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Bauen & Wohnen Moderne Wäschetrockner verbrauchen weniger Energie
Mehr Bauen & Wohnen Moderne Wäschetrockner verbrauchen weniger Energie
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00:00 05.01.2013
Die Wäsche sollte nur gut geschleudert von der Waschmaschine in den Trockner wandern. Quelle: dpa
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Berlin

Wie viel Strom ein Wäschetrockner verbraucht, hängt vor allem von der verwendeten Technik ab. Mit Abstand am meisten Energie verbrauchen die Abluft-Trockner. „Dabei handelt es sich um eine alte, ursprüngliche Technik, bei der das Gerät warme Luft erzeugt, die dann durch die Trommel gepustet wird“, erklärt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ in Berlin.

Das bringt allerdings einige Nachteile mit sich: „Bei der Nutzung entsteht ein Strom feuchter, warmer Luft, der wie bei einer Klimaanlage nach außen geleitet werden muss - entweder über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder durch eine andere Öffnung nach draußen.“ Außerdem gehe erzeugte Wärme verloren.

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Abluft-Geräte haben mittlerweile nur noch einen geringen Marktanteil. Am weitesten verbreitet sind nach Informationen der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin Wärmepumpen- und Kondenstrockner, alternativ als Kondensationstrockner bezeichnet. „Auch beim Trocknen mit einem Kondenstrockner wird warme Luft herausgepustet“, erläutert dena-Mitarbeiter Roman Zurhold. „Bei diesen Geräten wird sie aber vorher entfeuchtet.“

Die beste Technologie hätten jedoch in mehrfacher Hinsicht die Wärmepumpentrockner, sagt der Experte der Energie-Agentur. Am kalten Teil der Wärmepumpe kondensiert die Feuchtigkeit in der Abluft, am warmen Teil erhitzt sich die zugeführte Raumluft und wird in die Trommel geleitet. Das mache einen Wärmepumpentrockner noch einmal deutlich energieeffizienter als Abluft- und Kondenstrockner. „Sie verbrauchen weniger als die Hälfte, teils sogar nur ein Drittel so viel Strom wie die anderen Geräte“, erklärt Zurhold.

Bei einer durchschnittlichen Trommelgröße verbrauchen Abluft- und Kondenstrockner drei oder mehr Kilowattstunden pro Trockenvorgang. „Bei Wärmepumpenmodellen liegt der Stromverbrauch selbst bei günstigen Geräten durchschnittlich lediglich zwischen 1,5 und 1,8 Kilowattstunden“, sagt der dena-Experte. „Auch wenn die Wärmepumpentrockner in der Regel teurer sind, hat man diese Differenz im Anschaffungspreis - je nach Nutzung - nach ein paar Jahren wieder raus.“

Neben den Wärmepumpentrocknern gibt es noch eine weitere, sehr energiesparende Technologie: Trockner, die mit Gas betrieben werden. „Der Trockenvorgang ist bei diesen Geräten günstiger, weil das Gas günstiger ist“, sagt Ober-ascher. „Allerdings sind solche Modelle in Deutschland kaum verbreitet, weil die Verbraucher entweder keine Gasgeräte wollen oder es am fehlenden Gasanschluss scheitert.“

Bei der Anschaffung eines Wäschetrockners ist grundsätzlich der Blick auf die EU-Energieeffizienzklasse und den exakten Stromverbrauch am wichtigsten. Weil das EU-Label viele Jahre nicht angepasst wurde, die Technik der Trockner aber deutlich energieeffizienter geworden ist, kommen mittlerweile viele Modelle in die Klasse A.

„Das schaffen selbst Geräte, die aus heutiger Sicht und vor allem verglichen mit aktuellen Gas- oder Wärmepumpenmodellen einen recht hohen Verbrauch haben“, sagt Claudia Bruhn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Auf der anderen Seite liegen manche Geräte im Energieverbrauch um 50 bis 60 Prozent unter den Vorgaben für Klasse A.“ Vor wenigen Monaten wurde deshalb ein neues Label eingeführt, das die Klasse A in A+ bis A+++ ausdifferenziert. Noch ist der Einsatz des neuen Labels allerdings freiwillig - für eine Übergangszeit bis Mai 2013.

Der Verbraucher kann auch selbst einiges tun, um Energie zu sparen: Die Größe des Trockners sollte den Bedürfnissen des Haushalts angepasst sein. „Ein Gerät mit einer Trommel mit neun Kilogramm Fassungsvermögen für einen Zwei-Personen-Haushalt wäre übertrieben“, sagt Oberascher. Darüber hinaus sollte die Trommel nicht nur mit ein paar T-Shirts, sondern immer gut gefüllt sein. Und vor allem ein Rat ist so simpel wie effektiv: „Man sollte darauf achten, dass die Wäsche nicht zu nass ist“, rät Oberascher. Denn: Je nasser die Wäsche, desto länger dauert das Trocknen.

Sie sollte daher vorher gut schleudern - und zwar am besten in einer Waschmaschine mit nicht weniger als 1000 Umdrehungen. „Verglichen damit verkürzt eine Maschine mit 1400 Umdrehungen das Trocknen später um 20 bis 30 Minuten“, sagt Bruhn. „Schnelleres Schleudern ist minimal höher im Energieverbrauch.“ Um Kosten zu sparen, seien zudem Feuchtigkeitssensoren im Trockner sinnvoll. „Die Maschine merkt, wie feucht die Wäsche noch ist“, sagt Zurhold. „Dadurch wird nicht stur das ganze Programm abgefahren, sondern wird vorzeitig beendet, sobald die Wäsche trocken ist.“

So gut die neue Technik auch ist, Bruhn hält wenig davon, einen erst vor wenigen Jahren angeschafften Kondenstrockner nun gegen ein Wärmepumpen-Modell auszutauschen. „Auch wenn man damit Geld sparen kann und die Anschaffung - je nach Nutzung - möglicherweise nach einigen Jahren wieder raushat, sollten doch die Umweltkosten für die Herstellung eines neuen Gerätes mit einbezogen werden“, rät die Energie-Referentin.

Austauschen sollte man ihrer Meinung nach nur Trockner, die alt sind und einen nicht zu reparierenden Schaden haben. „In dem Fall sollte man sich aber in jedem Fall für ein Gas- oder Wärmepumpen-Gerät entscheiden - allein schon im Hinblick auf die ständig steigenden Stromkosten“, rät Bruhn.

Sascha Rettig