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Bauen & Wohnen Fahrradgaragen für teure Räder attraktiv
Mehr Bauen & Wohnen Fahrradgaragen für teure Räder attraktiv
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00:00 15.09.2012
Neben blickdichten Boxen gibt es auch transparente Fahrradgaragen, die genauso sicher sind.
Neben blickdichten Boxen gibt es auch transparente Fahrradgaragen. Quelle: MHMS
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Hannover

Wenn es um Fahrräder geht, sind die Niederländer den Deutschen oft mindestens eine Reifenbreite voraus. Fahrradgaragen, sogenannte Fietsentrommeln, gehören dort in Städten und Wohnvierteln schon seit Jahren zum Erscheinungsbild. Hierzulande führen diese Unterstände allerdings noch ein Nischendasein, sagt Bettina Cibulski, Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): „Es gibt gerade einmal rund 20 Anbieter auf dem deutschen Markt.“

Mindestens 2000 Euro müsse man für eine qualitativ ansprechende Fahrradgarage anlegen, schätzt Cibulski. Ihrer Ansicht nach lohnt sich die Investition in erster Linie dann, wenn man mehrere hochwertige Fahrräder trocken und sicher abstellen möchte. Damit seien sie gegen Diebstahl und vor Vandalismus geschützt. Ein weiterer großer Vorteil sei es, dass Accessoires wie Fahrradtaschen oder Helme in den abgeschlossenen Garagen am Rad gelassen werden können.

Auf dem Markt sind vor allem geschlossene Boxen für ein oder mehrere Räder, die nebeneinander aufgereiht werden können. Der ADFC vergibt in Zusammenarbeit mit unabhängigen Instituten Prüfsiegel, die unter anderem für Gebrauchstauglichkeit, Benutzerfreundlichkeit und guten Diebstahlschutz stehen.

Fahrradgaragen sind insbesondere für die schweren und vergleichsweise teuren E-Bikes und Pedelecs attraktiv, vor allem wenn diese nicht mehr die Treppen hoch- und runtergetragen werden müssen. Einige Hersteller bieten bereits spezielle Fahrradgaragen mit Stromanschluss an, in denen der Akku direkt nach dem Abstellen wieder aufgeladen werden kann.

Eine Fahrradgarage braucht ausreichend Platz, der Untergrund sollte eben und fest sein. Eine Baugenehmigung ist normalerweise nicht erforderlich, wohl aber müssen die jeweiligen baurechtlichen Bestimmungen, beispielsweise Mindestabstände zu Nachbargrundstücken, eingehalten werden.

„Wichtig ist, dass die Garage spannungsfrei aufgestellt wird“, betont Jan Meerheim, einer der beiden Firmengründer des Herstellers Cervotec aus Münster. Besonders gut geeignet seien als Auflage für das Edelstahlgerüst Punkt- oder Streifen-Betonfundamente, die vom Kunden selber gegossen werden müssen.

Meerheims Kunden sind zu 70 Prozent junge Familien. Viele besitzen mehrere Räder. Seine Fahrradgaragen stehen zwischen Wien und Texel. Vor allem in den Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Köln ist die Nachfrage groß. In der Regel werden die Cervotec-Garagen vor Reihenhäusern und Einfamilienhäusern aufgestellt, in einzelnen Fällen auch vor Mehrfamilienhäusern.

Die Deutschen besitzen nach Angaben des ADFC rund 70 Millionen Fahrräder, jährlich werden an die vier Millionen neue Räder verkauft. Der Bedarf an abschließbaren Garagen werde daher in den kommenden Jahre deutlich steigen, schätzt der ADFC.

Sebastian Hoff