Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bauen & Wohnen Das vernetzte Heim
Mehr Bauen & Wohnen Das vernetzte Heim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 29.07.2013
Mit den richtigen Einstellungen gelangen Filme ohne Umwege vom Notebook auf den Fernseher. Quelle: Monique Wüstenhagen
Anzeige
Hannover

Das Internet ist im Wohnzimmer angekommen: Jeder Dritte hatte Ende 2012 in Deutschland seinen Fernseher mit dem Netz verbunden, entweder direkt oder über ein Zusatzgerät. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des IT-Verbands Bitkom hervor. Acht Prozent surfen demnach über ihren Blu-ray-Player, fünf Prozent nutzen eine Spielekonsole. Sind die Geräte ans Netz angebunden, kann der Nutzer damit aber nicht nur Videos und Musik aus dem Internet, sondern auch aus dem heimischen Netz abrufen.

Wer sich dafür interessiert, stößt früher oder später auf die Abkürzung DLNA. Die vier Buchstaben stehen für „Digital Living Network Alliance“. Das sei ein Zusammenschluss von rund 250 Firmen, die einen Standard geschaffen haben, auf dem ihre Geräte Multimediadaten über ein Netzwerk bereitstellen, übertragen und abspielen können, erklärt Markus Mizgalski von der Zeitschrift „PC Praxis“.

Anzeige

DLNA-fähig können neben Fernsehern auch andere Geräte sein - darunter Blu-ray-Player, Satellitenempfänger, Internetradios, Funklautsprecher, Mehrkanal-Hi-Fi-Verstärker für Audio und Video (sogenannte AV-Receiver), aber auch Netzwerkspeicher, Router sowie Smartphones und Tablets. Unterstützen zwei Geräte DLNA, erkennen sie sich im Netzwerk gegenseitig, selbst wenn sie von unterschiedlichen Herstellern kommen. Das macht die Einrichtung eines Heimnetzwerks einfach.

Wo die Daten gespeichert sind, ist unwichtig

Die Möglichkeiten der Anwendung sind vielfältig. „Stellen Sie sich vor, Sie pflegen eine Mediensammlung auf Ihrem Computer im Arbeitszimmer“, erklärt Andreas Frank, Redakteur bei der Zeitschrift „Connected Home“. „Mit DLNA können Sie bequem vom Sofa im Wohnzimmer die Bilder betrachten und die Musikstücke hören. Und zwar wahlweise auf Ihrem Fernseher oder direkt auf dem Tablet-Computer.“ Wo die Daten gespeichert sind, ist dabei unwichtig.

Dreh- und Angelpunkt in jedem Heimnetzwerk ist der Router. Er verteilt die Daten zwischen den verschiedenen Geräten. Für das Übertragen von Multimediadaten reiche in der Regel ein Router mit Ethernet-Buchsen, die 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) transportieren, sagt Frank. Ein größeres Netzwerk mit 1000 MBit/s lohne sich vor allem für das schnelle Kopieren von Dateien zwischen zwei Geräten.

Für eine flüssige Datenübertragung über Funk sollte der Router den schnellen WLAN-Standard 802.11n unterstützen. Dessen Nachfolger 802.11ac ist zwar noch schneller, bisher sind aber nur wenige Geräte damit ausgestattet. Ein Vorteil ist es, wenn der Router außer im 2,4-Gigahertz- auch im 5-Gigahertz-Band funkt. „Im 2,4-Gigahertz-Band ist heute ein Großteil aller Router unterwegs. Dadurch stören sie sich gegenseitig“, erklärt Frank. „Das 5-Gigahertz-Band wird noch relativ wenig genutzt und bietet dadurch mehr Reserven.“ Damit der Frequenzwechsel klappt, müssen neben dem Router auch alle Endgeräte beide Bänder unterstützen. Wer einen sogenannten Dual-Band-Router besitzt, kann sogar zwei parallele Netze auf beiden Frequenzen aufbauen.

Ein Installationsassistenten hilft bei den ersten Schritten

Schwieriger als die Einrichtung des kabellosen Funknetzwerkes (WLAN) ist es für Laien oft, den Medienserver zum Laufen zu bringen. Das ist das Gerät, auf dem die Videos und Musikstücke für das Heimnetzwerk tatsächlich lagern. Diese Rolle kann zum Beispiel ein Netzwerkspeicher übernehmen. Anfänger sollten beim Kauf darauf achten, dass das Gerät einen Installationsassistenten beinhaltet, der bei den ersten Schritten hilft. Wer den Aufwand scheut, kann die Daten aber auch auf dem Computer mit Windows für das Netzwerk freigeben. Die Übertragung der Daten („Streaming“) funktioniert dann aber nur, wenn der Rechner eingeschaltet ist.

Für Apple-Fans gibt es auch die Streamingmethode Airplay. Dieser Standard steht auf iPhones, iPods touch und iPads mit mindestens Version 4.3 des Betriebssystems zur Verfügung, iTunes unterstützt Airplay seit der Version 10.2. Empfänger können unterschiedliche Geräte sein, darunter Funklautsprecher und AV-Receiver verschiedener Hersteller sowie die Set-Top-Box Apple TV.

„Die Geräte tauchen automatisch im Airplay-Menü auf, sobald sie mit demselben WLAN oder Router verbunden sind“, erklärt Andreas Frank das Prinzip. Im Vergleich zu DLNA hat Airplay mehr Komfortfunktionen. So sorgt Apple mit strengen Vorschriften dafür, dass die Bedienung überall gleich funktioniert. Außerdem sei Airplay in der Praxis ein wenig stabiler, sagt Frank. Geräte, die den Apple-Standard unterstützen, sind allerdings in der Regel noch relativ teuer.  

Jochen Wieloch

Anzeige