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Bauen & Wohnen Das Minisofa kehrt heim
Mehr Bauen & Wohnen Das Minisofa kehrt heim
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00:45 18.02.2012
Schön, schlicht und schmal: Kleine Sofas wie das Modell „Bela“ von Rolf Benz lassen den Wohnraum offener erscheinen. Kleiner wirkt auch, was runder ist – wie die Couch „Avec Plaisir“ (kleines Bild) von Brühl.Fotos: Rolf Benz, Brühl
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Die Zeiten der großen, raumfüllenden Sitzecken sind allerdings vorbei, wie sich auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse in Köln gezeigt hat.

Polstermöbel werden deutlich zierlicher und kleiner, sagt Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef bei Bonn. Dabei blieben aber Funktionen wie das Umklappen der Lehnen oder Hochklappen der Fußteile erhalten. „Wir wissen, Wohnraum wird immer teurer“, sagt Bernd Schellenberg vom Hersteller Machalke Polsterwerkstätten, „deshalb werden kleinere Möbel gebraucht.“

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Das sind nun vor allem Zwei- oder Dreisitzer statt einer zusammenhängenden Sofalandschaft. Die Sitzflächen sind nicht so tief, weshalb man eher wieder aufrecht sitzt, statt zum Liegen gezwungen zu werden. Aber die neuen Sofas wirken auch durch ihr Design filigraner. Arm- und Rückenlehnen sind bei manchen Modellen so schmal wie eine Stuhllehne.

Daher sind die neuen Sofas auch flexibler einsetzbar als eine große Couch: Je nach Raummöglichkeit lassen sie sich als große Sitzgruppe aus mehreren Einzelteilen zusammenstellen oder als Solitäre frei im Raum aufbauen, beschreibt Hersteller Brühl die Möglichkeiten für seine mit dem „Interior Innovation Award 2012“ preisgekrönte Couch „Avec Plaisir“. Ein anderes Beispiel ist „Bela“ von Rolf Benz, zwischen 171 und 213 Zentimeter lang und damit laut Prospekt „das perfekte Sofa für die elegante Stadtwohnung“.

Manche Designer arbeiten zudem mit Tricks, um die Polstermöbel noch ein wenig filigraner wirken zu lassen. Eine Möglichkeit sei ein insgesamt runderes Design, wie Geismann schildert. Das lasse die Möbel im Raum einladender erscheinen. Eine andere Möglichkeit ist der Abschied vom streng geometrischen Design. So wirkt etwa ein Sessel schmaler, wenn sich die Armlehnen nach vorne hin leicht öffnen. Dieser optische Kunstgriff wurde beispielsweise beim Sessel „Ole“ von Signet Wohnmöbel angewandt, wie Geschäftsleiterin Carola Klimke verrät.

Doch die kleineren Maße lassen die Sofas nicht im Raum verschwinden – viele Modelle fallen durch ungewöhnliche Formen, Materialien und Farben sehr auf. Ein Beispiel hierfür ist das Modell „Élysée“ von Ligne Roset, das aussieht wie ein hübsch geschminkter Mund. Und das Modell „Arabella“ von Leolux sieht aus wie der mittelgroße Bruder eines Loungesessels.

Als Bezug besonders beliebt ist weiterhin Leder. Der VDM geht von einem Lederanteil bei den Sofabezügen von bis zu 45 Prozent aus. Und dieser könnte in diesem Jahr gut übertroffen werden, sagt Geismann, die sich auf der Möbelmesse die Sofatrends angeschaut hat. Häufig werde Schrumpfleder verwendet – das sieht aus, als wäre es schon länger in Gebrauch. „Es wird heiß gewaschen und dann getrocknet“, erläutert Bernd Schellenberg. „Das kennt man vom Waschen – wird ein T-Shirt zu heiß gewaschen, geht es ein. Leder wird dabei auch noch stabiler.“

Besonders haben es den Designern die glatten, feinen Leder, die dem Material für Handschuhe und Handtaschen ähnlich sind, angetan – und das in allen möglichen Farben. „Die Gerber sind ja inzwischen so weit, dass sie ein tolles Beige oder Blau hinbekommen“, sagt Geismann.

Blau ist überhaupt die Trendfarbe bei den Sofas. „Es hat sich auf der Internationalen Möbelmesse bestätigt, dass Blau zurück ist – was interessant ist, denn Blau war die letzten 15 bis 20 Jahre aus den europäischen Wohnzimmern verbannt“, erklärt sie. Und so sieht man wieder ein Himmelblau im Wohnzimmer stehen. Auch dunklere Töne bieten die Hersteller häufig an. Daneben, eher etwas für jüngere Kunden, gab es auf der Messe Denimbezüge zu sehen. Die Sofas zeichnen sich auch durch weitere Details des Kleidungsstückes aus: die jeanstypischen Doppelnähte und Zierreißverschlüsse.

dpa/tmn

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