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00:00 16.02.2013
Rauchwarnmelder in Fluren und Schlafzimmern sind in vielen Bundesländern Pflicht.
Rauchwarnmelder in Fluren und Schlafzimmern sind in vielen Bundesländern Pflicht. Quelle: dpa
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Hannover

Rauchwarnmelder

Die mit Abstand häufigste Todesursache bei Bränden ist eine Rauchvergiftung. In den meisten Fällen sterben die Bewohner, weil sie im Schlaf zunächst bewusstlos werden und dann ersticken. Rauchwarnmelder machen mit einem durchdringenden Ton auf die Gefahr aufmerksam. Mittlerweile sind sie daher in elf Bundesländern Pflicht, so auch in allen Gebäuden in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In Niedersachsen gilt bis Ende 2015 eine Übergangsfrist für bestehende Wohnungen.

Die Bauordnungen der Länder regeln, wo die Geräte angebracht werden müssen, in der Regel ist dies in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren der Fall. Michael Hintz von der Feuerwehr Hannover rät, auch in anderen Räumen Rauchwarnmelder anzubringen und nur Vds-geprüfte und mit einem Q gekennzeichnete Produkte zu kaufen, deren Batterie eine etwa zehnjährige Lebensdauer hat und die über Funk miteinander vernetzt sind.

Feuerlöscher

Eine gesetzliche Vorschrift zum Anbringen von Feuerlöschern in Wohnungen oder Eigenheimen existiert zwar nicht mehr. Die Berliner Feuerwehr weist aber darauf hin, dass damit Entstehungsbrände wirksam bekämpft werden können. Die gängigen Feuerlöscher enthalten Pulver, Wasser oder Schaum. Der Einsatz von Pulverlöschern verursache großen Dreck, sagt Hintz. Besser seien daher Schaumlöscher. Wasserlöscher sollten auf keinen Fall bei Fettbränden eingesetzt werden, weil damit eine Explosion ausgelöst werden könne. Jeder Feuerlöscher sollte leicht zugänglich sein und spätestens nach zwei Jahren überprüft werden, etwa von einem selbstständigen Prüfdienst.

Fluchtwege

Flure und Treppenhäuser, die nach draußen führen, sind insbesondere in Mehrfamilienhäusern frei zu halten. Sperrige Gegenstände wie Fahrräder oder leicht brennbare Materialien sollten dort nicht aufbewahrt werden. Alle Türen auf den Rettungswegen sollten schnell zu öffnen sein, aber stets geschlossen bleiben, damit sich Feuer nicht schnell ausbreiten kann.

Brandschutztüren

Deren Einsatz ist vor allem in Räumen sinnvoll, die selten genutzt werden. „Brandschutztüren im Keller zum Beispiel verhindern, dass sich Rauch und Feuer gleich nach oben ausbreiten können“, sagt der Sachverständige für vorbeugenden Brandschutz Daniel Stürzl aus dem niedersächsischen Dollern. Der T-Wert der Türen gibt an, wie lange sie einem Brand standhalten. Grundsätzlich gilt, dass Türen und Fenster beim Ausbruch von Feuer möglichst geschlossen bleiben sollten, damit der Brand nicht durch zusätzlichen Sauerstoff stärker entfacht wird.

Feuerfeste Baustoffe

Die baulichen Brandschutzbestimmungen sind in den jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer geregelt. Für Häuser in Holzbauweise gelten in den meisten Bundesländern zusätzliche Bestimmungen, die insbesondere vorschreiben, dass die wichtigsten Bauteile hochfeuerhemmend und mit nicht brennbaren Baustoffen verkleidet sein müssen. „Das können zum Beispiel USB- oder Rigipsplatten sein“, führt Stürzl aus. „Die inneren Trennwände müssen zudem eine nicht brennbare Dämmung enthalten.“

Bei der Dämmung äußerer Wände sei bei allen Gebäudearten darauf zu achten, dass die Brücken zwischen dem Dämmstoff und den Wänden aus nicht brennbaren Stoffen bestehen, gut geeignet seien etwa Mineral- und Steinwolle oder Mineralschaumplatten. Werden zertifizierte Wärmedämmverbund-systeme sachgemäß verbaut, sei ein Ausbreiten der Flammen unwahrscheinlich.

Sebastian Hoff