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Bauen & Wohnen Der erste Eindruck zählt
Mehr Bauen & Wohnen Der erste Eindruck zählt
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00:30 07.05.2011
Verkehrsknoten: Vom Flur gehen die meisten Zimmer ab, schmale Möbel bieten Stauraum und lassen die nötige Breite zum Durchgehen frei. Seilsysteme ermöglichen genau angepasste Lampenmontagen. Licht.de
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Ein düsterer, schlauchförmiger Raum mit bunt zusammengewürfelten Möbeln: So sieht der Flur in vielen Wohnungen aus. „Dabei sollte eigentlich gelten: Je einladender und freundlicher, umso besser“, sagt Ines Wrusch vom Bund Deutscher Innenarchitekten in Bonn. Ein großes Hindernis auf dem Weg dorthin ist aber häufig der ungünstige Zuschnitt des Raumes.

Hauptaufgabe des Flures ist meist das zentrale Verteilerkreuz: Von hier aus sollen möglichst alle Räume zugänglich sein. Im Einfamilienhaus lässt sich diese Funktion auch durch eine quadratisch geschnittene Diele erfüllen. Das eröffnet noch relativ viele Gestaltungsmöglichkeiten.

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Anders sieht es im Mehrfamilienhaus aus. „Damit alle Räume erschlossen werden, ist der Flur hier nicht unbedingt kleiner, aber zwangsläufig meist lang und schmal“, sagt Wrusch. Diese Schlauchform begrenze die Stellfläche für Möbel erheblich. Zudem sind die Wandflächen von Türen durchbrochen. Da ist Kreativität gefragt.

„Wichtig ist, dass im gesamten Flur ein Durchgang von mindestens 60 bis 80 Zentimetern gewährleistet ist“, rät Mareike Hermann von der DIY-Academy in Köln. Eine Garderobe ist unverzichtbar. Die platzsparendste Variante seien so viele Kleiderhaken, wie es Bewohner gibt, empfiehlt Wrusch. „Sehr praktisch sind Klapphaken zum Beispiel aus Edelstahl oder Acryl“, ergänzt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef. Werden Kleiderbügel verwendet, sollten die Haken so weit auseinander angeordnet werden, dass auch dicke Mäntel nebeneinander hängen können.

„Haken auf zwei Ebenen bieten auch Platz für kurze Sachen, verdoppeln den Stauraum und berücksichtigen die Kleinsten in der Familie“, sagt Hermann. Eine originelle Alternative ist eine Leiter, die senkrecht an der Wand angebracht wird. „Oder Sie hängen einen Rundholzstab mit Drahtseil von der Decke ab.“

Auch die Möbelindustrie hat den Bedarf erkannt und bietet immer mehr funktionale und optisch ansprechende Möbel für den Flur. „Sehr schön sind Lösungen wie ein Spiegel, der mit einigem Abstand zur Wand im Raum steht und durch eine Garderobenstange, eventuell auch noch eine Hutablage oder einen Schuhboden mit der Wand verbunden ist“, erläutert Geismann. Für hohe Altbauwohnungen sind Systemmöbel eine Überlegung wert, die die volle Raumhöhe nutzen. Familien sollten über Module nachdenken, die sich nach Bedarf verändern lassen.

Nach der Unterbringung der Kleidung ist die der Schuhe die zweitgrößte Herausforderung. „In Schuhschränken mit Klappen werden die Schuhe hochkant hineingesteckt und sind staubsicher und unsichtbar verstaut“, erläutert Geismann. Diese meist hüfthohen Möbel mit einer Tiefe von 15 bis 20 Zentimetern bieten zudem noch eine Ablagefläche. Auch in einem Regal mit Stangen oder Stofftaschen sind die Schuhe gut aufgehoben.

„Praktisch, aber nur in etwas breiteren Räumen machbar, ist eine gepolsterte Multifunktionsbank: Sie bietet Platz zum Sitzen oder auch zum Abstellen von Einkaufskisten und darunter Stauraum für Schuhe und mehr“, schlägt Wrusch vor.

Dann müssen noch die kleinsten Utensilien einen Platz bekommen: Die wichtigsten Schlüssel kommen ans Schlüsselbrett. Nützlich ist auch eine Ablage für Briefe. Das i-Tüpfelchen schließlich ist ein Spiegel in Kopfhöhe für den letzten Kontrollblick, sagt Wrusch: „Ein Spiegel reflektiert außerdem das Licht und trägt, an einer Längsseite angebracht, entscheidend dazu bei, den Raum optisch zu verbreitern.“

dpa/tmn