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Bauen & Wohnen Fußmatten werden zur originellen Visitenkarte
Mehr Bauen & Wohnen Fußmatten werden zur originellen Visitenkarte
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09:55 09.10.2012
Der erste Eindruck ist oft entscheidend: Fußmatten verraten viel über die Bewohner.
Der erste Eindruck: Fußmatten verraten viel über die Bewohner. Quelle: dpa/tmn
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„Salve“ hat Goethe einst seine Gäste an der Schwelle zu seinem Haus in Weimar begrüßt. In römischer Sitte lies der Dichter den Willkommensgruß in den Boden schreiben. „Servus, Grüezi und Hallo“ oder „Hereinspaziert“ heißt es heute auf vielen Fußmatten. Die meist grauen Schmutzfängern von einst werden immer häufiger durch originelle Blickfänger abgelöst.

Manche Treppenhäuser sind inzwischen richtig bunt. Grüner Fußballrasen, gelbe Sonnenblumen, die Embleme der Lieblingsvereine, Stadtwappen oder Tierbilder - das Angebot an außergewöhnlichen Fußmatten ist groß. Sogar Familienfotos drucken Hersteller auf die Türvorleger. „Während die Wohnung das Ich widerspiegelt, ist die Fußmatte die Visitenkarte der Bewohner“, sagt Trendanalystin Gabriela Kaiser: „Wer kommt, weiß mit einem Blick, wen er treffen wird.“

Dekorationen im Haus oder in der Wohnung sollen diese nicht nur heimelig und gemütlich wirken lassen. Der Bewohner wolle sich damit auch zur Schau stellen, erläutert Kaiser. Das geht mitunter aber auch nach hinten los: Ein vermeintlich lustiger Trinkspruch etwa kann einen falschen Eindruck bei den eingeladenen Kollegen erwecken, ein Prinzessinnenbild an der Tür der Singlefrau das Date abschrecken.

Das Territorium vor der Haustür, direkt an der Grenze zum eigenen Reich, hat die Branche für Wohnaccessoires erst vor ein paar Jahren für sich entdeckt. Zunächst wurde dort nur praktisch gedacht: Den Schmutz von den Sohlen sehe man am wenigstens auf braunen oder schwarzen Vorlegern, lautete die allgemeine Meinung. „Als wir anfingen, bunte Matten zu verkaufen, sagten unsere Händler, es traue sich doch keiner, darüberzulaufen“, berichtet Andrea Drechsler-Trimis, Geschäftsleiterin des Herstellers Efia. Doch nach und nach entdeckten die Haushaltswarenhersteller schließlich das große Potenzial der farbenfrohen Matten. Als dann die Dekorationsbranche einstieg, wurde der Schmutzfänger vor der Tür endgültig zum Lifestyleprodukt.

Doch Trend hin oder her, viele setzten noch immer gerne auf dezentere Farben und Muster an ihrer Tür, berichtet Margitta Siegel, Geschäftsleiterin des Herstellers Bürstenmann. „Sie wollen nicht zu sehr auffallen. Der Teppich muss ja auch zum Rest der Einrichtung passen.“ Gefragt seien daher bunte, aber dezente Blumen- oder Streifenmuster.

Dass die hübschen und bunten Matten durch den Straßenschmutz völlig verdrecken, muss niemand fürchten. Denn die meisten der neuen Produkte lassen sich einfach reinigen, sagt Siegel: „Sie können in die Waschmaschine und in den Trockner.“

Simone Andrea Mayer