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Bauen & Wohnen Frisch gebadet
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00:55 20.08.2011
Alte Fliesen lassen sich schon mit einfachen Mitteln verschönern: Sticker zum Beispiel können Farbe ins Bad bringen. Foto: Kai Remmers/dpa/tmn
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Moosgrün, Bahamabeige oder Currygelb: Mit diesen Fliesenfarben haben Badezimmer in den sechziger und siebziger Jahren gut ausgesehen. Heute wirken solche Farben angestaubt. Manches sterile, uni-weiß geflieste Bad macht dagegen einen ungemütlichen Eindruck. Doch das Abschlagen der Fliesen macht viel Dreck und Lärm. Außerdem kostet es eine ganze Menge. Die günstige und schnelle Alternative ist eine Badrenovierung auf den vorhandenen Fliesen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn diese intakt sind. Rudolf Voos, Geschäftsführer des Fachverbandes Fliesen und Naturstein in Berlin, rät zum Klopftest. Dabei gefundene angeknackste Kacheln müssen ausgetauscht werden. „Auch alte Bohrlöcher sollte man zuspachteln und brüchige Fugen ausbessern“, rät Mareike Hermann von der DIY-Academy in Köln.

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Freche Optik mit Stickern

Wenn es nur darum geht, einzelne Akzente zu setzen, sind farbenfrohe Sticker ein Hingucker. Der Handel bietet ganze Motivsortimente an. „Mit solchen Aufklebern kann man seine Fliesen allerdings immer nur für begrenzte Zeit aufpeppen“, sagt Voos. Im Spritzwasserbereich lösten sich bald die Ränder, und einer gründlichen Reinigung hielten die Bilder auch nicht stand. Ihr Vorteil ist, dass sie leicht entfernbar sind und eine Genehmigung vom Vermieter daher nicht notwendig ist. Vor dem Bekleben muss die Platte mit Spiritus gründlich gesäubert werden. Beim Aufbringen sollte man Luftblasen vermeiden.

Für größere Flächen gibt es Folien, die die Fliesen ganz abdecken. Einzelne dieser Produkte werden allerdings ähnlich wie eine Tapete fest fixiert, sodass sich der Urzustand nicht mehr herstellen lässt. Hier muss daher vor der Renovierung der Wohnungseigentümer seine Zustimmung geben.

Einfach neu lackieren

Eine ebenso dauerhafte Lösung ist die Beschichtung der Fliesen mit Lack. „Sie hält zwar nicht 20 Jahre wie eine neue Verfliesung, aber fünf bis sieben Jahre hat man auf alle Fälle Ruhe“, sagt Lorenz Vogt, Fliesenlack-Experte im Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie in Frankfurt. Der Fachhandel bietet die unterschiedlichsten Lacke an: Es gibt Beschichtungen auf Ein- oder Zwei-Komponenten-Basis, mit oder ohne Grundierung. Auch unterscheiden sich die Produkte nach Zahl der notwendigen Anstriche.

„Die alten Wandfliesen müssen sorgfältig von Fett- und Kalkrückständen gereinigt werden. Diese könnten die spätere Haftung beeinflussen“, erläutert Vogt das Vorgehen beim Lackieren. Dafür gibt es spezielle Reinigungslösungen, die auf die spätere Beschichtung abgestimmt sind. Danach bringt man den Lack exakt nach Herstellerangaben mit einem Pinsel oder einer Rolle auf. Rund fünf Tage dauert es nach Angaben der meisten Hersteller, bis der Lack gehärtet ist. „Dann kann mithilfe von selbstklebenden Fugenbändern das alte Fugenbild nachgezeichnet werden“, sagt Hermann. Der Nachteil einer lackierten Fliesenwand ist ihre Reinigung: „Sie darf nur mit Haushaltsreinigungsmitteln gesäubert werden, keinesfalls mit Scheuermitteln oder einem Kratzschwamm“, warnt Lorenz Vogt. Eine beschädigte Oberfläche lasse sich nur durch aufwendiges Anschleifen und Überstreichen des Belags reparieren, warnt Rudolf Voos.

Putz statt Fliesen

Eine dritte Möglichkeit ist das Verputzen der alten Fliesen – eine aufwendigere Variante. „Dafür verschwindet die Fliesenoptik komplett, und das Bad erhält eine sehr wohnliche Atmosphäre“, sagt Hermann. Nach der Reinigung der Wand werden die Fugen und tiefe Löcher gefüllt, dann wird Haftgrund auf die gesamte Fläche aufgetragen. Darauf folgt der nach Geschmack getönte Putz. Er kann glatt sein oder grob gespachtelt. Zuletzt versiegelt man den Nassbereich. Ebenso arbeitsintensiv ist das Überfliesen der alten Fliesen. Hieran sollten sich nur geübte Heimwerker wagen, empfiehlt Hermann. Die Angst, Raum durch den doppelten Belag zu verlieren, sei unbegründet.

dpa/tmn

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