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Bauen & Wohnen Die Sauna fürs Eigenheim
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00:11 17.11.2012
Regelmäßiges Saunieren stärkt das Immunsystem und beugt Infektionskrankheiten vor. iStockphoto.com/ Deklofenak, Teka, Klafs
Schwitzen ist gesund: Regelmäßiges Saunieren stärkt das Immunsystem. Quelle: iStockphoto.com
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Hannover

Was der beste Platz für eine Sauna ist? „Jeder Raum im Haus ist grundsätzlich geeignet. Es gibt keine Einschränkungen“, sagt Axel Diedenhofen, Geschäftsführer des Bundesfachverbandes Saunabau, Infrarot- und Dampfbad e.V. in Wiesbaden. Wurden noch in den siebziger und achtziger Jahren Saunen vornehmlich in Keller gebaut, so erobern die Schwitzkästen zunehmend die oberen Hausetagen: Oft werden sie in die Badezimmer integriert, im eigenen Haus ebenso wie in der Mietwohnung. Auf Dachböden oder in Schlafzimmern sind Saunen ebenfalls zu finden. „Sie werden auch in Kinderzimmer gebaut, sobald die Kinder ausgezogen sind“, sagt Diedenhofen.

In der Regel werden keine Produkte von der Stange, sondern Einzelanfertigungen gekauft. Saunahersteller wie das Unternehmen Teka in Hannoversch Münden erfüllen Kundenwünsche und kommen zu einer Vorortberatung ins Haus. Stefan Echterbecker vom Hersteller Klafs in Schwäbisch Hall sieht zunehmend die Tendenz, dass in Häusern, die von Architekten geplant werden, Wellnessbereiche bereits vorgesehen sind. Die Bäder sind dann schon mal 20 Quadratmeter groß. Und der Blick aus der verglasten Sauna geht durch die Fensterfront in den Garten.

Aber es geht auch kleiner und bescheidener: Klafs zum Beispiel hat eine „Smartsauna“ im Programm, die an eine normale Steckdose angeschlossen, mit Klemmverschlüssen selbst montiert und jederzeit woanders aufgestellt werden kann.

Teka-Saunen wurden bereits in ehemalige Speisekammern oder in alte Gewölbekeller eingepasst. „Mit Holz kann man sehr flexibel arbeiten, da sind auch runde Dächer möglich“, erläutert Geschäftsführer Christian Halbach. Undenkbar sei für ihn grundsätzlich kein Saunaplatz, sagt Echterbecker. Aber er habe Kunden auch schon mal von einer Idee abraten müssen: „Eine Sauna im Raum unter einer Treppe zum Beispiel ist nicht zu realisieren, zumal der Ofen einen Mindestabstand zur Decke haben muss.“

Die Hersteller gehen für Saunen von einer Mindestgröße von vier Quadratmetern aus. „Das Innenmaß sollte auf jeden Fall zwei Meter betragen, damit man bequem darin liegen kann“, betont Echter-becker. Eine weitere Anforderung für Saunen sei ein Starkstromanschluss mit 400 Volt sowie einem separaten Fehlerstromschalter (FI-Schalter) und einer eigenen Sicherung. Wichtig sei außerdem eine vernünftige Be- und Entlüftung, ergänzt Diedenhofen. Das können ganz normale Fenster und Türen sein oder auch Abluftrohre, die ins Freie führen. Halbach empfiehlt darüber hinaus abwischbare Böden im Saunabereich. Das müssten aber nicht immer Fliesen sein, auch Holzböden seien geeignet. Dusche und Ruheliege in der Nähe erhöhen den Komfort.

Saunen in der einfachsten Ausstattungsform gibt es im Fachhandel ab 3000 Euro. Wer etwa vollverglaste Türen, besondere Lichtstimmungen oder mit Paneelen verkleidete Saunen haben möchte, zahlt drauf: „Designelemente werden immer wichtiger“, beobachtet Diedenhofen: „Nach oben hin sind bei den Preisen keine Grenzen gesetzt. Die meisten Menschen leisten sich allerdings nur einmal in ihrem Leben eine Sauna.“ Seiner Erfahrung nach ist der Kauf selten eine spontane Entscheidung. Vielmehr seien die Interessenten in der Regel sehr gut informiert. Echterbecker rät allen Käufern, sich Ausstellungen anzuschauen: „Es ist gut, wenn man sich mal in die Saunen reinsetzt.“

Die meisten Saunen befinden sich im Haus - dort sind in der Regel Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden. Aber auch in Gärten werden die Wohlfühloasen gebaut: „Das muss längst nicht mehr der Blockhausstil sein“, sagt Halbach. „Es gibt inzwischen auch Saunen in moderneren Formen, etwa als Kubus.“ Wer keinen Stromanschluss legen lassen möchte, kann auf Holz- oder Gasöfen zurückgreifen. Empfehlenswert sei ein Vorraum, damit die Wärme nicht so leicht verloren geht und die Saunagänger nicht gleich in der Kälte stehen, sagt Echterbecker. Er weist außerdem darauf hin, dass die Sauna frostsicher auf dem Boden stehen müsse. Unter Umständen sei zudem ein Bauantrag nötig. Wegen der erforderlichen baulichen Maßnahmen könnten sich die Kosten für eine Gartensauna schnell auf bis zu 30000 Euro belaufen.

Mit Gütesiegel

Einfache Saunen gibt es in Baumärkten bereits zu Preisen unter 1000 Euro. Wer auf höhere Qualität setzt, sollte allerdings ein Modell mit RAL-Qualitätssiegel erwerben. Solche Saunen erfüllen Mindestanforderungen wie Kabinenelemente mit Nut und Feder sowie Diffusionssperren mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 150 Grad Celsius. Die Liegen halten mindestens 200 Kilogramm aus und sind für die Reinigung herausnehmbar. Die Öfen bestehen aus korrosionsbeständigem Material und sind durch Schutzgitter abgeschirmt. Innerhalb von einer Stunde erwärmen sie die Sauna auf mindestens 90 Grad Celsius. Zur Ausstattung gehören ein Thermometer, Kopfstützen, Saunaleuchte und Sanduhr. hoff Weitere Informationen gibt es unter www.sauna-ral.de

Sebastian Hoff