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Bauen & Wohnen Das große Krabbeln aus der Wohnung verbannen
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09:00 22.04.2013
Sie sind gekommen, um zu bleiben. Oft kann nur der Schädlingsbekämpfer die ungebetenen Gäste, in diesem Fall Wespen, vertreiben. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Dessau

Motten zwischen den Kleidern, Ameisen in der Küche, Wespen auf dem Balkon, Fruchtfliegen auf dem Obst: Manches Haustier kommt ungebeten zu Besuch. Ab Frühjahr nimmt das Auftreten einiger Arten deutlich zu. Ganz vermeiden kann man Schädlinge und Lästlinge in den eigenen vier Wänden zwar schlecht, wenn die Tierchen aber sehr häufig auftreten, sollte man reagieren. Schädlinge wie Kakerlaken, die gefährliche Krankheiten übertragen können, sollten sogar beim ersten Auftreten bekämpft werden. „Die Gefahr kann der Laie nicht einschätzen. Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen“, betont Barbara Jahn, Expertin für tödliche Wirkstoffe gegen Schadorganismen beim Umweltbundesamt in Dessau.

Gegen viele Schädlinge und Lästlinge helfen allerdings zunächst Hausmittelchen. So empfiehlt Bärbel Holl, Schädlingsbekämpferin und Vorsitzende des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (vfoes) in Düsseldorf, Wegameisen mithilfe von Marmelade und Backhefe zu töten. Verschiedene Mottenarten könnten mit Mitteln auf Pfefferminzbasis vertrieben werden. Von der Verwendung der chemischen Keule rät sie dringend ab: „Ich lese den Kunden häufig als Erstes vor, was auf den Sprühflaschen steht, die sie benutzt haben. Das wirkt dann sehr abschreckend.“ Denn das Gift, das die Tiere töten soll, setzt sich unter Umständen auf Lebensmitteln oder Möbeln ab und wird zum Gesundheitsrisiko.

Jeder Schädling muss unterschiedlich bekämpft werden

Auch Ralf Busse, Fachberater beim Schädlingsbekämpfungsunternehmen Biotec Klute in Hannover, erlebt es häufig, dass die Kunden zunächst selbst versuchen, die ungebetenen Gäste zu beseitigen. Das Problem sei aber oft, dass die Schädlinge und Lästlinge nicht richtig erkannt werden. Busse dagegen erkennt viele Tiere auf den ersten Blick, manchmal kann er sie beispielsweise anhand von Kotspuren identifizieren. Im Zweifelsfall zieht er Biologen zur Bestimmung heran. Erst wenn der Schädling sowie seine Herkunft und die Stärke des Befalls bekannt sind, vereinbart er mit dem Kunden die Maßnahmen - und den Preis: „Jeder Schädling muss unterschiedlich bekämpft werden“, erläutert Busse, „daher kann es keine feste Preisliste geben.“ Befinde sich beispielsweise ein Wespennest am Dach eines mehrstöckigen Hauses, müsse eine Hebebühne zum Arbeiten gemietet werden.

Ist das Wespennest größer als ein Tennisball, dürfe es nicht zerstört, sondern müsse umgesiedelt werden, erklärt Busse. Schädlingsbekämpfer hätten bei ihrer Arbeit grundsätzlich Umweltgesichtspunkte zu berücksichtigen. Die Zeiten, in denen Kammerjäger mit Sprühflaschen kamen und alles vernebelten, seien längst vorbei. „Die Gesetze schreiben vor, die geringstmögliche Toxizität zu verwenden“, ergänzt Holl. Wichtig seien deshalb die richtige Analyse und das Wissen über den Schädling. Außerdem reiche es nicht, die Population einmalig zu töten. Vor allem ihr erneutes Auftreten müsse unterbunden werden. Dafür muss untersucht werden, wie die Tiere ins Haus kommen konnten. Ameisen zum Beispiel gelangten leicht durch Ritzen und undichte Türen ins Haus, erklärt Jahn. Solche Zugänge sollten abgedichtet werden. Kakerlaken, auch Schaben genannt, hingegen würden oft über gebrauchte Gegenstände wie Elektrogeräte oder alte Pappkartons eingeschleppt. Und Motteneier befinden sich mitunter in den Supermarkteinkäufen, weiß die Expertin. Lebensmittel sollten daher nach dem Kauf kühl und trocken gelagert oder luftdicht verschlossen werden.

Jahn empfiehlt darüber hinaus, Müll rasch zu entsorgen, Essensreste nicht ins Klo zu spülen, Gerümpelecken aufzuräumen und auf eine gewisse Hygiene im Haus zu achten. Der Befall von Schädlingen habe jedoch häufig nicht mit Unsauberkeit zu tun, sagt Busse.

Meldepflichtig sei in einigen Bundesländern in der Regel nur das Auftreten von Ratten, erläutert Jutta Klasen, Expertin für Infektionsschutz beim Umweltbundesamt. Denn diese könnten, etwa über verunreinigte Lebensmittel, Krankheitskeime auf den Menschen übertragen.

Sebastian Hoff

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