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Gewerbeimmobilien Die Folgen der Corona-Pandemie für den hannoverschen Immobilienmarkt
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Die Folgen der Corona-Pandemie für den hannoverschen Immobilienmarkt

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Das Team: (von links) Christian Palis, Geschäftsführer, Leitung Investment, Steffen Schroth, Geschäftsführer, Leitung Industrie, Steffen Schroth, Geschäftsführer, Leitung Industrie, Gerrit Stönner, Leitung Retail Services, Johannes Nickisch, Leitung Wohn- und Geschäftshäuser Quelle: Engel & Völkers Commercial

■Investment
Die Nachfrage bezüglich Core-Objekten, gemeint sind langfristig vermietete Immobilien in Eins-a-Lagen, bleibt in Hannover ungebrochen. Insbesondere Bürohäuser in Toplage mit langen Mietvertragslaufzeiten sind bei unseren Investoren nach wie vor gefragt. Eine neue Entwicklung im vergangenen Jahr ist die deutliche Preissteigerung für Zinshäuser in der Region Hannover, wodurch die Renditen bei Wohnportfolios im Vorjahresvergleich erneut fielen. Nahezu alle namhaften nationalen Investoren zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, Kapital in Hannover anzulegen, ein weiterer Beleg für die Attraktivität unseres heimischen Markts.

■ Einzelhandelsflächen
Seit dem letzten Lockdown nimmt die Passantenfrequenz in den Innenstädten wieder kontinuierlich zu. Speziell Gaststätten mit Außenbereich erfahren bei günstigen Witterungsverhältnissen einen regen Zulauf. Insgesamt bleiben die Gastronomieumsätze jedoch unter dem Niveau von der Zeit vor der Pandemie. Shopping Malls werden von Konsumenten gegenwertig eher noch gemieden, da es sich um geschlossene Räumlichkeiten handelt und dadurch womöglich ein höheres Infektionsrisiko besteht – auch wenn dies bislang nicht bestätigt wurde. Insgesamt übersteigt das Angebot an Ladenflächen die Nachfrage, wodurch auch kurz bis mittelfristig genügend freie Flächen für neue Gastronomien und Einzelhandelskonzepte in Hannover zur Verfügung stehen. Leer stehende Warenhäuser, wie etwa die ehemalige Karstadt-Immobilie in der hannoverschen Innenstadt, stellen die Eigentümer vor die Herausforderung, neue Wege für ihre Nutzung zu finden. Für die Karstadt-Immobilie sind einige interessante Ansätze im Gespräch, eine konkrete Planung steht bis dato jedoch noch nicht.

■ Industrie und Logistikflächen
Im Einklang mit der Entwicklung aus den Vorjahren ist die Nachfrage bezüglich Logistikflächen auch 2021 bislang ausgesprochen gut und scheint im dritten Quartal weiter gestiegen zu sein. Dies führt vorrangig bei Grundstücken und kleineren Gewerbeobjekten zu einem Nachfrageüberhang. Auch coronabedingt kurzfristig verfügbar gewordene Flächen können wir nahezu nahtlos weitervermitteln. Private sowie institutionelle Anleger investieren erkennbar mehr in Logistikimmobilien und Gewerbeparks. Die gestiegenen Durchschnittsmieten für Lager- und Produktionsflächen zeigen Investoren weitere Mietsteigerungspotenziale auf, welche sich auch in den Kaufpreisen widerspiegeln. 

■ Büroflächen
Nach eher durchschnittlichen 50 000 Quadratmetern Büroflächenumsatz in der ersten Jahreshälfte zeigt sich der hannoversche Büromarkt nach der Sommerpause wieder aktiver. Zwar sind immer noch einige Unternehmen im Findungsprozess,
wie viel Homeoffice, Desk-Sharing und moderne Arbeitswelt für sie richtig ist – dennoch spiegelt die gute Flächennachfrage die steigende Zuversicht der Marktteilnehmer wider. Corona ist trotz weiterhin zu berücksichtigender Hygieneregeln nicht mehr das alles blockierende Moment. Wir gehen gegenwärtig von einem belebten zweiten Halbjahr und einem Take-up auf Vorjahresniveau (150 000 Quadratmeter) aus. Zahlreiche Projekte sind in den Startlöchern und warten mit interessanten ökologischen Konzepten auf neue Mieter. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob die Rekordvermietungszahlen aus den Jahren 2018 und 2019 in Zukunft wieder erreicht werden können.

■ Wohn- und Geschäftshäuser
Die Corona-Pandemie sorgt auch nach eineinhalb Jahren für einen zusätzlichen Auftrieb wohnwirtschaftlich genutzter Anlageimmobilien. Für die Stadt Hannover verzeichneten wir im vergangenen Jahr einen deutlichen Nachfrageanstieg überregionaler Investoren. Erneut kletterte der durchschnittliche Vervielfacher bei Bestandsimmobilien – vom 25-Fachen im letzten Jahr aufs 27,5-Fache. Selbst Immobilien mit erheblichem Investitionsbedarf nähern sich, in entsprechenden Lagen, der Marke von 3000 Euro pro Quadratmeter. Auch in unserem Berufsalltag nehmen wir keine schwerwiegende Beeinträchtigung durch die Pandemie wahr. Im Vermarktungsprozess achten wir selbstverständlich streng auf die Hygienestandards, die für Käufer, Verkäufer, Mieter und uns als Vermittler zum normalen geschäftlichen Umgang geworden sind. Gespannt erwarten wir mögliche Auswirkungen eines Baulandmobilisierungsgesetzes, eines eventuellen Mietendeckels und der allgemeinen politischen Ausrichtung in naher Zukunft auf die Marktentwicklungen in Hannover. Die Nachfrage bezüglich Core-Objekten, gemeint sind langfristig vermietete Immobilien in Eins-a-Lagen, bleibt in Hannover ungebrochen. Insbesondere Bürohäuser in Toplage mit langen Mietvertragslaufzeiten sind bei unseren Investoren nach wie vor gefragt. Eine neue Entwicklung im vergangenen Jahr ist die deutliche Preissteigerung für Zinshäuser in der Region Hannover, wodurch die Renditen bei Wohnportfolios im Vorjahresvergleich erneut fielen. Nahezu alle namhaften nationalen Investoren zeigen weiterhin eine hohe Bereitschaft, Kapital in Hannover anzulegen, ein weiterer Beleg für die Attraktivität unseres heimischen Markts.