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22:04 19.06.2012
In Energiesparhäusern muss die Heizung selten so hochgedreht werden.
In Energiesparhäusern muss die Heizung selten so hochgedreht werden. Quelle: Friso Gentsch
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Das eigene Haus ist für viele Menschen ein großer Wunsch und zugleich eine der größten Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Wer sein Traumgrundstück gefunden hat, muss sich nun mit gestalterischen Details und der Haustechnik beschäftigen - und sieht sich mit Begriffen wie Passivhaus, EnEV, Nullenergie oder NEH konfrontiert. Und das aus gutem Grund: Der Gesetzgeber fordert vom Bauherrn einen bestimmten Standard, außerdem spielen außer den Baukosten immer auch die später zu erwartenden Betriebskosten eine wichtige Rolle.

Mit der Energiesparverordnung (EnEV) hat der Gesetzgeber die Höhe des Energiebedarfs für ein neu gebautes Haus beschränkt. Zusätzlich schreibt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor, dass Neubauten in der Energiebilanz einen gewissen Prozentsatz an regenerativen Energien vorweisen müssen, beispielsweise mittels einer Solaranlage, einer Pelletheizung oder einer Photovoltaikanlage. Wer diese zusätzlichen Investitionen scheut, muss nachweisen, dass er das Haus im Gegenzug besser dämmt, damit es gar nicht erst zu einem maßgeblichen Energieverlust kommt. Wer einen noch größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten und durch Förderzuschüsse doppelt sparen will, baut ein KfW-Effizienzhaus. Eine weitere Alternative bildet das Passivhaus oder aber das Null- oder Plusenergiehaus.

Behaglichkeit im Niedrigenergiehaus

Entspricht der Neubau den Vorgaben der Energiesparverordnung, spricht man von einem Niedrigenergiehaus (NEH). Dieses verursacht nicht nur einen deutlich niedrigeren Kohlendioxid-Ausstoß, sondern schont auch die Haushaltskasse. Denn während ein Niedrigenergiehaus mit einer Wohnfläche von beispielsweise 150Quadratmetern jährlich rund 750 Liter Öl verbraucht, liegt der Heizölbedarf in einem ungedämmten Altbau bei rund 3000 Litern.

Sparen mit dem KfW-Effizienzhaus

Der Begriff KfW-Haus hat sich aus einem besonderen Förderprogramm der staatlichen KfW-Bank (ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau) entwickelt. Er bezeichnet ein Niedrigenergiehaus, das entsprechend seiner Klassifizierung nur 55, 70 oder 85 Prozent des grundlegenden Jahresenergiebedarfs eines Neubaus hat, der nach den Vorgaben der EnEV errichtet wurde und deshalb mit besonders günstigen Krediten finanziert werden kann.

Körperwärme heizt im Passivhaus

Die konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses ist das Passivhaus. Der Begriff „Passivhaus“ kennzeichnet ein Gebäude, in dem im Sommer wie im Winter ein behagliches Raumklima ohne ein herkömmliches Heizsystem gewährleistet werden kann. Die „passive“ Nutzung der Sonnenwärme, die durch die Fenster ins Haus dringt, sowie die Wärmeabgabe der Geräte und Bewohner reicht aus, um das Haus während der Heizperiode angenehm zu wärmen.

Unabhängig im Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus ist eine technische Weiterentwicklung des Passivhauses. Es weist eine ausgeglichene Bilanz zwischen zugeführter Energie für Heizung, Warmwasser sowie Haushaltsstrom und der vom Gebäude selbst erzeugten Energie etwa mittels Solarkollektoren auf. Das Nullenergiehaus macht Besitzer somit unabhängig von Energieversorgern und damit von steigenden Energiepreisen.

Geld verdienen im Plusenergiehaus

Mit moderner Technik lässt sich nicht nur der Verbrauch an Heizenergie von Häusern drastisch senken. Plusenergiehäuser erzeugen mit Hilfe der Solartechnik rechnerisch sogar mehr Strom, als sie an Wärmeleistung verbrauchen. Das Haus wird zum Kraftwerk - und zur zusätzlichen Geldquelle. Möglich wird das durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es verpflichtet die Stromversorger, jede Kilowattstunde (kWh) Strom zu vergüten, die aus Photovoltaikanlagen in das Netz eingespeist werden.

Staat fördert Energiesparen

Die KfW-Förderbank vergibt Darlehen zum Erwerb von Wohneigentum, fördert aber auch umweltschonende Bau- oder Umbauvorhaben. So unterstützt die KfW-Bank auch den Bau oder Kauf von Energiesparhäusern. Die KfW-Förderung beginnt bei Gebäuden, die höchstens 70 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus verbrauchen. Darüber hinaus gibt es Geld für Strom aus Sonne, Wind und Wasser sowie für den Einbau von Heizungstechnik, die auf erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Nah- beziehungsweise Fernwärme basiert. Alle Förderprogramme lassen sich kombinieren.

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