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Bauen & Wohnen Kinderleicht: Sparen mit der Wärmepumpe
Mehr Bauen & Wohnen Kinderleicht: Sparen mit der Wärmepumpe
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00:21 31.12.2010
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Unabhängig sein von Gas, Öl und den Preissteigerungen der Energieversorger – das versprechen Wärmepumpen. Familien, die ihr Haus auf eine Wärmepumpenheizung umgestellt und deshalb den direkten Vergleich bei den Heizkosten haben, äußern sich zufrieden: Um etwa ein Drittel sind die jährlichen Heizkosten nach der Installation von Wärmepumpen gesunken.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist skeptischer. Zum einen seien die Angebote von Handwerkern, auf deren Grundlage Hausbesitzer die Entscheidung treffen, nicht immer vollständig. Zwischen 2000 und 7000 Euro teurer als geplant können die Wärmepumpen und ihre Installation nach den Erfahrungen der Verbraucherschützer werden. Zum anderen seien Wärmepumpen an sich teurer als vergleichbar leistungsstarke Öl- oder Gasbrennwertheizungen, sodass über die gesamte Lebenserwartung der Systeme bei heutigen Energiepreisen etwa Kostengleichstand herrsche. Ob Wärmepumpenbesitzer sich tatsächlich von der Energiepreisentwicklung abkoppeln können, ist auch noch nicht sicher – schließlich haben besonders Luft-Wärmepumpen einen hohen Stromverbrauch. Unbestreitbarer Vorteil: Es wird kein Platz für Öltanks benötigt, bei Neubauten kann auf die Installation von Gasleitungen verzichtet werden, und am Haus werden keine Abgase und Feinstäube frei gesetzt.

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„Ich bin unheimlich froh, dass wir weg sind vom Gas. Das gute Gefühl, umweltfreundlich zu heizen, tut ein übriges“, sagt deshalb auch Tanja Schulz. Gaskessel raus, Wärmepumpe rein: Nach diesem Motto hat Familie Schulz ihre Heiztechnik erneuert. Dabei kam die Wärmepumpe gar nicht rein in den Heizungskeller, sondern direkt vor das Haus. Im Heizungskeller steht nur das zugehörige Hydraulikmodul. In diesem Innenteil sind die Regelungstechnik und der 200-Liter-Warmwasserspeicher sowie alle weiteren notwendigen Extras bereits serienmäßig eingebaut. Die Umstellung im Hause Schulz dauerte nur zwei Tage – der alte Gaskessel wurde demontiert, die Wärmepumpe im Vorgarten aufgestellt, die hydraulische und elektronische Verbindung hergestellt.

Gleich eine Härteprobe

Im Winter 2009 hat die neue Heizung gleich eine Härteprobe absolvieren müssen – und mit Bravour bestanden.: „Wir sind restlos zufrieden. Die Temperaturen in der Wohnung waren immer angenehm, und beim Blick auf die erste Abrechnung haben wir festgestellt, dass wir auch noch Geld gespart haben. Mit der Gasheizung haben wir immer etwa 1800 Euro gezahlt, mit der Wärmepumpe liegen wir bei etwas mehr als 1300 Euro.“

Ähnliche Erfahrungen hat Familie Przybyla gemacht. Ihr Reihenmittelhaus mit 135 Quadratmetern Wohnfläche wurde 1993 errichtet, und genau so alt war auch die Heizungsanlage – Gaskessel und -brenner mit entsprechendem 160-Liter-Warmwasserspeicher. Die Nennwärmeleistung betrug zwölf bis 18 kW, die Abgasverluste lagen bei etwa zehn Prozent. Über Radiatoren wurde die Wärme in die Räume gebracht. Ende 2008 tagte bei Familie Przybyla der Familienrat – Vater Jens, Mutter Sabine, Tochter Lena (15) und Sohn Tim (12) trafen zusammen die Entscheidung für eine Wärmepumpe, die in diesem Fall neben der Eingangstür aufgestellt wurde. Nach genau einem Jahr hat die vierköpfige Familie aus dem Weserbergland Bilanz gezogen: die Wärmepumpe beheizt das Gebäude problemlos. Nicht nur die Tatsache, dass die Wärmepumpe allein für Heizung und Warmwasser sorgt, auch der extrem leise Betrieb des Gerätes sorgt für die Zufriedenheit der Nutzer. Enorm verbessert hat sich darüber hinaus der Warmwasserkomfort: Temperaturschwankungen, wenn an verschiedenen Zapfstellen gleichzeitig Warmwasser abgenommen wurde, gehören seit Nutzung der Wärmepumpe und dem dazugehörigen Hydraulikmodul mit integriertem 200-Liter-Warmwasserspeicher der Vergangenheit an.

Hohe Zufriedenheit

Für höchste Zufriedenheit sorgt außerdem der Blick auf die jährlichen Kosten: Mit dem Einsatz der Wärmepumpe konnten die um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr verringert werden! Dabei wurden so gut wie keine weiteren baulichen Veränderungen durchgeführt: nur ein Radiator in der Küche wurde ausgetauscht.

„In den Jahren 2005 bis 2008 hatten wir pro Jahr Gesamtkosten für Heizung und Warmwasserbereitung – Gas, Zähler- und Schornsteinfegergebühren – von im Mittel rund 1200 Euro. Dabei ist der Betriebsstrom für die alte Heizung noch nicht einmal mit eingerechnet. Mit der Wärmepumpe lagen wir im vergangenen Jahr bei etwa 700 Euro für alles zusammen“, rechnet Familienoberhaupt Jens Przybyla vor – eine Ersparnis von fast 500 Euro.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat eine Informationsbroschüre und Checkliste für Interessenten auf ihrer Homepage bereitgestellt.bw/rck

www.verbraucherzentrale-rlp.de/ mediabig/118661A.pdf