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Bauen & Wohnen Mehr Komfort bitte
Mehr Bauen & Wohnen Mehr Komfort bitte
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00:30 26.03.2011
Unauffällig und einbruchsicher: Eine dauerhafte Lüftung ist mit automatischen Lüftungssystemen möglich, die auch im Fensterrahmen untergebracht werden können. tdx/Gugelfuss
Unauffällig und einbruchsicher: Eine dauerhafte Lüftung ist mit automatischen Lüftungssystemen möglich, die auch im Fensterrahmen untergebracht werden können. tdx/Gugelfuss
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Häuser sind wie Autos: Wenn man alles, was schön ist, dazu bestellt hat, hebt die Aufpreisliste das Objekt in die nächste Preiskategorie. Wer dann aus finanziellen Gründen vor der Unterschrift das Rad zurückdrehen muss, kann aufatmen: Die meisten Optionen gibt es auch als Nachrüstlösung. Und hier sind die Häuser dann klar im Vorteil: Auch jahrzehntealte Bauten können technisch immer wieder auf den neusten Stand gebracht werden und bieten somit den gleichen Komfort wie Neubauten.

Zusätzlicher Vorteil: Wer nicht alles auf einmal ordert, kann bei der Ausstattung der eigenen vier Wände auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und muss sich nicht nur an Werbeversprechen orientieren. Zusätzlicher Vorteil: Auch wer keine Sondertilgungsmöglichkeiten im Finanzierungsvertrag vorgesehen hat, kann so profitieren, wenn zusätzliches Geld zur Verfügung steht: Erst hält der niedrige Kreditbetrag die Monatsraten gering, dann wird bei verfügbarem Geld Komfort dazu gebaut.

Lüftung: Automatische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gibt es auch als dezentrale Einheiten, die einzelne Zimmer versorgen. Sie bieten auf kleinem Raum Zu- und Abluftkanäle sowie Wärmetauscher. Drei Varianten sind üblich: Einbauten in Fensterrahmen, Einbauten in Fensterscheiben und Einbauten in die Wand. Besonders die Fensterversionen sind leicht nachzurüsten, weil nur die Scheibe oder die Rahmen ausgetauscht werden müssen, ohne dass neue Löcher in die Wand gestemmt werden. Damit eignen sie sich auch für denkmalgeschützte Häuser und Mietwohnungen. Pro Zimmer ist mit etwa 1000 Euro Kosten zu rechnen.

Zentrale Anlagen sind ebenfalls als Nachrüstsatz auf dem Markt. Besonders flache Luftkanäle erlauben den Einbau unter der Flurdecke. Abgesaugt wird die Luft in Feuchträumen wie Bad und Küche, zugeführt wird Frischluft in den Wohn- und Schlafräumen. Der Ausgleich innerhalb der Wohnung erfolgt durch die meist ohnehin vorhandenen Undichtigkeiten in den Innentüren. Die Gesamtkosten sind vergleichbar, werden hier allerdings auf einmal fällig. Vorteil der zentralen Lösung: Sie ist leichter mit Filtern gegen Gerüche aus der Nachbarschaft auszurüsten.

Luftfeuchtigkeit: im Sommer schimmelgefährlich hoch, im Winter trocknen Schleimhäute und Holzmöbel aus. Das muss nicht sein – wie in Museen üblich kann die Luftfeuchtigkeit technisch reguliert werden. Das Anfeuchten der trockenen Winterluft ist dabei einfacher als das Trocknen der feuchten Sommerluft. Wie elektrische Heizkörper können Luftbefeuchter in die Zimmer gestellt werden. Üblich sind Heiß- und Kaltverdunster. Heißverdunster arbeiten wie Wasserkessel mit Hitze, haben einen hohen Stromverbrauch und erzeugen meist eine ungleichmäßige Feuchtigkeit. Kaltverdunster arbeiten mit einer großen Verdunstungsfläche und sind deshalb voluminöser, aber im Betrieb angenehmer. Etwa 100 bis 200 Euro pro Zimmer müssen investiert werden. Die Lautstärke von Kaltverdunstern ist etwa mit leisen PCs zu vergleichen. Die Zimmerluft im Sommer zu trocknen ist zwar technisch einfach, aber im Betrieb wegen der in den in den Geräten genutzten Kompressoren vergleichsweise laut. Lautlose Luftentfeuchter auf Salzbasis eignen sich nicht, wenn von der Außenluft ständig neue Feuchtigkeit zugeführt wird.

Licht an: Helligkeitsempfinden und Helligkeitsbedarf sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wenn die Wohnungsbeleuchtung nur die Möglichkeiten „an“ und „aus“ bietet, sind Meinungsverschiedenheiten fast unvermeidlich. Besonders in den Übergangszeiten Frühling und Herbst kann es in Lichtfarbe und Helligkeit große Unterschiede zwischen kalt-blauem Tageslicht und warm-weißer Zimmerbeleuchtung geben. Die Helligkeit lässt sich mit Dimmern regeln (etwa 30 Euro), Glühlampen werden beim Runterdimmen aber noch rötlicher als ohnehin schon. Die Kombination von Umgebungslicht gesteuerten Dimmern und in der Farbe anpassbaren Leuchtdiodenlampen mit Bewegungsmeldern, die Licht immer dort zuschalten, wo es benötigt wird, kann individuell angenehme Beleuchtungen schaffen.

Licht und Lüftung sind ein Fall für Fachleute, die Be- und Entfeuchter können einfach aufgestellt und an eine Steckdose angeschlossen werden. Lüftung und Feuchtigkeitsregulierer müssen, damit sie nicht verkeimen, regelmäßig gereinigt werden.

Von Ralf C. Kohlrausch