Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bauen & Wohnen Holz im Außenbereich muss gepflegt werden
Mehr Bauen & Wohnen Holz im Außenbereich muss gepflegt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 01.06.2013
Foto: Für Pergolas und Zäune wird am besten sehr widerstandsfähiges Holz verwendet.
Für Pergolas und Zäune wird am besten sehr widerstandsfähiges Holz verwendet. Quelle: Jens Schierenbeck
Anzeige
Berlin

Im Freien ist Holz Sonne, Kälte, Stürmen und Regen ausgesetzt. Insekten nagen daran, Pilze lassen sich darauf nieder. Das setzt dem Holz zu - und die Latten der Terrasse, der Pergola und Laube sehen bald nicht mehr schön aus. Aber es gibt Baumarten, deren Material widerstandsfähiger ist als anderes. „Deshalb sollte bei der Wahl der Holzart darauf geachtet werden, wie lange das Bauteil halten soll“, rät Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin.

Wer beispielsweise einen Sandkasten bauen will, wählt am besten unbehandelte Tanne oder Fichte. „Kinder wachsen schneller aus dem Sandkistenalter heraus, als die Kiste verrottet“, sagt der Holzexperte. Besonders widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse sind laut Bremer Umweltberatung Robinie und Eiche. Douglasien und das Kernholz von Kiefer und Lärche haben eine mittlere Resistenz. Bei Fichte und Tanne ist die natürliche Widerstandsfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze eher gering.

Unbehandeltes Holz wird im Freien mit der Zeit silbergrau

Massives Holz im Außenbereich braucht eigentlich keine aufwendigen chemischen Behandlungen - das Wetter leistet ganze Arbeit: Unbehandeltes Holz wird im Freien mit der Zeit silbergrau. Dieser Schleier wirkt laut Bremer Umweltberatung wie eine Schutzschicht, die wegen des ungepflegten Eindrucks allerdings nicht jedem gefällt. Grundsätzlich geschützt ist aber nur trockenes Holz. Denn Pilze und Insekten brauchen eine gewisse Feuchte, um im Holz überleben zu können. „Ist das Holz verbaut, darf Regenwasser nicht darauf stehen bleiben“, sagt Plößl. Auch der direkte Kontakt zum feuchten Erdreich schädige Holz. Bei aufwendigen Konstruktionen wie Vordächern oder Car-ports mit Holzstützen seien Metallfüße in Betonfundamenten daher gut. Dabei gilt: Je größer der Durchmesser eines Pfostens, desto länger hält er.

Wer die Oberfläche von Gartenhölzern behandeln möchte, hat mehrere Möglichkeiten, sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institutes in Schwalbach im Taunus: „Wenn die Holzmaserung noch zu sehen sein soll, eignen sich Lasuren, die nicht so stark decken wie Lacke.“ Damit das Holz etwa von Türen und Fensterrahmen nicht stark arbeite und seine Maße verändere, sollte es alle zwei Jahre gestrichen werden - am besten mit einer Dickschichtlasur, rät Küper. Bauteile, die sich etwas verziehen dürfen, sollten jedes Jahr eine hochwertige Dünnschichtlasur erhalten. Die in der Lasur enthaltenen Farbpigmente schützten auch vor UV-Strahlen. Küper rät, beim Kauf dieser Produkte auf das Umweltsiegel „Blauer Engel“ zu achten. Dieses erhalten nur wasserbasierte Holzlasuren ohne Biozide. Wer sich etwas Arbeit sparen will, dem empfiehlt der Farbexperte Lack. Dieser halte vier bis fünf Jahre.

Dielen aus Wood-Plastic Composites sind pflegeleicht

Heimische Laub- oder Nadelhölzer können in einem speziellen Verfahren mit Öl oder Wasserdampf bei hohen Temperaturen von um die 200 Grad behandelt werden. Das Thermoholz halte dem Angriff von Pilzen und Insekten stand und eigne sich daher etwa für Holzterrassen, erklärt Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachbuchautor aus Regensburg. Eine leicht zu pflegende Alternative seien Dielen aus Wood-Plastic Composites (WPC), findet Plößl. Das Material ist ein Biowerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff.

Stephanie Hoenig

11.05.2013
11.05.2013
06.05.2013