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Bauen & Wohnen Feuer und Flamme für modernes Design
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12:07 16.12.2013
Große Sichtfenster werden mittlerweile auch bei Pelletöfen angeboten. Quelle: Piazetta
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Hannover

Schon vor Jahrtausenden wurden die ersten Öfen gebaut. Zwar gibt es längst verschiedene moderne Heizungssysteme, aber auch heute noch wollen viele Hausbesitzer nicht auf die gemütliche Wärme eines Ofens verzichten. Häufig wird er außerdem als Einrichtungsgegenstand betrachtet. Es gibt Kachel- und Pelletöfen sowie Kamine in allen Farben und Formen - von elegant bis rustikal, aus Naturstein, Kacheln oder Metall, vollautomatisch oder mit Holzscheiten befeuert.

Der Ofen als Designerstück

„Die Leute haben Spaß am Feuermachen – sie lieben die kleine Zeremonie, bevor es gemütlich wird“, sagt Tim Froitzheim vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn. Stand der Ofen früher eher in der Wohnzimmerecke, rückt er heute als Designerstück immer mehr ins Zentrum.

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Bei der Optik sieht Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik in Frankfurt am Main, keinen eindeutigen Trend im Handel: „Was Formen und Farben angeht, sind die Händler recht breit aufgestellt.“ Er hat aber eine Tendenz zu höherwertigen und teureren Geräten beobachtet. Gefragt seien wasserführende Öfen, die nicht nur das Wohnzimmer heizen, sondern auch Brauch- und Heizungswasser erhitzen und die Zentralheizung entlasten können.

Auch Pelletöfen werden meist als Zusatz zu einer bestehenden Öl- oder Gasheizung installiert, können aber schon einen Großteil des Heizbedarfs abdecken, erläutert Sebastian Köck vom Deutschen Energieholz- und Pelletverband. Die Geräte werden technisch immer aufwendiger: Die automatische Zündung sei seit etwa zehn Jahren Standard. Mit einem Temperaturfühler sowie einer Zeitsteuerung ausgestattet, startet und stoppt der Ofen von selbst. „Außerdem ist die Steuerung per Mobiltelefon möglich“, ergänzt der Diplom-Ingenieur. „So kann man die Heizung schon auf dem Weg ins Wochenendhäuschen starten. Und wenn man ankommt, ist es angenehm warm.“ Neu ist die Steuerung und Programmierung des Ofens über ein Touch-Display.

Augenmerk auf schönes Design

Auch bei Pelletöfen wird mehr Wert auf schönes Design gelegt. Noch vor zehn Jahren habe es fast nur graue Öfen gegeben, jetzt gehe der Trend zu schwarzen Grundkörpern, häufig in Kombination mit gräulichem Speckstein oder gelblichem bis rötlichem Sandstein. Keramikverkleidungen seien hingegen rückläufig, berichtet Köck. „Das ist eher bei den Italienern ein Thema, die Deutschen mögen es lieber puristisch als rustikal.“

Früher wurde viel mit Keramik gearbeitet. „Der klassische Kachelgrundofen ist nach wie vor sehr effizient, gibt die Wärme über viele Stunden ab, und die Kacheln sind zudem auch noch leicht zu reinigen“, erklärt Froitzheim „Allerdings sind diese Öfen nicht gerade günstig in der Anschaffung.“ Vor etwa 20 Jahren kamen dann verputzte Öfen in Mode, deren Farbe sich leicht an das Wohnumfeld anpassen lässt.

Matte Farben liegen im Trend

Kunden entscheiden sich häufig für eine Kombination aus beidem: einen Putzofen mit ein paar aufwendig gearbeiteten großen Zierkacheln und einer Sitzbank oder einem Feuertisch aus Keramik. „In optisch schlichten Landhäusern werden immer noch kräftige Farben wie Blau oder Grün eingesetzt“, sagt Froitzheim. „In modernen Häusern setzt man auf Erdtöne, Pastellfarben oder einfach auf Weiß oder Anthrazit. Insgesamt liegen matte Farben im Trend.“

Ein großes Sichtfenster gehöre zu jedem Ofen dazu, erläutert Köck: „Die Leute wollen sich das Abenteuer mit Feuer und Flamme in den Wohnraum holen.“ Die neuen Pelletöfen werden deshalb so entworfen, dass ihr Flammenspiel dem eines Holzofens möglichst nahekommt. „Es gibt auch Öfen mit großer Sichtfläche, die von mehreren Seiten einsehbar sind“, sagt Froitzheim: „Aber bei einem modernen Haus mit guter Dämmung ohne großen Heizbedarf weiß man dann oft nicht, wohin mit der Wärme.“ Besser sei in diesem Fall ein kleinerer und geschlossener Ofen.

Klassische Kacheln bleiben in Mode

Beim Grundofen kommen die klassischen Kacheln, wie man sie aus alten Bauernhäusern kennt, seit Jahrhunderten nicht aus der Mode. Sie sind grün glasiert oder handbemalt mit Blumen, Pflanzen oder Engelsfiguren.

Die Oberflächen werden dagegen immer aufwendiger:

Es gibt sie in allen Varianten – ob eckig oder abgerundet, glänzend oder matt, mit Relief oder glatt. Auch Großformate sind im Trend. Deren Struktur ist meist nicht glatt, sondern organisch – also auf den ersten Blick unregelmäßig, mit Rillen, Lamellen oder Linien. Gefragt sind auch Kombiöfen mit einem Fenster und Kacheln, die die Wärme speichern können. dpa/tmn

Susanna Hoke