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11:13 15.04.2013
Eine ebenerdige Dusche ist nicht nur für ältere Menschen leichter zu benutzen. Auch Jüngere schätzen den Komfort. Quelle: SHK
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Barrierefreiheit ist ein Begriff, der heute allgegenwärtig ist. Er bedeutet aber viel mehr, als Türschwellen zu beseitigen und Aufzüge einzubauen. Vielmehr geht es darum, alle Menschen, ob Kleinkind, Rollstuhlfahrer oder Senior, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen - so wie es auch die UN-Menschenrechtskonvention vorsieht. Öffentliche Räume müssen schon lange so gestaltet sein, dass es jedem Menschen möglich ist, sie zu betreten. Elegant geschwungene Rampen beispielsweise gehören daher neben Treppen schon seit einigen Jahren zum festen Bestandteil von Gebäuden.

Die Menschen werden immer älter, zudem wächst ihre Zahl aufgrund des demografischen Wandels. Schon heute sind rund 16 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre alt oder älter. Im Jahr 2040 wird sich ihre Zahl sogar auf rund 24 Millionen Menschen erhöht haben - das ist dann jeder Dritte.

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Angesichts dieser Entwicklung gilt es, Barrieren auszuräumen und abzubauen. Das spiegelt sich zunehmend auch in privaten Bauprojekten wider. Denn wer heute bereits barrierefrei baut, hat später im Alter keine hohen Umbaukosten und tut sich auch schon jetzt etwas Gutes. Ob ebenerdige Duschen, Böden ohne Stolperfallen, erhöhte Toilettensitze, Steckdosen und Lichtschalter, die in Augenhöhe angebracht sind, oder eine gute Beleuchtung und praktische Handläufe an der Treppe: Es gibt viel, was ein alter Mensch zu schätzen weiß, aber auch für einen jungen Menschen bequem ist. Eine Rampe beispielsweise hat für Eltern mit Kinderwagen einen ebenso hohen Wert wie für Gehbehinderte oder Senioren.

Wie weit Bauherren ihr Haus bereits in jungen Jahren barrierefrei gestalten, ist je nach persönlicher Situation und Geldbeutel sehr unterschiedlich. Experten beraten Interessenten über die zahlreichen Möglichkeiten, die es inzwischen gibt. Hier einige Beispiele, die eigenen vier Wände barrierefrei und altersgerecht zu gestalten oder umzubauen: Elektrische Türöffner, griffige Bodenbeläge, beidseitige Handläufe, farbige Markierungen, die auf Stufen hinweisen, schwellenfreie Böden und Aufzüge, breite Türen, höhenverstellbare Arbeitsflächen und Möbel.

Die technischen Möglichkeiten sind heutzutage besser denn je, viele Handwerksbetriebe haben sich auf das barrierefreie Bauen spezialisiert. Und auch an kompetenten Ansprechpartnern mangelt es nicht. Stadt und Region Hannover informieren über das Thema Barrierefreiheit im Internet unter www.seniorenberatung-hannover.de. Des Weiteren informiert die Niedersächsische Fachstelle für Wohnberatung in der Hildesheimer Stra-ße 20, E-Mail: info@fachstelle-wohnberatung.de, Internet: www.fachstelle-wohnberatung.de. Die Fachstelle ist ein Folgeprojekt der hannoverschen Koordinierungsstelle „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“ des Modellprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Eine spezielle Beratungsstelle für barrierefreies Bauen hat die Architektenkammer Niedersachsen, Friedrichswall5, 30159 Hannover, Telefon (0511) 2809621, E-Mail: info@aknds.de. Sie hilft bei Fragen rund ums Planen und Bauen in Neubauten und Altbauten wie auch hinsichtlich möglicher Förderungen. Die Architekten Rudolf Knoll und Thomas Woschek sind Experten im Bereich barrierefreies Bauen. Sie stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Anfragen können telefonisch oder per E-Mail gestellt werden. Einer der Berater meldet sich dann, um das geschilderte Problem und Lösungsansätze zu besprechen.

Julia Pennigsdorf

Zuschüsse für den Umbau

Unter bestimmten Umständen gibt es Zuschüsse zu Umbaumaßnahmen. Vor allem, wenn Vermieter Wohnungen für ihre Mieter barrierefrei umbauen wollen, lohnt es sich nachzufragen.

Informationen dazu erteilt unter anderem die Kreditanstalt für Wiederaufbau, Telefon (01801) 33 55 77, Internet www.kfw.de. Eine weitere Adresse lautet: Landesmittel des Niedersächsischen Wohnungsbauprogramm/NBank, Investitions- und Förderbank Niedersachsen - Nbank, Günther-Wagner-Allee 12 bis 16, 30177 Hannover, Telefon (05 11) 30 03 10, Internet: www.lts-nds.de. Gefördert werden unter anderem Neubauten, Aus- und Umbauten sowie Erweiterungen von Mietwohnungen für Menschen ab 60 Jahren. Antragsteller ist der Investor. Je nach Lebenssituation kann es auch Zuschüsse der Kranken-, Pflegekassen, Unfallversicherungen, der Rentenversicherungsträger oder der Versorgungsämter geben. Nachfragen lohnt sich.

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