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10:49 07.10.2013
Gläubige können beim Hausbau auf konkrete Unterstützung durch die Kirche hoffen. Quelle: iStockphoto.com/anyaivanova
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Hannover

Es muss nicht immer die Hausbank sein – in vielen Fällen lohnt es sich für Bauherren und Immobilienkäufer, alternative Finanzierungsquellen zu suchen. So geben auch Kirchen zinsgünstige Darlehen, die Landesbanken legen regelmäßig spezielle Darlehensprogramme auf. Der Bund fördert den Erwerb von Wohneigentum oder Modernisierungen über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Aber auch viele Kommunen und die Kirchen haben Fördertöpfe oder leisten indirekte Finanzierungshilfen. „Damit sollen vor allem junge Familien in der Stadt gehalten werden“, sagt Christine Heidmann, Chefredakteurin des Internetportals „Aktion pro Eigenheim“. Und Thomas Hentschel, Finanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, ergänzt: „Die Förderungen beziehen sich fast ausschließlich auf selbst genutztes Wohneigentum.“ Hier ein Überblick:

  • KfW: Die derzeit zwölf Programme der staatlichen Bank fördern unter anderem den Erwerb von selbst genutztem Wohnraum, energetische Modernisierungen und den altersgerechten Umbau. Das Zinsniveau ist vergleichsweise niedrig und liegt teilweise bei einem Prozent. Außerdem werden bei einzelnen Programmen hohe Tilgungszuschüsse gewährt. Die Kredite werden meist mit anderen Darlehen kombiniert und müssen in der Regel über eine Hausbank beantragt werden.
  • BAFA: Wer seine Heizung umrüsten will, kann verschiedene Förderbeiträge in Höhe von bis zu mehreren Tausend Euro beantragen. Diese reichen von Zuschüssen für Solarkollektoranlagen über den Einbau von Pelletöfen bis hin zur Installation von Wärmepumpen. Außerdem werden Boni zum Beispiel für die Kombination von Solartherme und Wärmepumpe bezahlt. Die Förderungen gelten überwiegend für Bestandsimmobilien und können mit KfW-Krediten kombiniert werden.
  • Landesbanken: Jedes Land habe ein eigenes Wohnbauförderungsprogramm, sagt Heidmann. Darunter seien auch einige Sanierungsprogramme. Die Kredite würden in der Regel direkt vergeben. Da damit eine Vollfinanzierung meist nicht zu leisten sei, könnten die Darlehen mit anderen kombiniert werden. Um ein Darlehen einer Landesbank zu erhalten, müssten meist einige Bedingungen erfüllt werden, erläutert Hentschel. Berücksichtigt werde etwa die familiäre Situation sowie das Einkommen.
  • NBank: Die niedersächsische NBank gewährt Förderungen für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum, Modernisierungen und Umbauten. In Sanierungsgebieten wird die Schaffung von Wohnraum besonders unterstützt. Haushalte mit zwei Kindern unter 15 Jahren können ein – in den ersten zehn Jahren zinsloses - Darlehen für einen Neubau in Höhe von bis zu 35.000 Euro erhalten. Wer ein Haus umbauen möchte, muss mindestens drei Kinder haben. Dann beträgt das Darlehen bis zu 460 Euro pro Quadratmeter. Die Darlehen sind an Einkommensgrenzen gebunden.
  • Kommunen: Auf der Webseite aktion-pro-eigenheim.de findet sich eine Übersicht über die unterschiedlichen Förderungen: von vergünstigen Baugrundstücken über Darlehen bis hin zu Leistungen wie der Vermittlung eines Kita-Platzes oder der Bezahlung einer BahnCard. Voraussetzung für die Bewilligung sei die Selbstnutzung der Immobilie, häufig gelten zudem Einkommensgrenzen.
  • Kirchen: Wer einer Kirche angehört, kann darüber ebenfalls Förderungen erhalten. Diese werden bei der katholischen Kirche von den Bistümern und bei der evangelischen von den Landeskirchen vergeben, erklärt Heidmann. Bei der Vergabe spielten soziale Aspekte meist eine entscheidende Rolle, ergänzt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de. Begünstigt werden in der Regel Familien mit kleinen Kindern und vergleichsweise geringem Einkommen. Meist werden sehr preisgünstig Erbpachtgrundstücke für die Dauer von in der Regel hundert Jahren zur Verfügung gestellt, in einzelnen Fällen auch zinslose Darlehen.
  • Arbeitgeber: Auch Firmen vergeben mitunter zinsgünstige Kredite, etwa um Mitarbeiter an sich zu binden. Die „Aktion pro Eigenheim“ rät, den Vertrag schriftlich zu fixieren, weil das Darlehen ansonsten als zu versteuerndes Einkommen gilt. Die Raten werden in der Regel vom Gehalt abgezogen. Hentschel warnt, dass bei einem Wechsel der Arbeitsstelle unter Umständen das Geld sehr bald zurückgezahlt werden müsse.
  • Berufsständische Banken: Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank beispielsweise gewährt einigen Berufsgruppen günstige Darlehen für Wohneigentum. Eine Vollfinanzierung ist möglich, die Zinsen sind vergleichsweise günstig. Bereits Studenten der entsprechenden Fachrichtungen können das Angebot in Anspruch nehmen.

Sebastian Hoff