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Bauen & Wohnen Die zweite Miete
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13:22 11.10.2014
Quelle: iStock/cesaria1
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Hannover

 Hinzu kommen aber noch einige andere regelmäßige und unvermeidliche Ausgaben - doch die werden nicht immer mit einkalkuliert: „Häufig wird der monatliche Aufwand für die eigene Immobilie mit der Miete verglichen, die man bisher bezahlt hat. Das haut aber in der Regel nicht hin“, sagt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus und Grund in Berlin.

Denn zu den monatlichen Raten, die man für Zins und Tilgung bezahlt, müssen nicht nur die üblichen fixen Ausgaben etwa fürs Heizen, für Strom, für Wasser, Müllentsorgung und Telefonie addiert werden. Darüber hinaus muss die Grundsteuer entrichtet werden und fallen Kosten für Reparaturen und Wartungsarbeiten, Versicherungen sowie die Pflege des Gartens oder der Gemeinschaftsanlagen an. In der Summe kann die Belastung bis zu 30 Prozent über den Nebenkosten liegen, die Mieter bezahlen. „Die meisten Menschen machen sich wenig Gedanken darüber, was das finanziell bedeutet“, sagt Gabriele Heinrich, Geschäftsführerin des Verbraucherschutzverbandes Wohnen im Eigentum.

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Die Nebenkosten, die in Eigentümergemeinschaften Hausgeld genannt werden, betragen im Schnitt knapp 3 Euro pro Quadratmeter und Monat, heißt es auf der Website zuhause.de. Bei einer 100 Quadratmeter großen Wohnung sind das 300 Euro im Monat. Die Kosten schwanken innerhalb Deutschlands teilweise beträchtlich, weil die Kommunen unterschiedlich hohe Gebühren berechnen. Vor allem bei der Grundsteuer gibt es große Abweichungen: „In Berlin liegt der Hebesatz bei 810 Prozent, in anderen Städten gerade einmal bei 200 oder 300 Prozent“, erläutert Wiech.

Auch Versicherungen sind teuer: Abgeschlossen werden müsse in jedem Fall eine Wohngebäudeversicherung, erläutert Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Ratsam sei zudem in vielen Wohnlagen eine Elementarschadensversicherung unter anderem gegen Sturm- oder Hochwasserschäden. Rechnet man dann noch Beiträge für weitere Versicherungen wie eine Haftpflicht für Immobilieneigentümer, Hausrat- und Risikolebensversicherung hinzu, summieren sich die Ausgaben schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr.

Ein weiterer großer Kostenfaktor können Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sein. Heinrich empfiehlt, dafür unbedingt ausreichend hohe Rücklagen zu bilden. In Eigentümergemeinschaften werde dies in der Regel ohnehin von den Besitzern verlangt. Realistisch seien 50 Cent bis einen Euro pro Quadratmeter und Monat - abhängig vom Alter des Gebäudes, des Sanierungsbedarfes sowie der Ausstattung. Der Verband Privater Bauherren (VPB) empfiehlt generell einen Euro pro Quadratmeter und Monat für Eigenheimbesitzer, weil diese die Ausgaben alleine schultern müssen.

Immerhin entscheiden sie in den meisten Fällen selbst, wann Reparaturen oder Modernisierungen vorgenommen werden sollen. In einer Eigentümergemeinschaft hingegen können Wohnungsinhaber - zum Beispiel im Rahmen einer Sonderumlage - zu Ausgaben verpflichtet werden, die sie möglicherweise nicht aufbringen können.

Nicht zuletzt deshalb sei es vor dem Wohnungskauf sehr wichtig, sich genau zu informieren, welche Beschlüsse die Eigentümerversammlung in der Vergangenheit getroffen hat, in welchem Zustand Gebäude und Gemeinschaftsanlagen sind und wie hoch die Instandhaltungsrücklage bereits ist, betont Heinrich: „Potenzielle Käufer haben zwar kein Anrecht darauf, diese Dokumente einzusehen. Aber die Verkäufer stellen in der Regel auf Wunsch alle Unterlagen bereit.“

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