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Bauen & Wohnen Herbstzeit ist Einbruchszeit
Mehr Bauen & Wohnen Herbstzeit ist Einbruchszeit
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09:30 04.11.2013
Schlecht gesichterte Fenster lassen sich in Sekundenschnelle öffnen.
Schlecht gesichterte Fenster lassen sich in Sekundenschnelle öffnen. Quelle: Kai Remmers
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Hannover

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die Bewohner ein Schock. Schlimmer als der materielle Verlust ist zumeist, dass man sich ausgerechnet zu Hause plötzlich nicht mehr sicher fühlt.

Steigende Einbruchsrate

Laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es 2012 rund 144.000 Einbrüche und Einbruchsversuche in Privaträume. Das sind 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber: „Bei gut 39,1 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch – ein wichtiger Hinweis darauf, dass viele Einbrüche durch gute Sicherung und eine aufmerksame Nachbarschaft scheitern“, sagt Andreas Mayer, Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Entgegen landläufiger Meinung findet weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche zur Tageszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden statt. Einbrüche zur Tageszeit ereignen sich besonders in Großstädten. Und, wie ebenfalls oft angenommen, ist nicht die Ferienzeit die Hochzeit für diese Taten. Einbrecher schlagen vor allem in den Monaten November bis Februar zu, wenn es früh dunkel wird. Das belegen auch die Zahlen der Landeskriminalämter.

„Offen stehende oder gekippte Fenster vermeiden“

Die Kriminellen steigen meist über leicht erreichbare Fenster, Wohnungs- oder Fenstertüren ein. „In weit über der Hälfte aller Fälle hebeln Einbrecher ihr Hindernis mit einfachem Werkzeug auf“, berichtet Mayer. Glasflächen bearbeiten sie seltener. „Besonders einladend sind offen stehende oder gekippte Fenster und Fenstertüren – das sollte man nach Möglichkeit verhindern“, rät der Präventionsexperte. Eine Versicherung kommt in der Regel nur dann für entstandene Schäden auf, wenn die Fenster verschlossen und die Haustür zugesperrt waren.

Um Einbrüche wirkungsvoll zu erschweren und das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden zu verbessern, sollte jede Wohnung über einen ausreichenden Schutz verfügen. Dazu empfehlen die Beratungsstellen der Polizei eine Überprüfung der eigenen Wohnung auf Sicherheitslücken – etwa bei den bundesweit angebotenen kostenlosen Vor-Ort-Terminen.

Das eigene Verhalten überdenken

„Zunächst sollte man jedoch das eigene Verhalten überdenken“, sagt Mayer. Dazu gehöre, dass eine Wohnungstür immer abgeschlossen sei, auch wenn jemand zu Hause sei. Nicht selten werde nämlich gerade dann eingebrochen. Im Wohnungsflur abgelegte Handtaschen oder Geldbörsen sind eine leichte Beute.

Hilfreich ist immer ein guter Kontakt zu den Nachbarn. In einem Wohnumfeld, wo jeder auf den anderen achtet, ist das Risiko geringer, dass sich fremde Personen unbemerkt einschleichen können. Trotzdem rät Mayer: Vermeintliche Reklameboten sollte niemand unbedacht ins Haus lassen – das ist eine gebräuchliche Tarnung von Einbrechern. Wenn man in den Urlaub fährt oder aus anderen Gründen einige Zeit abwesend ist, sollten die Nachbarn informiert sein. Außerdem sollte man Verwandte oder Freunde bitten, zwischenzeitlich nach dem Rechten zu sehen und den Briefkasten zu leeren.

Wichtig ist, dass ein Fremder die vorübergehende Abwesenheit nicht ohne Weiteres bemerkt – etwa durch entsprechende Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, durch den Abwesenheitsassistenten des E-Mail-Postfachs oder durch Nachrichten in sozialen Netzwerken.

Zusätzlich sollten die Türen und Fenster von Wohnungen je nach Lage geschützt werden. Gefährdet sind vor allem Balkon- und Terrassentüren oder leicht erreichbare Fenster. Herumstehende Gartenmöbel werden von Einbrechern gern als Kletterhilfen genutzt.

Jan Hinnerk Roloff

Es geht nur um wenige Minuten

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bei Fenstern und Türen auf hohen Einbruchschutz Wert legen. „Die meisten Diebe geben nach wenigen Minuten auf, wenn sie eine Barriere nicht schnell überwinden können“, sagt Eldor von Lentzke, Experte für technische Einbruchprävention aus Berlin.

Fenster sollten daher mit dem Rahmen verschraubte Schließbleche besitzen. Sinnvoll sind auch aufhebelsichere Pilzkopfzapfen in mehreren Ecken und ein drehgehemmter Griff mit Aufbohrschutz. Türen sollten mindestens Widerstandsklasse (RC) 2 besitzen. Wichtig sind Bandsicherungen, Zylinder mit Kernziehschutz, mit Mauerankern eingeschraubte Schließbleche sowie trittsichere Türblätter. Diese Elemente können oftmals nachgerüstet werden.

dpa