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Bauen & Wohnen Fertig ist das Gästebett
Mehr Bauen & Wohnen Fertig ist das Gästebett
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10:45 21.04.2011
Eins, zwei, drei ist aus dem Wohnzimmer ein Schlaf- oder Gästezimmer geworden. Nehl-Wohnideen
Eins, zwei, drei ist aus dem Wohnzimmer ein Schlaf- oder Gästezimmer geworden. Nehl-Wohnideen
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Wenn gute Freunde oder Verwandte zu Besuch kommen und übernachten wollen, wird der Platz in der Wohnung oft knapp. Nicht jeder hat ein Gästezimmer. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten.

Im besten Fall schläft Besuch auf einer ausklappbaren Couch. Schlafsofas gibt es schon lange, bei der Bequemlichkeit und der Handhabung hat sich aber viel getan, sagt Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn. „Es gibt mittlerweile besonders raffinierte Lösungen, denen man gar nicht ansieht, dass man auch darauf schlafen kann.“ Außerdem werden Sofas tendenziell immer voluminöser – da reicht ein schlichtes Bettlaken, fertig ist das Bett.

Eine alte Idee wird heute von vielen Möbelherstellern wieder aufgegriffen: die Schrankbetten. „Ein Schrankbett ist eine elegante Lösung, wenn man die Möglichkeit hat, so einen großen Schrank unterzubringen“, sagt Geismann. Das Schrankbett stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Menschen mit wenig Platz auskommen mussten. Zimmer, die tagsüber als Ess- oder Wohnzimmer dienten, verwandelten sich am Abend mit wenigen Handgriffen in Schlafzimmer.

Dass Schrankbetten heute wieder Konjunktur haben, liegt unter anderem daran, dass der Anteil an Singles steigt, die mobile und unkomplizierte Möbel schätzen, erläutert die Verbandssprecherin. Diese sogenannten Appartementmöbel, die oft gleich mehrere Funktionen besitzen, eigneten sich besonders für kleinere Wohnungen. Heute seien Wohnbereiche außerdem meist offen, die Übergänge verliefen fließend. „In einer Wohnung, in der die Wohnbereiche miteinander verschmelzen, hat auch wieder das versteckte Schrankbett Sinn“, sagt Geismann. So könne das Wohnzimmer auch als Gästezimmer genutzt werden.

Wer geschickt ist, kann sich Multifunktionsmöbel auch selbst zusammenbauen. „Aus vier Holzwänden und einem Deckel lässt sich zum Beispiel ein Matratzenversteck bauen, das auch als Couch- oder Beistelltisch genutzt werden kann“, schlägt Maribel Goncalves vor, die „Miss Do-it-yourself 2010“ von der DIY-Academy in Köln. Je nach Grundfläche entsteht so eine würfel- oder quaderförmige Kiste, unter der die Gästematratze mit Klettbändern verstaut werden kann. „Legt man die Abdeckung etwas tiefer und schließt mit einer rechteckigen oder quadratischen Glasplatte ab, kann der Raum darunter je nach Jahreszeit und Lust dekoriert werden“, erläutert Goncalves.

Es gibt aber auch zahlreiche einfache, preiswerte Schlaflösungen zu kaufen. So können Besucher auf aufblasbaren Matratzen ebenso nächtigen wie auf zusammenklappbaren Schaumstoffteilen. „Eine lustige Idee ist auch die Gästematratze im Sitzsack“, sagt die Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Dafür wird der Bezug abgenommen und das Innenleben ausgerollt wie ein Kuchenteig – fertig.

Stellt sich bei Erwachsenen die Frage, ob man mit seinem Gast tatsächlich in einem Raum übernachten möchte, ist das bei Kindern der Hauptspaß. Gerade für Kinder eignen sich daher auch Schubladen unter dem Bett, die nur herausgezogen werden müssen.

Viele gute Übernachtungsideen kommen aus Amerika und England. Für Gäste, die ihr Bett selbst mitbringen, gebe es zum Beispiel fertige „Sleep over“-Taschen mit Schlafsack, Decke und Kissen, die nur noch ausgerollt oder aufgeblasen werden müssen. Eine andere Variante ist der „Smooff“, eine Matratze mit Kopfteil, die sich klein zusammenklappen lässt, erläutert die Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Sie selbst schwärmt für den „Swag“, eine australische Bettrolle für das Schlafen im Freien. Dabei handelt es sich um eine Art Schlafsack aus Segeltuch mit einer dünnen eingefügten Schaumstoffmatratze, der normales Bettzeug und Kopfkissen enthält. „Der Swag ist praktisch ein transportables Bett, das man drinnen und draußen verwenden kann, er ist atmungsaktiv und schmutzabweisend“, sagt Semling. Leider sei er bei uns nur schwer zu bekommen, das Internet helfe aber weiter. „Eine europäische Version ist das ‚Taschenhotel‘, es kann allerdings nur drinnen benutzt werden.“ Preiswerte Alternative zu den Fertigangeboten, die bis zu 200 Euro kosten können: Jugendherbergsschlafsäcke ab zehn Euro. So findet jeder den passenden Platz zum Schlafen.

dpa/tmn/rck