Boss Regeln vom Gesetzgeber, die für alle bindend sind. Laut Zetsche beginnen dann Zeiten, die das Autofahren, und damit verbunden den Begriff Mobilität, ganz neu definieren werden.

Von Gerd Piper

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