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Bauen & Wohnen Die Windmühle auf dem Dach
Mehr Bauen & Wohnen Die Windmühle auf dem Dach
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00:50 21.05.2011
Her mit dem Wind: Die Anlage Enflo 0071 der Schweizer Firma Windtec Systems verfügt nach Herstellerangaben über eine Nennleistung von 0,5 kW. foto@bernhard-friese.de
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Im Schatten der allgegenwärtigen Sonnenenergie wächst und gedeiht seit vielen Jahren auch das kleine Pflänzchen der Windenergie. Inzwischen gibt es nicht nur Großwindanlagen (Growian), die zu Windparks zusammengeschlossen zwischen 50 und 150 Meter hoch zwischen Dörfern und auf See stehen, sondern auch Kleinwindanlagen (KWA) mit Masthöhen bis zu 20 Meter, die Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe versorgen können. Zunehmend erreichen jedoch auch Kleinstanlagen mit Rotordurchmessern bis zu zwei Metern die Marktreife, die auch ohne Mast zum Beispiel neben Satellitenschüssel oder Antenne auf dem Dach oder am Giebel montiert werden können. Die privat anwendbaren Windkraftanlagen (Pawian) haben eine große Typenvielfalt erreicht:

  • Die Schönsten sehen auch auf den dritten Blick noch aus wie Kunstwerke.
  • Die Kleinsten kosten weniger als 1000 Euro.
  • Die Witzigsten haben die Generatorhäuschen in der Form von Wespen.
  • Unterschiedliche Rotorformen für Stark- und Schwachwindgebiete sind auf dem Markt.
  • Im Gegensatz zu Solarpanels arbeiten Windkraftanlagen auch bei Dunkelheit und im oft bedeckten Winter.
  • Allen gemeinsam ist, dass der erzeugte Strom vor Ort verbraucht, aber auch in preiswerten Akkubänken im Haus gespeichert werden kann, sodass kein aufwendiges Stromnetz erforderlich ist.
  • Die bei Großwindanlagen gefürchteten rotierenden Schatten, die Windgeräusche und das Brummen entfallen bei den Pawianen: Für auffallende Schatten sind sie zu klein, und Schallmessungen scheitern daran, dass Miniwindräder leiser als der Wind sind.
  • Neu auf den Markt kommen jetzt Windenergieanlagen, die statt Strom direkt nutzbare Heizwärme erzeugen.

Einmal im Jahr trifft sich die alternative Energiebranche in Husum zur Fachmesse New Energy, um Produkte, Ideen und Dienstleistungen vorzustellen. Die kühnsten Aussteller der diesjährigen New Energy haben sich nicht weniger vorgenommen, als ihre Kunden unabhängig von Energieunternehmen zu machen. Dazu haben sie Komplettpakete konzipiert, die mit einfach zu bedienender Technik sowohl Wärme als auch Gas und Strom erzeugen. Dazu soll ein großer Komposthaufen als Biomeiler mit Heizschlangen durchzogen werden und Wärme liefern, ein in der Mitte platzierter kleiner Biogasreaktor produziert Koch- und Brenngas, das mit einem Generator in Elektrizität umgewandelt wird.

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Gemeinsam ist all diesen Ideen, dass sie ein bisschen Fläche und Abstand zu Nachbarn benötigen und damit eher für frei stehende Einfamilienhäuser als für Innenstädte geeignet sind – zumindest bei der geltenden Rechtslage. Gemeinsam ist den Ideen auch, dass sie eigentlich keine neuen Energiegewinnungsmethoden sind. Vielmehr hat sich jetzt ein Markt entwickelt, der auch Serienfertigungen wirtschaftlich werden lässt.

Aber auch für dicht bebaute Wohngebiete gibt es Neuigkeiten. Zum Beispiel Blockheizkraftwerke, kaum größer als ein Schulranzen, die mit Erdgas betrieben in die Heizungsanlage im Badezimmer integriert werden und einen kleinen Beitrag zur heimischen Energieversorgung leisten können. Oder kommodengroße Blockheizkraftwerke, die im Keller viel mehr Strom produzieren als im Haus verbraucht werden kann. Sie werden per Funktelefonmodul von einer Zentrale aus gesteuert und können zusammengeschaltet konventionelle Stromlieferungen ersetzen.

www.new-energy.de

Von Ralf C. Kohlrausch

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