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Bauen & Wohnen Katzen haben einen großen Freiheitsdrang
Mehr Bauen & Wohnen Katzen haben einen großen Freiheitsdrang
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00:00 02.02.2013
Katzen suchen die Nähe zum Menschen, bleiben aber immer Individualisten.
Katzen suchen die Nähe zum Menschen, bleiben aber immer Individualisten. Quelle: iStockphoto.com/Knape
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Hannover

Welche Katzen kommen als Haustiere infrage?

Als reine Wohnungskatzen eignen sich lediglich gezüchtete Katzen wie Siam- oder Perserkatzen. Demgegenüber haben Bengal- und Savannah-Katzen einen besonders starken Bewegungsdrang und sollten auf keinen Fall ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, sagt Manuela Hübler-Brunkow, Präsidentin des Katzenvereins felina e.V.

Wie sollten Katzen gehalten werden?

Katzen sollte ermöglicht werden, im Freien herumzustreifen, rät der Deutsche Tierschutzbund. Besonders gut eignen sich zur Haltung daher Wohnungen im Erdgeschoss oder dem ersten Stock. In diese kann man eine Katzenklappe und eventuell eine Katzentreppe einbauen, sodass die Katze nach Belieben kommen und gehen kann. Geht das etwa wegen einer viel befahrenen Straße vorm Haus nicht, kann zumindest ein Freigehege gebaut werden.

Hat eine Katze keinen Freilauf, ist es besonders wichtig, sich mehrere Stunden am Tag mit ihr zu beschäftigen und genügend Spielmöglichkeiten in der Wohnung zu bieten. Katzen mögen erhöhte Sitz- und Liegeflächen sowie Verstecke wie Teppiche oder herabhängende Tischdecken. Nach Empfehlungen der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz braucht eine Katze zudem zwei mindestens zweieinhalb Meter voneinander entfernte Katzentoiletten. Futter- und Wassernapf sollten mindestens drei Meter weit davon entfernt aufgestellt werden. Man kann ihnen einen Schlafkorb anbieten, viele Katzen wählen aber lieber einen anderen Platz. Wohnungskatzen benötigen Katzengras, um Haare hervorwürgen zu können, die durch die Fellpflege in den Magen gelangt sind.

Wie wird die Wohnung sicher für Katzen?

Katzen sitzen gerne am Fenster oder auf dem Balkon. Jedoch sollten Balkone mit Katzenschutznetzen gesichert sein, die bis zum oberen Balkon anschließen, damit das Tier nicht herunterfallen kann. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, dass die Maschen kleiner als drei mal drei Zentimeter groß sein sollten, damit der Kopf nicht darin hängen bleiben kann. Auch die Fenster sollten mit Netzen gesichert oder fest verschlossen sein. „Katzen im Jagdfieber achten nicht mehr auf Gefahren. Auf keinen Fall darf sich das Fenster in Kippstellung befinden, da die Katze darin eingeklemmt werden kann“, sagt Heidi Bernauer-Münz von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Vorsichtig sollte man auch mit Zimmerpflanzen sein. Giftig für Katzen sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes zum Beispiel Weihnachtsstern, Begonie, Amaryllis, Alpenveilchen und Efeu.

Worüber könnten sich Halter ärgern?

Katzen müssen sich ihre Krallen schärfen. Um zu vermeiden, dass sie zu diesem Zweck die Möbel benutzen, sollte ein Kratzbaum angeboten werden. Dessen Grundplatte müsse so groß wie möglich sein, damit er nicht kippelt, rät Hübler-Brunkow. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz weist darauf hin, dass eine Katze, die sich nicht wohlfühlt, unter Umständen nicht die Katzentoiletten benutzt, sondern an anderen Stellen in der Wohnung ihr Revier markiert. „Darauf sollte man schnell reagieren und sich bei Bedarf professionelle Hilfe holen“, sagt Tierärztin Bernauer-Münz.

Darf man Katzen in einer Mietwohnung halten?

Katzen sind keine Kleintiere, ihre Haltung kann deshalb im Mietvertrag verboten oder von einer Erlaubnis des Vermieters abhängig gemacht werden. Ist im Mietvertrag nichts geregelt, sei die Haltung einzelner Katzen erlaubt, erläutert Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes. Vor dem Einbau einer Katzenklappe müssten Mieter die Zustimmung des Vermieters einholen. Bei einem Auszug sei der ursprüngliche Zustand der Wohnung wieder herzustellen, führt Ropertz weiter aus. So könne es erforderlich sein, eine neue Balkontür einzubauen.

Was ist bei Katzen zu beachten, die im Freien herumstreifen dürfen?

Von Halsbändern für frei laufende Katzen rät der Deutsche Tierschutzbund ab, da die Tiere daran hängen bleiben und sich erdrosseln könnten. Stattdessen sollte man die Katze entweder tätowieren oder ihr einen Mikrochip einsetzen lassen und sie dann unter www.registrier-dein-tier.de eintragen. Eine junge Katze sollte über den ersten Winter in der Wohnung gehalten werden, empfiehlt Bernauer-Münz: „Wenn sie erst als erwachsenes Tier ins Freie darf, bleibt sie oft in der Nähe des Hauses und ist dann weniger gefährdet durch den Straßenverkehr.“

Sonja Weiße